PE-Tagung 2012
"Social Skills - Erfolgsfaktor in ExpertInnenorganisationen"
"Die sogenannten 'soft skills' sind im medizinischen Bereich eigentlich 'hard skills'", so leitet Vizerektorin Prof.in Karin Gutiérrez-Lobos die am 26.01.2012 von der Stabstelle Personalentwicklung organisierte Tagung zum Thema „Social Skills – Erfolgsfaktor in ExpertInnenorganisationen“ ein.
Bei Veränderungsprozessen sind Führungskräfte herausgefordert, Widerstände zu erkennen, ernst zu nehmen und MitarbeiterInnen für eine gemeinsame Vision zu gewinnen. "Widerstände zeigen lediglich, dass MitarbeiterInnen den Veränderungsprozess ernst nehmen", wie Dr. Jörg Habenicht, osb Wien Consulting, betont, "und dazu ist es hilfreich, die eigenen Widerstände zu reflektieren und auch für die MitarbeiterInnen offen zu kommunizieren". Der bewusste Umgang mit alltäglichen Konflikten kann einen wesentlichen Beitrag zu flüssigeren Veränderungsprozessen leisten. Dazu muss zunächst eine vorherrschende Vermeidungsstrategie überwunden werden, wie Margrit Kilchenmann vom Universitätsspital Bern in ihrem Vortrag zur Entwicklung einer Konfliktkultur feststellt. "In Distanz zur eigenen Sichtweise treten zu können und Klarheit über das eigene Selbstbild zu haben", ist eine wesentliche Voraussetzung dafür sowie für die Haltung "Vielfalt als Bereicherung" innerhalb einer Organisation leben zu können“, betont Mag.a Daniela Castner, Dynamic Consulting, in ihrem Beitrag zu Diversity Management.
Dass in ExpertInnenorganisationen auch Emotionen eine wesentliche Rolle spielen, obwohl diese häufig tabuisiert werden, stellt Dr. Christian Fazekas, Universitätsklinik für Medizinische Psychologie und Psychotherapie an der MedUni Graz, in den Vordergrund: "Unser Gefühlszustand bestimmt unser Denken und daher sollte der Umgang mit Emotionen professionalisiert werden. Erfolg hat schließlich, wer Gefühle zeigt."
Oft wird speziell von Frauen in Führungspositionen erwartet, soft skills in eine Organisation einzubringen, doch es geht weniger um die Frage "Führen Frauen anders als Männer?", sondern "Welche Führungselemente herrschen in einer erfolgreichen Organisation vor?", so Carmen Leicht-Scholten, Professorin für Gender und Diversity in den Ingenieurwissenschaften an der RWTH Aachen. Um zukunftsfähig zu werden oder zu bleiben, ist ein Wandel in den Einstellungen der Führungsebene erforderlich, denn Menschen entwickeln aufgrund ihrer Diversität und nicht aufgrund ihres Geschlechts unterschiedliche Führungsstile.
Zusammenfassend, so das Ergebnis der PE-Tagung 2012 "Social Skills - Erfolgsfaktor in ExpertInnenorganisationen" an der MedUni Wien, ist ein authentisches Führungsverhalten, das Emotionen, Konflikte und Diversität/ Individualität zulässt, gefordert. "ExpertInnenorganisationen basieren auf Beziehungsfähigkeit, und diese ist notwendig, um produktiv zu sein", so Karin Gutiérrez-Lobos, Vizerektorin für Lehre, Gender und Diversity an der Medizinischen Universität Wien.
Lesen Sie mehr über diese spannende Tagung:
Mallich, K. & Gutiérrez-Lobos (2012). Social Skills - Erfolgsfaktor in ExpertInnenorganisationen. Wien: facultas.
erhältlich bei facultas