
Frau Prof. Dr. med. Helga Rehder ist emeritierte Direktorin des Instituts für Klinische Genetik der Philipps-Universität in Marburg/Lahn und seit 1997 - zunächst im Rahmen eines Sabbaticals - Gast- bzw. Honorarprofessorin für Humangenetik an der Medizinischen Universität Wien.
Frau Prof. Rehder wurde in Bremen geboren, besuchte die Schule in Wien, Ruhla (Thüringen), Bremen, Margate (England) und Bonn und studierte Medizin in Bonn und Hamburg. 1968 wurde sie "magna cum laude" an der Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn promoviert. Sie ist Fachärztin für Pathologie mit Zusatzbezeichnung Medizinische Genetik und Fachärztin für Humangenetik. Ihre Habilitation zum Thema "Fetalpathologie bei Pränataldiagnostik" erfolgte 1980 an der Medizinischen Universität Lübeck. Frau Prof. Rehder wurde 1984 zur außerplanmäßigen Professorin ernannt und hat - nach Ablehnung von Rufen and die Universitäten Odense(Dänemark) und Köln - 1990 den Ruf auf die ordentliche Professur für Klinische Genetik an der Philipps-Universität Marburg angenommen. Schwerpunkte ihrer wissenschaftlichen Arbeit sind Reproduktionsgenetik, Entwicklungspathologie und Fetale Syndromologie. Forschungs- und Lehraufenthalte führten sie nach Italien, Dänemark, China und in die USA.
Frau Prof. Rehder war über Jahre Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der deutschen Bundesärztekammer für das Fach Humangenetik und der Kommissionen für Leitlinien zur Embryonenforschung, zur Wahrung ethischer Grundsätze in der Reproduktionsmedizin, zur Verwendung fetaler Zellen und fetaler Gewebe in der Forschung, zum Fetocid und zur Pränataldiagnostik. Sie war ferner Mitglied der Weiterbildungs- und Prüfungskommission für den Facharzt für Humangenetik der Landesärztekammer Hessen, stellvertretende Vorsitzende der Gesellschaft für Humangenetik, Mitglied der Auswahlkommission für die Förderung von Nachwuchswissenschaftlern und - nach einem Aufenthalt am Joseph und Rose Kennedy Institute of Ethics in Washington - der Ethik-Kommisssion der Philipps-Universität Marburg, sowie Mitglied des Kuratoriums und Vorsitzende der Gutachterkommission für den Ingrid-zu-Solms-Preis.
Frau Prof. Rehder wurde mit dem Hans-Nachtsheim-Preis der Gesellschaft für Humangenetik, mit dem Frauenförderpreis der Philipps-Universität Marburg, mit der Jacob-Henle Medaille der Universität Göttingen und mit der Goldmedaille der Dres. Haackert-Stiftung ausgezeichnet. Ihr Publikationsverzeichnis umfasst 140 Arbeiten.
Neben ihren Aufgaben in der Lehre als Gastprofessorin ist Frau Prof. Rehder seit 1997 in der genetischen Beratung für das Department für Medizinische Genetik der Medizinischen Universität Wien tätig.
Seit der Neugestaltung des Medizinischen Curriculums unterrichtet Frau Prof. Rehder in den Blöcken 3, 5, 8, 11, 15 und 16. Ihre Vorlesungen über humangenetische Themen werden von den Studierenden mit großem Interesse aufgenommen und hervorragend beurteilt. Ihre langjährige Erfahrung als humangenetisch tätige Ärztin und fetalpathologisch-genetische Wissenschafterin ermöglichen ihr den Einsatz eines äußerst umfangreichen Bildmaterials genetischer Syndrome und erlauben ihr einen unvergleichlich lebendigen und authentischen Unterricht, der den Studierenden die medizinische Genetik in ihrer dualen Natur, die Grundlagenforschung und ärztliche Praxis umfasst, auf das anschaulichste nahebringt.