Pilotprojekt „Zusammenarbeits- und Konfliktkultur an der MedUni Wien“
Umsetzung des Projekts
Pilotphase 2012
Konstruktive Konfliktbearbeitung und der potenzielle Nutzen von Konflikten
Tätigkeit der Internen KonfliktberaterInnen
Die Haltung der Internen KonfliktberaterInnen
Inanspruchnahme der Internen Konfliktberatung
Servicestelle Pilotprojekt Zusammenarbeits- und Konfliktkultur
Aktuelles zum Pilotprojekt Zusammenarbeits- und Konfliktkultur
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Die Vizerektorin für Lehre, Gender & Diversity, Professorin Karin Gutiérrez-Lobos, hat das Pilotprojekt „Zusammenarbeits- und Konfliktkultur an der MedUni Wien“ initiiert.
„Das Projekt leistet einen Beitrag zu einem offenen und wertschätzenden Miteinander“
Vizerektorin Karin Gutiérrez-Lobos
Ziele des Projekts
• die Verbesserung der Zusammenarbeits- und Konfliktkultur an der MedUni Wien,
• das frühzeitige Erkennen und niederschwellige Bearbeiten von Spannungen und Konflikten,
• die Förderung einer offenen und wertschätzenden Gesprächskultur.
Zur Umsetzung der Ziele wurden MitarbeiterInnen der Pilot-OE´s als sogenannte „Interne KonfliktberaterInnen“ (IKB) in Methoden der Konfliktbearbeitung ausgebildet, um bei auftretenden Spannungen oder sich anbahnenden Konflikten als niederschwellige AnsprechpartnerInnen für MitarbeiterInnen der MedUni Wien zur Verfügung zu stehen.
Weiters wurde ein Projektteam und eine Steuergruppe an der MedUni Wien eingesetzt. Das Projektteam arbeitet an der inhaltlichen, operativen und prozessualen Planung, Koordination und Durchführung des Projekts. Die Steuergruppe unterstützt das Projektteam durch ihre differenzierte Sichtweise auf die Arbeitsschritte und Maßnahmen im Projekt sowie durch Rückmeldungen zum Gesamtprozess.
Darüber hinaus wurde mit Trialogis ein externes Beratungsunternehmen zur Prozessbegleitung sowie zur Ausbildung der Internen KonfliktberaterInnen beigezogen. Die BeraterInnen von Trialogis sind als MediatorInnen und UnternehmensberaterInnen darauf spezialisiert, Organisationen dabei zu unterstützen, ihre Kommunikations- und Konfliktlösungskompetenz zu verbessern.
Im Jahr 2012 erfolgt die Umsetzung des Projekts im Rahmen einer Pilotphase. Auf Grundlage der Evaluation wird Anfang 2013 über die Ausweitung auf die gesamte MedUni Wien entschieden.
Folgende Organisationseinheiten nehmen in der Pilotphase am Projekt teil:
• Bernhard-Gottlieb Universitätszahnklinik
• Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie
• Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
• Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation
• Universitätsklinik für Radiodiagnostik
• Zentrum für Physiologie und Pharmakologie
• Zentrum für Public Health
Quelle: Proksch, Stephan (2010). Konfliktmanagement im Unternehmen. Springer Verlag: Heidelberg.
Was ist ein Konflikt?
Unter dem Begriff „Konflikt“ verstehen wir ein zwischenmenschliches Phänomen, das sich durch die Verbindung eines Sachproblems und eines Beziehungsproblems charakterisieren lässt.
Ein Konflikt ist also ein soziales Phänomen, das entsteht, wenn Menschen interagieren und gemeinsame Ziele verfolgen. Häufig ist der Ausgangspunkt der Entstehung eines Konflikts eine angespannte Situation, in der zwei (Gruppen von) Personen z.B. unterschiedliche Interessenslagen haben und sich bei der Verfolgung ihrer Ziele gegenseitig behindern oder sogar blockieren. Es besteht also ein Sachproblem. Wenn zu einem solchen Sachproblem ein weiteres Problem emotionaler Natur hinzukommt, ein sogenanntes Beziehungsproblem, dann sprechen wir von einem Konflikt.
Wie können Konflikte konstruktiv bearbeitet werden?
Dass Konflikte eher der Normalfall menschlichen Zusammenlebens und nicht die Ausnahme sind, weist schon darauf hin, dass es nicht ziel führend ist, wahrgenommene Konflikte zu unterdrücken oder zu vertuschen. Konflikte erzeugen ganz unabhängig vom Umgang damit Kosten, insbesondere in Form von Zeit und Geld. Ohne diese Ressourcen ist es schlicht nicht möglich, unterschiedliche Interessen auf einen Nenner zu bringen. Das eher negative Bild, das Menschen häufig mit Konflikten assoziieren, basiert stark auf der Beobachtung unbearbeiteter und nicht gelöster Konflikte und deren vielfältigen (Folge-)Kosten.
Doch wenn ein Konflikt auf Grundlage der bestehenden Positionen und Interessen, konstruktiv bearbeitet wird, dann wird – natürlich unter Einsatz der unvermeidlichen Kosten, Zeit und Geld - ein erheblicher Mehrwert entstehen. Dann werden Konflikte nutzbar und bieten eine Chance zur Weiterentwicklung und zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit von sozialen Beziehungen und Organisationen.
Worin liegt der Nutzen von Konflikten?
