Die skills-line des 2. Studienjahres
Die BEMAW - Methodik und Entwicklung koordiniert seit dem Studienjahr 2004/05 in enger Kooperation mit FachvertreterInnen des Klinischen Instituts für Hygiene und medizinische Mikrobiologie (W. Koller, O. Assadian, A. Blacky), dem Zentrum für Public Health (O. Frischenschlager, I. Pucher) und der klinischen Pharmakologie (N. Leuchten) die Skills-line des 2. Studienjahres. Die BEMAW-Administration u. -Personalentwicklung wirken ebenfalls an der Organisation mit.
In der Skills-line des 2. Studienjahres werden derzeit 720 Studierende der neuen Studienordnungen Human- und Zahnmedizin, sowie ca. 200 Studierende der alten Studienordnung in 80 Kleingruppen unterrichtet.
Die Line besteht aus 4 Lineelementen zu jeweils 15 Ausbildungsstunden, den ärztlichen Grundfertigkeiten, der ärztlichen Gesprächsführung, der physikalischen Krankenuntersuchung und dem Famulatur-propädeutikum.
Generelles Ziel der Line ist die Erreichung einer „Famulaturreife“ am Ende der Lehrveranstaltung. Dazu kommen folgende Lern- und Prüfungsmethoden zum Einsatz:
Übungspraktikum statt Demonstrationspraktikum
Im Praktikum wird vornehmlich geübt. Theoretische Grundlagen werden, wo immer möglich in das Selbststudium ausgelagert und mittels Praktikumseinstiegstests überprüft.
Simulation und Trockentraining
Geübt wird in Rollenspielen an Simulationsmodellen, multimedialen Übungsprogrammen und simulierten PatientInnen (geschulten TutorInnen und ungeschulten KollegInnen), teilweise auch mittels Videofeedback

links: multimediales Lernprogramm (Physikalische Krankenuntersuchung), rechts: ein Simulationsarm
Standardisierung
Checklisten sind die Grundlage des Praktikums. Sie dienen als gemeinsamer Standard, als Basis für die Lernunterlagen, für die Unterrichtsgestaltung und als Prüfungsgrundlage. Alle Checklisten liegen in elektronischem Format vor (eChecklisten) und kommen in der Prüfung mittels PDAs zum Einsatz. Alle Lehrenden werden im Rahmen der verpflichtenden didaktischen Einführungsseminare mit den gemeinsamen Standards vertraut gemacht.
Peer-teaching – Peer-assessement
In der Lehrveranstaltung „Ärztliche Grundfertigkeiten“ werden die Studierenden von älteren Studierenden mit Famulaturerfahrung unterrichtet. Im praktischen Abschlusstest sind auch studentische TutorInnen unter den „BeobachterInnen“.
Freie Übungen
Einige Wochen vor dem praktischen Abschlusstest sind die Praktikumsräume unter tutorieller Supervision ganztägig geöffnet. Studierende üben und wiederholen gelerntes hier unter Zuhilfenahme der Lernunterlagen an den Simulationsmodellen weitgehend selbsttätig.

Überprüfung des Geübten mittels strukturierter Beobachtung an 5 Aufgabenstationen.
Im neuen „Prüfungsparcours“ des Lernzentrums findet die Überprüfung der ausnahmslos praktischen Lernziele im Rahmen eines OSCE (objective structured clinical examination) statt. Dabei werden die Studierenden beim Ausführen von 5 praktischen Aufgabenstellungen von ExpertInnen beobachtet und mittels eChecklisten (PDAs) bewertet.

Beurteilungen des Abschlusstests dienen nicht nur der individuellen Leistungsüberprüfung, sondern erlauben auch Rückschlüsse auf den Gruppenunterricht (formative Evaluation), bzw. bieten einen generellen Überblick über die Erreichung der Lernziele (tatsächliche Outcomes). Angestrebt wird, dass 80% der teilnehmenden Studierenden mindestens 80% der jeweiligen Fertigkeit fehlerfrei durchführen können.
