Das ITSC als IT-Dienstleister der MUW stellt den Berechtigten das Backup/Archivsystem TSM zur Verfügung, mit dem Dateien zentral gesichert und/oder archiviert werden.
TSM ist das Akronym für Tivoli Storage Manager, einer Client-/Serversoftware von IBM Tivoli, mit der Dateien von einem Client (TSM-Node), der auf einem realen oder virtuellen System installiert ist, nach definierten Regeln auf einen Server (TSM-Server) kopiert bzw. von diesem abgerufen werden können.
TSM-Nodename ist die systemweit eindeutige Bezeichnung, mit der ein TSM-Node (TSM-Knoten) auf einem TSM-Server registriert ist.
Kontaktperson ist eine physische oder juristische Person, die für den jeweiligen TSM-Node verantwortlich ist. In der Regel sind es BenutzerInnen und/oder BetreuerInnen des jeweiligen Systems.
Das Ansuchen für die Teilnahmeberechtigung erfolgt über einen Antrag in der jeweils geltenden Fassung.
Jede Kontaktperson erhält nach genehmigtem Antrag die Zugangsberechtigung mit TSM-Nodenamen und TSM-Passwort.
Falls eine Kontaktperson eines TSM-Nodes das Passwort vergessen hat, wird das Passwort vom ITSC neu gesetzt und allen Kontaktpersonen dieses TSM-Nodes per Email mitgeteilt
Das ITSC ist nicht verantwortlich für Verluste, die durch Fehler in der Server- und/oder Clientsoftware, Fehler in der verwendeten Hardware sowie fehlerhafte oder defekte Medien entstehen.
Jede Verwendung, die gegen diese Regelung verstößt, ist unzulässig.
In allen nicht angeführten Fällen und in Streitfällen liegt die Entscheidung über die Teilnahmeberechtigung beim ITSC bzw. beim Rektorat.
Das ITSC kann für einen bestimmten Bereich oder Zweck mit einem Benutzer besondere Vereinbarungen treffen. Diese bedürfen der Schriftform. Eine solche Vereinbarung leitet keinen Rechtsanspruch für andere Benutzer ab.
Bei Nichteinhaltung dieser Regelung kann das ITSC unverzüglich und ohne vorherige Warnung des Benutzers die zur Aufrechterhaltung des ordentlichen Betriebs notwendigen Maßnahmen setzen. Die Entscheidung über Art und Umfang der Maßnahme trifft das ITSC. Der/die Verantwortliche wird über die getroffenen Maßnahmen und eventuelle weitere Folgen vom ITSC benachrichtigt.
Die TSM Knoten werden – auch aus lizenzrechtlichen Gründen – wie folgt unterschieden:
Die Verweilzeiten der gesicherten bzw. archivierten Dateien auf dem jeweiligen TSM Server werden in Managementklassen festgelegt. Es gibt Standard-Managementklassen und speziell vereinbarte Klassen, falls der Standard nicht ausreichend ist.
Diese Vereinbarungen sind vor Inbetriebnahme des TSM Knotens mit dem ITSC abzuklären. Die gültige(n) Defaultklasse(n) sind auf der Webseite einzusehen.
Das ITSC behält sich vor, diese Standards im Bedarfsfall nach entsprechender Ankündigung zu ändern.
Das TSM Service steht im Normalfall 7x24h zur Verfügung. Wartungsarbeiten werden in den Wartungsfenstern des ITSC durchgeführt. Arbeiten, die nicht in der angegebenen Zeit abgeschlossen werden können oder wegen schwerwiegender Gründe zu einem anderen Zeitpunkt durchgeführt werden müssen, werden so weit möglich rechtzeitig angekündigt.
Kontaktadresse am ITSC: backup-admin@meduniwien.ac.at
Bei der Registrierung eines TSM-Knotens wird ihm je nach Art des Clientrechners eine TSM Serverinstanz und eine Policy Domain zugewiesen. Die Zugehörigkeit zu einer Policy Domain legt für den TSM Knoten fest, mit welchen Managementklassen er seine Daten sichern kann, zu welchen Zeiten automatische Sicherungen durchgeführt werden (Schedules) sowie welche Wege die Sicherungsdaten in der Speicherhierarchie nehmen. Neben den serverinternen Definitionen gelten für die verschiedenen Policy Domains auch organisatorische Regelungen.
