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Öffnungszeiten: Montag-Freitag (werktags) 09'00-15'00 und jeden ersten Samstag im Monat von 10´00-14´00
Eintritt 2 € / Lehrer, Schüler, Zivil- und Präsenzdiener 1 € / Kinder bis 6 Jahre freier Eintritt
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Die Sammlung anatomischer und geburtshilflicher Wachsmodelle Das Kleinod des Hauses, die Lehrsammlung der in Florenz angefertigten anatomischen und geburtshilflichen Wachspräparate ist - wenn auch in geänderter Ausstattung und Aufstellung - durch zwei Jahrhunderte nahezu im Originalzustand verblieben. Die Idee zu ihrer Anschaffung ebenso wie die Finanzierung der aufwendigen Herstellung gehen ebenfalls wieder direkt auf Kaiser Joseph II. zurück. Dieser hatte nämlich auf einer um 1780 unternommenen Reise zu seinem Bruder, dem Großherzog Pietro Leopoldo der Toskana, das von diesem in Florenz im Jahre 1775 eröffnete "Reale Museo di Fisica e Storia Naturale", das wegen seines Obsevatoriums den Namen "La Specola" erhielt, besucht. Dort bestaunte der Kaiser die unter der Leitung des universellen Naturforschers, Felice Fontana (1730-1805), hergestellten naturgetreuen Wachsmodelle des gesamten menschlichen Körpers. Sofort entschloß sich der Monarch, diese Kollektion für das offenbar bereits in Planung befindliche Josephinum in Wien nochmals herstellen zu lassen, und der von diesem Vorhaben begeisterte Fontana erwirkte von Pietro Leopoldo die Erlaubnis, die Herstellung der Wiener Wachsmodelle in seinem eigenen Hause unter Mithilfe einiger Arbeitskräfte von "La Specola" vornehmen zu können. |
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Von maßgeblicher Bedeutung für das Gelingen dieses groß angelegten Vorhabens war, daß der bedeutende Anatom und enge Freund Fontanas, Paolo Mascagni (1755-1815), die leitende Aufsicht übernahm. Seinem persönlichen Einfluß kommt nämlich das Verdienst zu, daß die Wiener Wachspräparatesammlung keine reine Kopie der Florentiner Originale wurde. Denn Mascagni ließ die von ihm zu dieser Zeit gerade durchgeführten pionierhaften Studien über das menschliche Lymphgefäßsystem in die Herstellung der Wiener Präparate einfließen. |
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Hauptverantwortlich für die technische Ausführung der Wiener Wachsmodelle war der außerordentlich begabte Modelleur Clemente Susini (1754-1814). Die Herstellung in Florenz erfolgte den Jahren 1784 bis 1788, und die Präparate wurden in mehreren, äußerst aufwendigen Transporten - mit Mauleseln über den Brennerpaß bis nach Linz und danach auf dem Schiffswege donauabwärts nach Wien - befördert. Die Kosten der insgesamt 1192 Wachspräparate der Wiener Sammlung wurden wiederum zur Gänze von Kaiser Joseph II. persönlich übernommen und beliefen sich auf 30.000 Gulden. Sie wurden im Josephinum in sieben Sälen mit insgesamt 368 Kassetten aus Rosenholz und Venezianischem Glas ausgestellt und auch dem öffentlichen Besuch zugänglich gemacht. Zur Erleichterung des Verständnisses der einzelnen anatomischen und geburtshilflichen Darstellungen waren jeder Kassette in einem ausziehbaren Fach Beschreibungen in italienischer und deutscher Sprache beigegeben und wurden durch ein entsprechendes Aquarell ergänzt. Wie schon die Florentiner Wachspräparate wurden die Modelle der Wiener Sammlung - neben den stets begleitenden Sektionen - auf der Grundlage von Kupferstichen aus den bedeutendsten zeitgenössischen anatomischen Werken nachgebildet. Dies gilt in besonderem Maße auch für die geburtshilflichen Darstellungen. Gerade hierin kommt nämlich der Sammlung im Josephinum eine besondere Bedeutung zu, denn mit 102 Objekten in 42 Kassetten ist die geburtshilfliche Kollektion von Wachsmodellen die weltweit größte ihrer Art. |
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Neben der hochwertigen künstlerischen Ausgestaltung besitzt diese Sammlung über mehr als zwei Jahrhunderte einen - nahezu unveränderlichen - didaktischen Wert. Das plastische Material des gehärteten und gefärbten Wachses bietet nämlich dem Betrachter einen dreidimensionalen Einblick in die Lagebeziehungen etwa der Organe des Brust-und Bauchraumes, der Verläufe von Gefäß-, Nerven- und Lymphbahnen, welche alle in möglichst naturgetreuer Größe und Proportion dimensioniert sind. |
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Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang auch zwei zur Gänze zerlegbare Modelle - ein Herz sowie die sogenannte "Mediceische Venus". |
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Um den Charakter der Wiener Sammlung möglichst authentisch zu erhalten, wird bei der laufenden, sachkundigen Instandhaltung besonderer Wert auf eine historisch möglichst materialgetreue Restaurierung gelegt. Gabriela Schmidt |
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