Wir freuen uns, Nr. 25. und damit die Jubiläumsausgabe des Jahrbuchs für PatientInnenorientierte MedizinerInnenausbildung, kurz POM, herausgeben zu dürfen. Nach den Themen "Wahn & Sinn" und "Eifer & Sucht" widmet sich das diesjährige POM dem "Fremden in Uns". Eine Möglichkeit zur Expedition ins innere Ausland.
Wie gewohnt dient das POM-Jahrbuch als Plattform des geistigen Austauschs und der Vernetzung aller deutschsprachigen Anamnesegruppen. AutorInnen aus unterschiedlichsten Disziplinen und verschiedensten Altersgruppen beleben dieses Buch mit ihren Reflexionen, Gedichten, theoretischen Abhandlungen und malerischen Darstellungen.
Ganz im Sinn der ursprünglichen Bedeutung von Anamnese (griech. anamnesis=Erinnerung) bietet diese Ausgabe nicht nur Raum für Beiträge aktueller AG-TeilnehmerInnen sondern auch für Erfahrungsberichte von AnamneslerInnen früherer Generationen und der ersten Stunde.
Gleich zu Beginn eine Wertschätzung an Sie: in eben diesem Moment widmen Sie Ihre Aufmerksamkeit dem Vorwort des Jahrbuchs für PatientInnenorientierte MedizinerInnenausbildung. Das zeigt nicht nur Ihr Interesse an beziehungsmedizinischer Ausbildung und der Arbeit der Anamnesegruppen. Es zeugt auch von der Bereitschaft, sich Themen zu widmen, die wahrscheinlich in jedem Moment von anderen, lauteren Themen übertönt werden könnten.
Ganz ähnlich lässt sich auch die Arbeit am POM 25 beschreiben. Unzählige Möglichkeiten und Anforderungen klopfen in einem Studienjahr an das studentische Pflichtbewusstsein und Freiräume für außerordentliches Engagement scheinen in den neuen Zeiten des Studierens deutlich kleiner zu werden. Jedoch gerade deswegen zahlt sich dieses Engagement aus! Denn in Zeiten der schon auch berechtigten Effizienzorientierung und ökonomischen Strukturierung der medizinischen Ausbildung und des Gesundheitssystems im Allgemeinen braucht es Sprachrohre der Beziehungsmedizin sowie Plattformen für den geistigen Austausch.
"Erzähle mir von dir, damit ich dich sehen kann", sprach einst der Philosoph Sokrates (um 470-399 v. Chr.). Seit der Geburtsstunde der Anamnesegruppen im Jahre 1969 geht es darum, den Erzählungen der PatientInnen und damit der Individualität, der Kommunikation sowie der Beziehung zu PatientInnen mehr Raum in der Medizin zu geben. Das prozesshafte Lernen geschieht dabei aus dieser Begegnung mit den PatientInnen sowie aus der Kommunikation der Studierenden untereinander. Das POM erzählt in diesem Jubiläumsjahr vor allem von einer Expedition ins Innere Ausland - vom Fremden in uns selbst. Als Brücke zwischen den Generationen und wissenschaftlichen Disziplinen bietet es dieses Jahr einen speziellen Raum für den internationalen Gedankenaustausch, der über die Praxis der Anamnesegruppen hinausgeht.
Im Wissen um die bemerkenswerten Artikeln und künstlerischen Darstellungen der AutorInnen ist es uns eine große Freude, Ihnen diesen Raum nun präsentieren zu dürfen!
Martin Lugsch
Monika Homschak
Das Fremde in der eigenen Geschichte. Peršmanhof*
Wolfram Schüffel
Ein bewegendes Unternehmen: zwischen Faszinosum und Horror
Susana Buko
Das Fremde in uns
Heike Tauber
Das Fremde macht Angst
Aleksandra Zirkovic
Depression - die Fremde in mir
Daniela Hahn
Das Fremde in mir - Erläutert anhand Paulo Coelhos Werk "Veronika beschließt zu sterben"
Helena Bösze
Die Situation vor dem ersten Anamnesegespräch
Christoph Arzt
Wiener Multidisziplin(R)arität - Die "Fremden" in den Anamnesegruppen?
Alexander Friedmann †
Die Seele der Fremden und ihre Krankheiten
Wilhelm F. Preuss
Was habe ich von POM mitgenommen?
Ruth Gnirss, Ulrike Schachel-Pröpper
Auswirkungen und Nutzen - Wirkungen und Nebenwirkungen unserer Arbeit als Tutorinnen in Anamnesegruppen
Sandra Anders, Annelies Schimak
"Liebe Sandra! Liebe Annelies!" - Briefwechsel zu Veränderungen in der Wiener Anamnesegruppe
Helena Bösze
Der Blitz mein Alptraum
Barbara Gallist
Die Möglichkeit etwas aus einer anderen Perspektive zu sehen
Ulrike Fehr
Schnüffelseminar
Katharina Strohmayer
Alles was ich nicht erwarte. Alles was in uns steckt.
Daniela Hahn/ Andrea Hinterndorfer
SWOT - Analyse
Christian Siggemann
Gemeinsame Homepage
Ernst Petzold
Monte verità Gruppen - zwanzig Jahre später
Peter Nowak
Das Gespräch zwischen Arzt und Patient - 17 Thesen aus Sicht des Patientenempowerments
Gerald Kottmel
Qualität als Weg
Claudia Sauter-Müller
Fallbeispiel für einen psychoanalytischen Blick auf die Krankheit und sich daraus entwickelnde Symptome
Tomas Cech
Der Mensch zwischen Arzt und Patient
Bestellungen bitte per E-Mail an: anamnesewien@gmail.com
Sie erhalten Ihr Exemplar zum Unkostenbeitrag von 3EUR (zuzügl. Versandkosten).
ISSN 1435-540X
ISBN 978-3-940529-19-0
Mabuse Verlag
Christoph Arzt, Johanna Bartussek, Kathrin Beiglböck, Baptiste Bernard, Lisa Brunner, Monika Homschak, Gerald Kottmel, Katharina Lackmayer, Martin Lugsch, Iris Muhr, Silvia Pinter, Sebastian Wernert
Ein Besonderer Dank geht an alle AutorInnen sowie an die Sponsoren des Jahrbuchs: Akademie für Ganzheitsmedizin, Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte, Medi-Learn, Shaker Verlag, Medico International, MLP, Springer Verlag, Lehmanns Fachbuchhandlung sowie dem Mabuse Verlag.
18. Jan. / Gastvortrag: Mag. Dr. Verena Winkler: Übertragung als diagnostisches Mittel
30. Nov. / Gastvortrag und Diskussion mit Primar Dr. Peter Langer über Psychiatrie im OWS