Wenn sie sich als Patient oder Patientin in einem der Krankenhäuser aufhalten, die mit uns zusammenarbeiten, kann es vorkommen, daß Sie von uns zu einem Gespräch eingeladen werden. Die Studierenden, die Sie einladen, werden Sie persönlich fragen, ob sie an einem Gespräch teilnehmen möchten, und Ihnen erklären, was im weiteren Verlauf geschieht, falls Sie zusagen.
Falls Sie kein Gespräch mit uns führen möchten, müssen sie dies nicht und brauchen, wenn sie dies nicht möchten, auch keine Gründe für Ihre Entscheidung zu nennen. Falls Sie mit uns sprechen möchten, freuen wir uns herzlich über Ihr Interesse und hoffen, daß es für Sie eine angenehme und interessante Erfahrung ist.
In Ergänzung zu der persönlichen Aufklärung im Rahmen der Einladung zu einem Gespräch möchten wir Ihnen hier schon einmal einige Fragen beantworten, die Sie vielleicht beschäftigen.
In der Regel führen ein oder zwei Personen ein Gespräch mit Ihnen, während die übrigen Teilnehmer der Gruppe, die aus ca. 15 StudentInnen besteht, das Gespräch beobachten und sich möglicherweise Notizen machen.
Da die einzelnen Gruppen die Gespräche frei gestalten können, kann es durchaus vorkommen, daß von diesem Schema abgewichen wird. Sollte das der Fall sein, werden Sie im Rahmen der Einladung zu einem Gespäch darüber informiert werden.
Es findet keine Präsentation im Sinne einer Vorführung und Vorstellung ihres Krankheitsbildes vor der Gruppe statt. Wir führen keine körperliche Untersuchung und keine Gespräche vor größeren Menschenmengen, wie z.B. vor einem Hörsaal, durch.
Ausnahmslos alle Personen, die sich während eines Gespräches mit Ihnen im Raum befinden, unterliegen der Schweigepflicht. Über die persönlichen Dinge, die Sie uns in einem Gespräch anvertrauen, dürfen die Anwesenden also nicht mit Außenstehenden sprechen.
In erster Linie beobachten die Studierenden, die nicht das Gespräch mit Ihnen führen, die Person, die Sie interviewt. Ziel der Beobachtung ist v.a., dem Kollegen oder der Kollegin eine Rückmeldung darüber zu geben, wie er oder sie das Gespräch mit Ihnen geführt hat.
Daneben ist aber z.B. auch von Interesse, welche Gefühle das Gespräch in den Beobachtern und beim Gesprächsführer ausgelöst hat und wie der Patient oder die Patientin auf uns gewirkt hat. Dabei geht es nicht um eine Bewertung von Patienten, sondern darum, festzustellen, wie das Auftreten, verschiedene Persönlichkeiten und unterschiedliche Krankheiten das Gespräch und das Verhalten des Interwievers beeinflussen.
Die persönlichen Aufzeichnungen der Studierenden dienen ausschließlich der Arbeit in den Anamnesegruppen und der Nachbesprechung der TeilnehmerInnen im Anschluß an das Gespräch und fließen, ebenso wie die Inhalte des Gesprächs, nicht in Ihre Krankenakte ein.
Wir bemühen uns in den Anamnesegruppen um einen sehr vielfältigen und kreativen Zugang zu PatientInnengesprächen. Es kann daher durchaus vorkommen, daß wir ein wenig von der Klinikroutine in den Krankenhäusern abweichen
So kann es beispielsweise vorkommen, daß einzelne BeobachterInnen sich darauf konzentrieren, nur den Höreindruck wahrzunehmen und Ihnen daher den Rücken zukehren, um nichts zu sehen, während andere TeilnehmerInnen der Gruppe nur die Körpersprache und Mimik beobachten, und daher Ohropax in den Ohren tragen und nichts hören.
Wir bitten Sie darum, dies und Vergleichbares nicht als Unhöflichkeit zu verstehen, sondern es gemeinsam mit uns als vielleicht ungewöhnliche aber gewinnbringende Erfahrung zu betrachten.
Wenn Sie sich dazu entscheiden, lieber kein Gespräch mit uns führen zu wollen, entstehen Ihnen keinerlei Nachteile. Wir haben Verständnis für die vielen Gründe, die Patienten und Patientinnen dazu bewegen können, unsere Einladung nicht anzunehmen.
Vielleicht hilft Ihnen diese Seite, einzelne Bedenken auszuräumen. Wenn Sie eine mögliche anfängliche Skepsis gegen Interesse tauschen und neugierig auf unsere Arbeit werden, freut uns das sehr.
Aber auch Gründe, warum Sie möglicherweise nicht mit uns sprechen möchten, interessieren uns.
Wir wählen unsere Patienten und Patientinnen so weit möglich zufällig aus, wobei wir Rücksicht auf praktische, klinische Abläufe nehmen. Wir vermeiden es z.B. Untersuchungstermine oder medizinisch ratsame Erholungs- und Ruhephasen (z.B. unmittelbar vor OPs) zu stören.
Davon abgesehen führen wir keine gezielte Auswahl von Patienten und Patientinnen durch. Auch wenn uns Ihr Zuspruch freut, ist es aus unserer Sicht nicht sinnvoll, bestimmte Patienten und Patientinnen bevorzugt zu einem Gespräch einzuladen.
18. Jan. / Gastvortrag: Mag. Dr. Verena Winkler: Übertragung als diagnostisches Mittel
30. Nov. / Gastvortrag und Diskussion mit Primar Dr. Peter Langer über Psychiatrie im OWS