Im Wesentlichen werden dabei die Clienttypen
unterschieden.
Jede Policy Domain bietet dem Benutzer eine Anzahl von Managementklassen, welche festlegen, wie der Server mit zu sichernden bzw. den bereits gesicherten Daten verfährt.
Welche Managementklassen zur Verfügung stehen, zeigt der Befehl ‚dsmc q mgmt’ sowie der Befehl ,View Policy Information’ im GUI, der zusätzlich noch die Parameter der einzelnen Managementklassen auflistet:
Funktion | Parameter | Bezeichnung | Bedeutung |
BACKUP | VDE | Versions Data Exists | max. Versionen, wenn die Datei am Client vorhanden |
| VDD | Versions Data Deleted | max. Versionen, wenn die Datei am Client gelöscht |
| REV | Retain Extra Versions | max. Verweildauer inaktiver Versionen in Tagen ab Sicherungsdatum |
| ROV | Retain Only Version | max. Verweildauer der letzten Version in Tagen ab Sicherungsdatum, wenn die Datei auf dem Client gelöscht |
ARCHIVE | RV | Retain Version | max. Verweildauer des Archives in Tagen |
Legt fest, wie die Datei verarbeitet wird, wenn sie sich während des Backupvorganges verändert bzw. in Bearbeitung ist:
STATIC
Wenn sich das zu sichernde Objekt während des Sicherungsvorganges verändert oder in Bearbeitung ist, wird es nicht gesichert.
DYNAMIC
Wenn sich das zu sichernde Objekt während des Sicherungsvorganges verändert oder in Bearbeitung ist, wird bereits beim ersten Versuch der temporäre Zustand des Objektes gesichert.
CHANGINGRETRIES
Eine TSM Option, die festlegt, wie viele erneute Versuche unternommen werden, um eine Datei die zum Zeitpunkt der Sicherung in Bearbeitung (‚in use’) ist, nochmals zu sichern. Defaut: 4 Versuche
SHRSTATIC
Wenn das zu sichernde Objekt während des Sicherungsvorganges verändert wurde oder in Bearbeitung ist, werden die mit der Option CHANGINGRETRIES festgelegten erneuten Versuche unternommen, das Objekt zu sichern. Ist das Objekt beim letzten Versuch noch in Bearbeitung wird es nicht gesichert.
SHRDYAMIC
Wenn das zu sichernde Objekt während des Sicherungsvorganges verändert wurde, werden die mit der Option CHANGINGRETRIES festgelegten erneuten Versuche unternommen, das Objekt zu sichern. Ist das Objekt beim letzten Versuch noch in Bearbeitung, wird der temporäre Zustand des Objektes gesichert.
Anwendung bei der Sicherung von Logfiles u.Ä.
Beispiel:
Managementklasse DATA003DY
Versions Data Exist = 3
Versions Data Deleted = 1
Retain Extra Versions = 30
Retain Only Version =185
Serialisation = SHRDYNAMIC
Es werden maximal 3 Versionen am Backupserver gespeichert (1 aktiv, 2 inaktiv), solange die Datei am Clientrechner existiert. Die aktive Version verbleibt solange gesichert, wie sie auf dem Clientrechner existiert. Die inaktiven Versionen werden nach 30 Tagen ab Sicherungsdatum gelöscht. Wird die Datei auf dem Clientrechner gelöscht, so verbleibt eine inaktive Version ein halbes Jahr (185 Tage) ab Sicherungsdatum am Server und wird anschließend gelöscht.
