
Die Jury hat die Auszeichnung „Teacher of the Month“ der Medizinischen Universität Wien für den Monat April 2010 an Herrn ao. Univ.-Prof. Dr. Egon Ogris (Abteilung für Molekulare Genetik / Department für Medizinische Biochemie) verliehen.
Egon Ogris wurde 1962 in Wien geboren, besuchte das das Gymnasium der Jesuiten Aloisianum in Linz, hat an der Universität Wien studiert, und wurde 1987 zum Dr. med. univ. promoviert. Sein Studium hat er mit exzellenten Prüfungsleistungen absolviert und war gleichzeitig als Demonstrator am Institut für Anatomie und bei Übungen aus Chemie und Biochemie tätig. Seine wissenschaftliche Tätigkeit begann Egon Ogris bei Prof. Erhard Wintersberger am Institut für Molekularbiologie in Wien mit Arbeiten über virale Onkoproteine. Er betrachtet seine persönliche wissenschaftliche Karriere als "katalysiert" durch exzellente Lehrer in der Mittelschule, insbes. in Chemie, und durch die "ansteckende Leidenschaft" für Biochemie und Molekularbiologie von Prof. Wintersberger.
Mit einem Erwin-Schrödinger-Stipendium des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung konnte Egon Ogris ab 1992 an der Abteilung für zelluläre und molekulare Biologie am Dana Faber Cancer Institute, Harvard Medical School, Boston, USA, an einem Projekt zur Regulation der Proteinphosphatase 2A (PP2A) arbeiten. Von 1995 an war Egon Ogris Assistent am Institut für Molekularbiologie in Wien, habilitierte sich 2000 für Biochemie, und ist seither an der Abteilung für Molekulare Genetik des Departments für Medizinische Biochemie tätig. Zentrale Forschungsaufgaben seiner Arbeitsgruppe sind die Biogenese, Funktion und Regulation der PP2A Enzymfamilie, die Identifikation von PP2A Substraten, tumorsuppressive Funktionen gewisser PP2A Holoenzyme, sowie Dephosphorylierung von Proteinen, die bei Alzheimerscher Erkrankung von Bedeutung sind. Publikationen in Topjournalen sowie die Auszeichnung mit dem Sanofi-Aventispreis 2004 für herausragende wissenschaftliche Leistungen an der MUW zeugen von der hohen Qualität der Forschungsarbeit seines Teams. Eine mehr anwendungsorientierte Forschungsrichtung befasst sich mit der Entwicklung monoklonaler Antikörper mit Spezifität für krankheitsrelevante menschliche Proteine, wobei er durch Lizenzeinnahmen die akademische Forschung seiner Arbeitsgruppe teilweise finanzieren kann.
Von Beginn seiner akademischen Karriere an hat sich Egon Ogris dem Unterricht gewidmet, er hat an der Ausarbeitung des neuen Curriculums wesentlichen Anteil genommen, unterrichtet in den Blöcken 1,3,5 und 7 und betreut Diplomarbeiten und Dissertationen. In seiner Lehrtätigkeit bemüht er sich, seine eigene Faszination für Entwicklungen in der molekularen Medizin und Biochemie weiterzugeben und nicht nur Grundlagenwissen zu vermitteln, sondern den Studierenden vor allem die Zusammenhänge molekularer Mechanismen bei der Krankheitsentstehung näher zu bringen, sie von deren Bedeutung für die praktische Medizin zu überzeugen und Neugier zu wecken. Der Erfolg dieses Unterrichts ist in der Evaluierung durch die Studierenden vielfach und eindrucksvoll mit zahlreichen Superlativen dokumentiert, von z. B. "sehr gute Erklärung", "enthusiastisch" oder "mitreißend" bis zu "einfach der Beste".
Die Jury freut sich, mit Herrn Ogris jemanden auszeichnen zu können, der die Einheit von Lehre und Forschung überzeugend repräsentiert und wünscht ihm für seine Lehr- und Forschungstätigkeit weiterhin großen Erfolg.