JULIUS BAUER

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Julius Bauer wurde am 14.August 1887 in Nachod (Böhmen) geboren. (Universitätsarchiv Wien, Personalakt Julius Bauer.) Schon während seines Studiums interessierte er sich für wissenschaftliches Arbeiten auf dem Gebiet der Inneren Medizin. Von 1911-1914 arbeitete er als Assistent an der Klinik in Innsbruck und kehrte 1914 nach einem Forschungsaufenthalt in Paris nach Wien zurück, wo er an der Poliklinik bei Prof. Julius Mannaberg seine Ausbildung fortsetzte. (Helmut Wyklicky, Julius Bauer. Zur Feier seines 90.Geburtstages am 14.August 1977. In: Österreichische Ärztezeitung, 32.Jg., H.12, 870-872.) 1928 wurde er Vorstand der 3.Medizinischen Abteilung, die bald zu einem bekannten Ausbildungszentrum in Endokrinologie und Konstitutionspathologie wurde. (Veronika Hofer, Positionen und Posen eines Experten. Der Konstitutionsforscher Julius Bauer(1887-1973) und die Eugenik in der Wiener Zwischenkriegszeit. In: Gerhard Baader, Veronika Hofer, Thomas Mayer (Hg.), Eugenik in Österreich. Biopolitische Strukturen von 1900 bis 1945. (Wien 2007), 31-65.) Bereits ab 1923 wurde Julius Bauer zu mehreren Vortragsreisen in die USA eingeladen, wo er Kontakte knüpfen konnte, die sich später als wertvoll erweisen sollten. Mehrere seiner Artikel zwischen 1934-1936 beschäftigten sich mit Rassenfragen und der Sterilisation als eugenisches Mittel, wobei Bauer 1935 in der Schweizer Medizinischen Wochenschrift das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ als Unsinn verurteilte. Darauf erfolgte der Ausschluss aus der „Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin“ und die öffentliche Anprangerung  durch Reichsärzteführer Gerhard Wagner. (Julius Bauer, Medizinische Kulturgeschichte des 20.Jahrhunderts im Rahmen einer Autobiographie. (Wien 1964), 74.)
Nur auf Grund der Unterstützung seiner prominenten Patienten gelang es Julius Bauer ein Visum in die USA zu bekommen. Durch die Beziehungen seiner Frau Marianne Jokl, die als Vizepräsidentin der internationalen Ärztinnenorganisation über Kontakte  zu französischen Kolleginnen verfügte, erhielten sie das französische Visum, entkamen knapp einer Verhaftung und konnten über  Paris in die USA ausreisen.
In den Jahren 1939-1940 war Julius Bauer an der Louisiana State University in New Orleans, von 1941 -1961 an der Loma Linda University in Los Angeles tätig.
Er starb am 8.5.1979 in Beverly Hills.
Viele seiner Mitarbeiter, wie Berta Aschner, Alfred Vogel und Karl Paschkis mussten ebenfalls emigrieren und waren an verschiedenen Universitäten in den USA tätig. (Pirquet Bulletin of Clinical Medicine, Vol.12, No. 6, June 1965, 16.)

Für den Inhalt verantwortlich: Dr.Ingrid Arias

 

 

 

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