Erwin Risak – Der Profiteur
Erwin Risak wurde am 1.April 1899 in Wien geboren. (Universitätsarchiv Wien, Personalakt Erwin Risak.) Bereits als Student war Risak Mitglied der deutschnationalen und antisemitischen Burschenschaft Olympia. 1928 begann er seine Ausbildung bei Prof.Chvostek, ebenfalls Mitglied der Olympia. Ab 1933 arbeitete er bei Prof. Eppinger, dessen Klinik er laut Beurteilung im NSDAP-Gauakt von jüdischen Mitarbeitern „entjudete“. (Österreichisches Staatsarchiv, Archiv der Republik, Gauakt Erwin Risak.) Noch während der Verbotszeit der NSDAP trat er der Partei (1935) und SS (1937, Rang: Obersturmführer) bei. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten ergaben sich durch seine politischen Beziehungen neue Karrierechancen. Bereits am 23. März 1938 wurde er zum außerordentlichen Professor vorgeschlagen und zum Schriftleiter der Wiener Medizinischen Wochenschrift ernannt. 1940 übernahm er die Medizinische Abteilung der Poliklinik sowie die Leitung des Spitals, organisierte wehrmedizinische Veranstaltungen und avancierte zum außerplanmäßigen Professor. Zahlreiche NS-Prominenz, wie der Psychiater Max de Crinis oder Gauleiter Jury, zählten zu seine Patienten. Nach 1945 wurde Risak im Lager Glasenbach bei Salzburg interniert und erhielt auf Grund seiner politischen Belastung bis 1949 Praxisverbot. Sein Ansuchen um Wiederverleihung der Venia wurde 1955 auf Grund seiner mangelhaften fachlichen Qualifikation abschlägig beurteilt. (Universitätsarchiv Wien, Personalakt Erwin Risak.) Nach einer Beschwerde gegen den Beschluss des Professorenkollegiums beim Unterrichtsministerium erreichte Risak im November 1958 die Verleihung der Dozentur, da „die politischen Gründe nunmehr wegfallen. „ (generelle Nationalsozialisten-Amnestie von 1957) Politisch blieb er weiterhin am rechtsradikalen Rand angesiedelt, engagierte sich für die „Freie Akademie“ und den Ärzteclub des freiheitlichen Akademikerverbandes, ein Sammelbecken ehemaliger Nationalsozialisten. (Die Aula, Akademisches Leben, Verbandsberichte und Nachrichten aus den Korporationen, 18.Jg., 6.Folge, Juni 1968, III-IV.) Er starb am 29.April 1968. Für den Inhalt verantwortliche: Dr.Ingrid Arias
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