Clienttyp | Klasse | VDE | VDD | REV | ROV | Serialization |
Workstation | DATA001 | 1 | 1 | 0 | 31 | SHRSTATIC |
Server | DATA003 | 3 | 1 | 30 | 185 | SHRSTATIC |
Alle Änderungen, die den TSM Knoten betreffen, sind an die TSM Administration zu melden. Änderungsmitteilungen erfolgen per Formular (gleich mit dem Antragsformular -> Änderung)
Bei Änderung folgender Daten ist rechtzeitig die Backupadministration zu verständigen:
Knotennamen (Nodenamen) werden standardmäßig aus dem IP-Namen gebildet:
IP-Name: | Hostname.Subdomain.meduniwien.ac.at |
Node-Name : | Subdomain.Hostname |
z.B. für den IP-Namen alpha.klinik.meduniwien.ac.at lautet der Nodename klinik.alpha
Sollten für einen IP-Namen mehrere Nodenamen benötigt werden, so entscheidet der Administrator.
Jeder registrierte Knoten wird einer Serverinstanz zugeordnet. Da manche TSM Serverinstanzen auf demselben physischen Server liegen, wird der Zugriff durch Serveradresse und Port bestimmt. Die dem Knoten zugeordnete Kombination aus Adresse und Port wird in der Registrierungsmail mitgeteilt. Sollten sie keine speziellen Angaben finden, so gelten in der Regel die Werte für Desktop-Rechner.
Gerätetyp | TCPSERVERAddress | TCPPort |
Desktop-Rechner | backup.meduniwien.ac.at
| 1500 |
Laptops | ||
Verwaltungsrechner | ||
Verwaltungsserver | tsm2.meduniwien.ac.at | 1600 |
Klinik/Institutsserver | tsm3.meduniwien.ac.at | 1700 |
Zwei physische Server (IBM p-Series unter AIX) beherbergen 5 TSM Serverinstanzen mit geteilten Aufgaben- bzw. Clientgruppen.
Physischer Server | TSM Instanzen | Aufgabe |
IBM 9113-550 Zilli | TSM0, TSM1 | Bandverwaltung, Client Access Desktopclients |
IBM 9111-520 Zoe | TSM2,TSM3,TSM4 | Client Access Interne und Klink-/Institutsserver |
Aktuell ist der Server auf Softwarelevel 5.5.4
Ein Umstieg auf die neue Version 6.2 ist nicht vor dem zweiten Quartal 2011 vorgesehen.
Das TSM Service an der MUW ist auf zwei physischen Servern der Firma IBM unter dem Betriebssystem AIX implementiert. Der eine Server ist eine IBM 9113-550 mit 2 Prozessoren und 16 Gigabyte Hauptspeicher, der zweite eine IBM 9111-520 mit 4 Prozessoren und 32 Gigabyte Hauptspeicher. Beide Server sind mit Gigabit Ethernet Adaptern an das Datennetz der MUW angebunden.
Die Sicherungsdaten werden auf Festplattenbereichen im Speichernetzwerk der MUW zwischengespeichert. Die Plattenbereiche in der Größenordnung von etwa 5 Terrabyte für alle Serverinstanzen liegen auf Storage Arrays der Firma HDS, die mit einer Bandbreite von 4 Gbit/s im SAN (Storage Area Network) der MUW eingebunden sind.
Bei der Migration der Sicherungsdaten auf Bandspeicher werden die Daten auf zwei Bandrobotern des Typs IBM 3494 abgelegt. Der eine Roboter befindet sich im Serverraum der MUW im AKH-Kerngebäude. Er verfügt über 16 Bandlaufwerke des Typs IBM TS1120 (3592-E05) sowie 3250 Plätze für Bandkassetten mit einer unkomprimierten Kapazität von 500 Gigabyte je Kassette. Dies stellt ein theoretisches Fassungsvermögen von 1,625 Petabyte (unkomprimiert) dar. Der zweite Bandroboter im Bauteil 88 hat mit 4 Bandlaufwerken und 600 Kassettenplätzen des gleichen Typs eine umkomprimierte Kapazität von etwa 300 Terabyte. Dieses Bandsubsystem verwaltet Kopien aller unternehmenskritischen Sicherungsdaten für eine Wiederherstellung im Katastrophenfall.