
Die Jury hat die Auszeichnung „Teacher of the Month“ der Medizinischen Universität Wien für den Monat Dezember 2009 an Herrn Univ.-Prof. Dr. Stefan Böhm (Institut für Pharmakologie) in Anerkennung seiner Leistungen für das PhD-Studium verliehen.
Stefan Böhm wurde 1963 in Wien geboren, hat hier die Schule besucht, an der Universität Wien studiert, und wurde 1987 zum Dr. med. univ. promoviert. Bereits während des Studiums war er als Demonstrator am Institut für Histologie und Embryologie mit Methoden der Zellkultur befasst. Nach seinem Militärdienst und einer kurzen klinischen Ausbildung im Heeresspital wurde er 1989 Universitätsassistent am Institut für Neuropharmakologie der Universität Wien. Im Rahmen von Fellowships an der Columbia University, New York, und der Universität Salzburg befasste sich Stefan Böhm mit Primärkulturen von Neuronen als Modell für zellbiologische und pharmakologische Untersuchungen. So konnte er in der Folge ganz wesentliche Arbeiten zu präsynaptischen Mechanismen veröffentlichen. 1995 wurde ihm nach einer weiteren klinischen Ausbildung an der Inneren Medizin IV des AKH (Gastroenterologie) die venia docendi für Pharmakologie und Toxikologie verliehen. Es folgte ein zweijähriger Forschungsaufenthalt an der Abteilung für Neurochemie am Max Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt / Main, wo sich Stefan Böhm mit der Molekularbiologie und Funktion präsynaptischer Proteine befasste. Nach weiteren zwei Jahren am Institut für Neuropharmakologie in Wien übernahm Stefan Böhm die Leitung der Arbeitsgruppe für Neurochemie am Institut für Pharmakologie in Wien. Im September 2006 wurde er als Professor für Neuropharmakologie an die Medizinischen Universität Graz berufen. Seit August 2007 ist Stefan Böhm Professor für Neuropharmakologie an der Medizinischen Universität Wien (Forschungsgebiet: Signal-Transduktion an präsynaptischen Rezeptoren und an purinergen P2 Rezeptoren).
Stefan Böhm war seit seinem Studium ein engagierter akademischer Lehrer und hat im alten und neuen Curriculum des Medizinstudiums einige tausend Stunden an Vorlesungen und Seminaren aus verschiedenen Gebieten der Pharmakologie abgehalten. Bereits seit 1998 hat er sich im Rahmen der Dissertationsprogramme "Cellular Signalling" und "Molecular Signal Transduction" und mit Unterstützung durch eigene Forschungsprojekte der Ausbildung junger Wissenschaftler gewidmet. Besonders erfolgreich waren die Bemühungen von Stefan Böhm um die Etablierung des Doktoratskollegs "Cell communication in health and disease" (http://www.phd-cchd.at/). Dieses Doktoratskolleg ermöglicht im Rahmen eines projektbezogenen PhD-Studiums die Ausbildung hoch qualifizierter junger Wissenschaftler aus dem nationalen und internationalen Raum und soll damit gezielt der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses dienen. Mit Stefan Böhm als dem Leiter dieses Doktoratskollegs hat der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung seit 2006 22 ausgewählte PhD-Projekte aus den Bereichen Neurobiologie, Gefäßbiologie, Immunologie und Entzündung mit 3.4 Mio Euro unterstützt. Die Jury gratuliert ganz besonders zu diesen Leistungen für die wissenschaftliche Ausbildung der Studierenden an der Medizinischen Universität Wien.