TRANSMYOKARDIALE LASERREVASKULARISATION MIT EINEM HO-YAG-LASER BEI PATIENTEN MIT DIFFUSER KORONARSKLEROSE UND THERAPIEREFRAKTÄRER ANGINA PECTORIS

 

Arbeitsgruppe:

Prof.Dr.R.Seitelberger, Dr.T.Wild, Prof. Dr.J.Wolfram*

 

Universitätsklinik für Chirurgie, Abteilung für Herz-Thorax-Chirurgie, Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien

*Universitätsklinik für Innere Medizin, Abteilung für Kardiologie, Währinger Gürtel 18-20, A-1090 Wien

 

Grundlagen: Patienten mit therapierefraktärer Angina pectoris bilden eine Problemgruppe, welche mit konventionellen Methoden bislang nicht behandelbar war. Die Transmyokardiale Laserrevaskularisation (TMR) stellt eine therapeutische Option dar. Das Ziel dieser Studie war es, die Sicherheit und das Potential der klinischen Effektivität der TMR zu eruieren.

Methodik: Die TMR wurde bei 40 Patienten unter Verwendung des neuen Holmium:YAG-Lasers durchgeführt. Davon wurde bei 24 Patienten, die in 96% mindestens eine vorangegangene Bypassoperation (ACBP) aufwiesen, eine alleinige Laserung durchgeführt. Im Durchschnitt wurden 24 Kanäle angelegt. 16 Patienten erhielten eine Kombination mit einer herkömmlichen Bypassoperation, wobei 25% der Patienten bereits eine frühere Bypassoperation hatten. Bei diesen Patienten wurden im Durchschnitt 17,3 Kanäle angelegt.

Ergebnisse: Bei allen Patienten kam es zu einer signifikanten Verbesserung der AP-Symptomatik um 2 Klassen laut CCS (Canadian Cardiovascular Score), einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit in der Fahrradergometrie um 21% und einer substantiellen Verbesserung der Lebensqualität. Ein Unterschied hinsichtlich dieser Parameter war zwischen der TMR und der TMR+CABG nicht festzustellen. Perioperativ verstarb 1 Patient an einem Myokardinfarkt (nur TMR). Sonstige Komplikationen waren Wundinfektionen (n=3) und Pneumonien (n=2).

Schlußfolgerungen: Diese Studie zeigt deutlich, daß die TMR mit dem neuen Holmium:YAG-Laser eine sichere und effektive Methode zur Reduktion der Angina pectoris und der Verbesserung der Lebensqualität verbunden mit einer geringen perioperativen Mortalität bei Patienten mit schwerer diffuser Koronarsklerose ist.

gesundes Myokard minderperfundiertes Myokard(Hibernating Myocardium) neovaskularisiertes Myokard

gesundes Myokard Minderperfundiertes Myokard (Hibernating Myocardium)

Aufgrund eines Verschlusses einer Herzkranzarterie kann das

entsprechende Gebiet nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff

versorgt werden. Der Patient bekommt als Warnsignal Schmerzen

(Angina pectoris).

Mit Hilfe des Lasers werden Kanäle in das Myokard gelegt.

Neovaskularisiertes Myokard

Nach kurzer Zeit (wenige Stunden

bis Tage) verschliessen sich diese

Kanäle. Die Wirkung des Lasers, eine

mechanische Schädigung, die

Zelltrümmer und das Fibrin bewirken

eine Gefäßneubildung. Diese neuen

Gefäße finden Anschluß an noch

funktionierende Herzkranzgefäße bzw.

direkt an die Herzhöhle und versorgen

somit das zuvor minderperfundierte

Myokard.

 

Boston Scientific

CardioGenesis