Muskuloskeletale Erkrankungen sind die häufigste Ursache von Morbidität, Krankenstands-Tagen und Frühinvalidisierungen und stellen somit die größte Kostenursache im Gesundheits- und Sozialsystem dar. Sie treten in jedem Lebensalter auf, doch steigt die Inzidenz der so genannten degenerativen Erkrankungen mit zunehmendem Lebensalter.
Die Überalterung unserer Gesellschaft hat eine erhöhte Belastung durch muskuloskeletale Erkrankungen zur Folge. Deren Bekämpfung hat für die Medizinische Universität Wien höchste Priorität. Die an der Planung des Forschungsschwerpunkts "Muskuloskeletale Erkrankungen" beteiligten Gruppen konnten in den letzten Jahren enorme Erfolge erzielen. Die Prävention chronischer Erkrankungen stellt derzeit auch für die WHO ein Hauptthema dar: Die Dekade 2000 bis 2010 wurde von WHO und UNO zur "Decade of the bone and joints" deklariert.
Die vermutlich bedeutendsten therapeutischen Entwicklungen des letzten Jahrzehnts auf dem Sektor der muskuloskeletalen Erkrankungen entstanden durch Einsatz von Biologika. Weitere Therapiemodalitäten sind in Entwicklung, die Industrie investiert große Summen in diesen Bereich.
Hohe publikatorische Leistungen und die Unabhängigkeit von vielfältigen traditionellen Förderungen wie FWF, Nationalbank und Bürgermeisterfonds zeichnen diesen Forschungszweig aus. Die Schwerpunkte haben in den letzten Jahren EU-Gelder von mehr als 1,6 Millionen Euro akquiriert. Auch Teilnahme an diversen Projekten und Programmen, wie dem START Projekt, den Investigator-driven clinical trials, an der europäische SLE-Studie und an der europäischen Studie der RA konnten erreicht werden. In Folge wird in Zusammenarbeit mit der Osteoradiologie ein Clinical Trials Unit für die Bildgebung an der Klinischen Abteilung für Rheumatologie entwickelt. Es besteht bereits eine enge Kooperation auf dem Sektor der Grundlagenforschung und der Bildgebung zwischen den beteiligten Organisationseinheiten. Die Klinische Abteilung für Rheumatologie wurde sogar von der Europäische Rheumaliga zum "Center of Excellence for Rheumatology Research" ernannt. Modernste bildgebende Modalitäten wurden angeschafft und eine "real time" Datenbank für Patienten mit muskuloskeletalen Erkrankungen eingerichtet, auch eine "Biobank" wurde in Zusammenarbeit mit dem KIMCL etabliert. Auf die intensive Beteiligung an der Lehre im neuen Curriculum der MedUni Wien und die Mitherausgeberschaft bei international führenden Lehrbüchern wird besonderer Wert gelegt.
Drei Lehrstuhlbesetzungen konnten an Einrichtungen außerhalb der MedUni Wien erreicht werden: die Lehrstühle für Orthopädie und Rheumatologie an der Medizinischen Universität Graz und der Lehrstuhl für Rheumatologie "Neue Schule" an der Medizinische Fakultät in Erlangen. Keine andere Universität in Österreich verfügt über ähnlichen Schwerpunkte in diesem Forschungsbereich, außerdem verfügt die MedUni Wien über günstige Voraussetzungen zur Einwerbung von EU-Forschungsmitteln in FP7 und zur Einwerbung von weiteren Industriemitteln zur Entwicklung neuer Therapiemodalitäten. Die Möglichkeit der Ausweitung des Gedankens eines Clinical Trial Centers auch auf andere Bereiche ist in Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen der Universität denkbar.