Krankheiten und Störungen können nur Frauen, Frauen häufiger oder schwerer betreffen (beispielsweise Osteoporose, Arthritis, Autoimmunerkrankungen, ...) bzw. sich bei Frauen anders als bei Männer darstellen (Herz-Kreislauf-Erkrankungen).Deren Erforschung erfordert die Bearbeitung auf unterschiedlichen Ebenen (biomedizinische Grundlagenforschung, klinische und sozialwissenschaftliche Forschung), sowie die Integration der gewonnen Erkenntnisse, um ein Frauengesundheitsmodell zu entwickeln, das Frauengesundheit über den gesamten Lebenszyklus erhält, verbessert bzw. wiederherstellt.
„Sex-Based Biology“ bearbeitet im Rahmen der biomedizinischen Grundlagenforschung Fragen nach den Geschlechtsunterschieden von der sub-zellulären bis zur Körperebene sowie geschlechtsspezifische Reaktionen auf Pharmaka.„Gender-based Medicine“ untersucht einerseits biologische Unterschiede von Frauen und Männern, sowie Variationen in der Manifestation, dem Verlauf und der Behandlung von Krankheit in Abhängigkeit des Geschlechts.Im Bereich „Women’s Health“ erfolgt eine Fokussierung auf Frauen als eigene Kategorie und nicht in Relation zum Mann. Women’s Health anerkennt die Vielfalt von Gesundheitsbedürfnissen im Verlauf des Lebenszyklus in Abhängigkeit von sozialer Schicht, Kultur etc.
"Gender Mainstreaming bedeutet, eine geschlechtssensible Perspektive in alle Aktivitäten und Maßnahmen zu integrieren und alle Vorhaben und Maßnahmen auf ihre geschlechtsspezifischen Wirkungen zu überprüfen. Dabei wird von der Tatsache ausgegangen, dass das Geschlechterverhältnis in unserer Gesellschaft ein Ungleichheitsverhältnis ist, dessen Ursachen sozial und kulturell erzeugt sind.Auch Universität und Wissenschaft sind nach unterschiedlichen Rollen und Positionen von Frauen und Männern organisiert und reproduzieren diese gleichzeitig. Gender Mainstreaming bedeutet auch, dass alle Maßnahmen so gestaltet werden, dass sie die Chancengleichheit von Frauen und Männern fördern. Es ersetzt keineswegs spezifische Maßnahmen der konkreten Förderung von Frauen - die Gleichzeitigkeit, d.h. ein doppelter Ansatz, ist grundlegend für den Erfolg." (Bericht der Arbeitsgruppe GM-Vollrechtsfähigkeit des bm:bwk)
Sex: biologisches GeschlechtGender: sozio-kulturelle Konstruktion von Geschlecht