Eine konstruktive Konfliktbearbeitung vermeidet nicht nur die negativen Aspekte, sondern bietet eine Reihe von Chancen:
• Konflikte vertiefen Beziehungen und stärken den Gruppenzusammenhalt
• Konflikte machen Probleme sichtbar und erzeugen Handlungsbedarf
• Konflikte lösen Veränderungen aus und verhindern Stillstand
• Konflikte regen Neugier, Interesse, sowie Kreativität und Innovation an
Ende der Darstellung nach Proksch (2010)
Genau an diesem Punkt kommen die Internen KonfliktberaterInnen an der MedUni Wien ins Spiel.
Die IKB´s haben die für ihre Tätigkeit erforderlichen Kompetenzen gezielt im Rahmen der Ausbildung zur/m Internen KonfliktberaterIn erworben und entwickeln diese laufend weiter. Sie wurden mit Fokus auf Beratung und Konfliktmanagement dazu ausgebildet, Beratungs-prozesse mit Einzelpersonen durchzuführen sowie Prozesse in Kleingruppen zu moderieren.
Weiters wurden Schnittstellen zu Gremien und Stellen an der MedUni Wien definiert, um die Abgrenzung der Zuständigkeiten sicherzustellen und um gleichzeitig die fallgerechte Information über Gremien und Stellen an der MedUni Wien zu gewährleisten, falls die Bearbeitung eines Falles nicht in den Kompetenzbereich der IKB´s fallen sollte. So ist es z.B. bei hoch eskalierten Konflikten vorgesehen, dass sich die am Konflikt beteiligten Personen über die Personalentwicklung an externe MediatorInnen oder an den Betriebsrat oder an die Personalabteilung wenden.

Die Aufgaben der Internen KonfliktberaterInnen (IKB) sind in der Abbildung schematisch in Abgrenzung zum Betriebsrat sowie dem Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen dargestellt.
Die spezifischen Aufgaben sowie die Nicht-Aufgaben der Internen KonfliktberaterInnen sind detailliert im IKB-Rollenbild festgehalten.
Die Haltung der IKB´s soll zur Förderung der Autonomie und Eigenverantwortung der am Konflikt beteiligten Personen beitragen. Daher gelten u.a. folgende Prinzipien für die Interne Konfliktberatung:
• Professionalität
• Unabhängigkeit
• Allparteilichkeit
• Vertraulichkeit
Diese sowie weitere Richtlinien und Rahmenbedingungen der Internen Konfliktberatung sind als freiwillig akzeptierte Grundhaltung der Tätigkeit als Interne/r KonfliktberaterIn in den IKB-Ethikrichtlinien detailliert ausgearbeitet.
Welche Schritte sind für Sie als MitarbeiterIn vorgesehen, um Interne KonfliktberaterInnen in Anspruch zu nehmen?
Unter dem folgenden, nur für MitarbeiterInnen der MedUni Wien zugänglichen, Link IKB-Profile stellen sich die Internen KonfliktberaterInnen vor (folgen Sie dem Link und loggen sich mit Ihrem MedUni Wien Benutzernamen und Passwort ein, um zu den IKB-Profilen zu gelangen).
Wenden Sie sich mit Ihrem Anliegen einfach an die oder den Intere/n KonfliktberaterIn Ihrer Wahl! Im Sinne der Unabhängigkeit der IKB´s ist es in der Regel vorgesehen, dass Sie sich nicht an eine/n IKB der OE, an der Sie tätig sind, wenden.
Was tun die IKB`s im Rahmen der Internen Konfliktberatung?
Die Internen KonfliktberaterInnen haben sich in den Ethikrichtlinen freiwillig u.a. zur Vertraulichkeit und Allparteilichkeit verpflichtet und werden Sie, nachdem Sie Ihr Anliegen vorgebracht haben, im Einzelfall bei der Suche nach entlastenden Handlungsmöglichkeiten sowie beim Ergreifen geeigneter Maßnahmen unterstützen.
Im IKB-Dokumentationsblatt, das dem laufenden Monitoring dient und bei der abschließenden Evaluation des Pilotprojekts einfließt, halten die IKB`s zum Abschluss eines Falles einige Daten zum Ablauf der Internen Konfliktberatung anonymisiert fest.
Im IKB-Feedbackbogen können Sie zum Abschluss Ihre Einschätzung bezüglich der Abläufe bei der Internen Konfliktberatung zum Ausdruck bringen und so einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung des Projekts leisten.
Für Auskünfte zum „Pilotprojekt Zusammenarbeits- und Konfliktkultur an der MedUni Wien“ steht Ihnen Herr MMag. Sebastian Baier, Stabstelle Personalentwicklung, gerne zur Verfügung.
MMag. Sebastian Baier
sebastian.baier@meduniwien.ac.at
Tel.: 40160 10186
Als offizieller Start der Pilotphase im Februar 2012 hat die Vizerektorin für Lehre, Gender & Diversity, Professorin Karin Gutiérrez-Lobos, den Internen KonfliktberaterInnen ein Zertifikat über die Absolvierung der IKB-Ausbildung im Rahmen der Infoveranstaltung zum Pilotprojekt Zusammenarbeits- und Konfliktkultur verliehen.
Zur Evaluation der Pilotphase wurde an den Pilot-OE´s eine Umfrage zum Pilotprojekt Konfliktkultur durchgeführt. Die Stabstelle Personalentwicklung dankt Ihnen herzlich für Ihre Mitwirkung!
» Infoblatt Pilotprojekt Konfliktkultur
Folgende Dokumente können Sie nach dem MedUni Wien-Login abrufen:
» IKB-Profile
» IKB-Rollenbild
» IKB-Ethikrichtlinen
» IKB-Dokumentationsblatt
» IKB-Feedbackbogen