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| Joseph Leopold von Auenbrugger 1722 - 1809 |
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Biographie aus: "Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte aller Zeiten und Völker" von August Hirsch (Hrsg.). Berlin 1932 |
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Auenbrugger, Joseph Leopold von A. Geb im Jahre 1722 zu Graz in Steyermark, erwarb in Wien die ärztliche Bildung und war von 17511762 am spanischen Hospital, anfangs als Secundararzt, später als Primararzt angestellt. Schon l754 wurde er auf die Schall-Unterschiede aufmerksam, welche man beim Anschlagen an die Brustwand bemerkt. Er stellte darüber während der folgenden Jahre gewissenhafte und gründliche Untersuchungen an, deren Ergebniss er in der kleinen Schrift: "Inventum novum ex percussione thoracis humani ut signo abstrusos interni pectoris morbos detegendi" (Wien 1761) der Oeffentlichkeit übergab. In dieser Abhandlung beschrieb er zunächst die Art, in welcher er die percussion ausführte, erörterte dann die Schallverhältnisse, welche er beim Anschlagen an die Brust gesunder Personen beobachtet hatte und schilderte endlich die Abweichungen, die er bemerkte. Eingehend beschäftigte er sich mit dem gedämpften Ton, dessen Entstehung er dadurch erklärte, dass das Volumen der Luft vermindert und an den betreffenden Stellen durch Flüssigkeiten oder feste Massen verdrängt sei; er versuchte, diese Theorie auf experimentellem Wege zu beweisen, indem er an einem leeren Fasse, welches er zum Theil mit Flüssigkeit füllte, sowie an menschlichen Leichen, deren Brusthöhle er injicirte, zeigte, dass die Dämpfung soweit reicht, wie die darin enthaltene Flüssigkeit. Hierauf besprach er die verschiedenen Krankheitszustände, bei denen er einen dumpfen Percussionston wahrnahm, und zählte überhaupt die Leiden auf, deren Diagnose durch die Percussion nach seiner Ansicht erleichtert wird. Uebrigens betonte er, dass man auch die übrigen diagnostischen Hilfsmittel und die anatomischen Veränderungen, welche der Leichenbefund darbietet, berücksichtigen müsse. A.'s Entdeckung fand Anfangs geringen Beifall und wurde erst durch CORVISART (1808) zur allgemeinen Anerkennung gebracht. A. erlebte diesen Triumph noch, da er erst 1809 zu Wien starb. Er hat noch einige kleinere medicinische Abhandlungen hinterlassen, wurde 1784 mit dem Prädicat "Edler von Auenburgger" in den Adelstand erhoben und gehörte mehrere Decennien hindurch zu den gesuchtesten und am meisten geschätzten Aerzten Wiens. (Puschmann) Meusel, Gelehrtes Teutschland. I, pag. 1030; XVII, pag. 55; XXII, pag. 77. Gu s t. Löbe l in Wiener med. Wochenschr. 1851, pag. 735. Merbach, Jahresber. der Gesellsch. f. Natur- u. Heilk. in Dresden. 1863, pag. 59-72. Clar. L. A., Jahresber. des Vereins der Aerate in Steiermark. 1866, II, pag. 1952. Clar, Der Erfinder der Percussion. Graz 1867. v. Wurzbach, I, pag. 85; XXIV, pag. 374; XXVI, pag. 368; XXII, pag. 468. |
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