Von: Szekeres Thomas [thomas.szekeres@univie.ac.at]
Gesendet: Samstag, 06. Mai 2006 07:49
An: Wolfgang Radner; Wolfgang Baumgartner; Walter Plöchl; Walter Henriette; Thomas Szekeres; Rudolf Oehler; Richard Kdolsky; Peter Birner; Michael Pretterklieber; Maria Rajek; Karl Heimberger; Karin Gutierrez-Lobos; Johannes Kornfehl; Ingwald Strasser; Harald Gabriel; Gabriele Prohaska; Christine Marosi; Anita Holzinger; Daniela Wasylewski
Betreff: Fw: einfach zur info; mfsg stefan
Uni Ärzte fordern Ende der Gratisarbeit
Universitäten/Medizin/Ärzte/Wien/Tirol/Steiermark

Utl.: Betriebsrätekonferenz der Medizin-Unis: Gehrer schuldet Ärzten 25 Mio. Euro an nicht bezahlter Arbeitszeit =

Wien (APA) - Bei der Betriebsrätekonferenz der Medizinischen Universitäten Wien, Graz und Innsbruck haben die Personalvertreter von rund 5.000 Uni-Ärzten am Freitag "international vergleichbare faire Bezahlung und ein Ende der Gratisarbeit" gefordert. Während Ärzte um 1.350 Euro im Monat am offenen Herzen operieren würden, schulde Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) den Ärzten 25 Mio. Euro an nicht bezahlter Arbeitszeit, heißt es in einer Aussendung.

Die Betriebsräte protestieren schon seit längerem gegen die Nichteinhaltung der 2002 geschlossenen Vereinbarung mit dem Bildungsministerium zum Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz (KA-AZG). Diese sieht vor, dass die maximale Tagesarbeitszeit von 13 Stunden für Nachtdienste während der Woche sowie bei Wochenenddiensten überschritten werden darf. Voraussetzung dafür ist aber, dass jeder Nachtdienst bezahlt wird, wobei für jeden ersten Nachtdienst pro Monat bzw. die ersten 160 Nachtdienststunden pro Jahr eine Optionsmöglichkeit vereinbart wurde: jeder Mitarbeiter kann sich aussuchen, ob es dafür Ausgleichstage gibt oder der Dienst bezahltwird.

Doch jene Mitarbeiter, die sich für eine Bezahlung der Dienste entschlossen haben, hätten seit 2002 kein Geld dafür gesehen, argumentieren die Personalvertreter. Andererseits hätten Ärzte auf Grund von Personalmangel ihre Ausgleichstage nicht konsumieren können. Dies habe sich zu Schulden von mittlerweile 25 Mio. Euro angehäuft. Außerdem kritisieren die Betriebsräte, dass zehn Jahre nach Inkrafttreten des Arbeitszeitgesetzes Ärzte in Krankenhäusern noch immer 70 bis 80 Wochenstunden arbeiten müssten.

Die Betriebsrätekonferenz fordert daher gesetzeskonforme Arbeitszeiten zum Schutz der Patienten und Mitarbeiter, die Bezahlung der Schulden, faire Bezahlung und ein Ende der Gratisarbeit. Außerdem verlangen sie ein durchgängiges und international vergleichbares Karrieremodell, denn die Unis würden ihre best ausgebildeten Ärzte nach der Ausbildung auf die Straße setzen. (Schluss) cm/aku/mk
APA258 2006-05-05/12:23