
Die Jury „Teacher of the Month“ verleiht die Auszeichnung in diesem Monat an Herrn Univ.-Prof. Dr. Oliver Findl, Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie, für seine außerordentlichen Leistungen bei der Entwicklung von multimedial unterstützten Lernhilfen für Studierende.
Lernprogramme von Prof. Findl
Prof. Findl hat bereits kurz nach dem Beginn seiner Facharztausbildung mit der Entwicklung von computer-basierten Lernhilfen begonnen. Zusammen mit DI Dr. Manfred Gengler vom Institut für Medizinische Computerwissenschaften entwickelte er die „Wiener Augenfälle“, die ein interaktives Erarbeiten und Lösen von Fallbeispielen im Internet ermöglicht. Diese Website wurde nicht nur in Wien, sondern auch nach ihrer Übersetzung ins Englische zu einer der meistverwendeten Lernsites im Bereich der Augenheilkunde und erhielt unter anderem einen Preis für Innovationen in der Lehre von der Universität Wien.
Zur besseren Darstellung der komplexen topografischen Zusammenhänge bei Augenoperationen entwickelte Prof. Findl in Kooperation mit der Multimediaklasse der Graphischen Lehranstalt in Wien eine 3D-animierte DVD genannt „Ophthalmic Operation Vienna“. Bei diesem Lernbehelf werden die fünf häufigsten Augenoperationen in Form von Videos mit parallel ablaufenden 3D Animationen aller Operationsschritte demonstriert. Eine größere Untersuchung an Studierenden der MUW zeigte, dass dieser Lernbehelf zu einem signifikant besseren Verstehen der Inhalte führt als die bloße Darstellung mittels Operationsvideos. Das Projekt gewann 2002 den Österreichischen Staatspreis für Multimedia in der Kategorie e-learning und den renommierten Video Award der European Society of Cataract and Refractive Surgery.
Als Ergänzung zum Augenpraktikum entwickelte Prof. Findl ein Lernprogramm namens „EyeExam“ über Untersuchungsmethoden in der Augenheilkunde. Mittels Animationen, Videosequenzen und interaktiven Elementen können Studierende online Untersuchungen durchführen, womit der Untersuchungsvorgang spielerisch erlernt wird. „EyeExam“ erhielt eine Juryauszeichnung beim Österreichischen Staatspreis für Multimedia und e-business 2004.
Lehrtätigkeit von Prof. Findl im Rahmen medizinischer Curricula
Bereits kurz nach Beginn seiner Tätigkeit an der Universität hat sich Prof. Findl in der Lehre engagiert. Er betreute Studenten des vorklinischen Abschnitts im Rahmen von Praktika ebenso wie bis heute Studierende im klinischen Studienabschnitt des noch laufenden „alten curriculum“ in den Praktika der Augenheilkunde.
Studierende des MCW hat er in einem Wahlpflichtfach des Blocks 17 (Methoden der Medizinischen Wissenschaften) sowie in seiner Vorlesung zur Pathogenese der Myopie unterrichtet.
Bei allen Lehrveranstaltungen war das Feedback der Studierenden außerordentlich positiv.
Klinische und wissenschaftliche Tätigkeit von Prof. Findl
Prof. Findl ist als Augenarzt und Forscher an der Augenklinik sehr erfolgreich tätig: Er leitet die allgemeine Ambulanz für innere Augenerkrankungen und hat sich auf den Bereich der Chirurgie des vorderen Augenabschnitts spezialisiert. Neben seiner klinischen Routinetätigkeit leitet Prof. Findl eine sehr aktive Forschungsgruppe. Er hat als Erst- oder Coautor 120 wissenschaftliche Arbeiten in internationalen peer-reviewed Journalen verfasst und ist eingeladener Referent bei zahlreichen internationalen und nationalen Kongressen.
Seine Leistungen brachten ihm im laufenden Jahr den 1. Platz im Besetzungsvorschlag für die vakante Professorenstelle an der Grazer Universitätsaugenklinik.
Persönliches
Prof. Findl, Jahrgang 1967, promovierte im Jahr 1993 an der Wiener Medizinischen Fakultät. Nach einem einjährigen Research Fellowship an der Harvard Medical School in Boston trat er als Assistenzarzt in die Wiener Universtätsaugenklinik ein. 1999 schloss er an dieser Klinik seine Ausbildung zum Facharzt für Augenheilkunde und Optometrie ab und habilitierte sich ein Jahr später für dasselbe Fach.
Lehre in vielfältigen Facetten und Hobby fließen bei Prof. Findl ineinander. Setzte er sich noch als Student als Skitrainer des Vienna International School Ski-Racing Teams für den Nachwuchs im Ski-Sport ein, ist es später die „Kinderuni“, bei der er sich bereits im ersten Jahr ihres Bestehens den wissbegierigen Fragen einer ganz ungewohnten Hörer/innenschaft stellt. Es erscheint beinahe selbstverständlich, dass er den postgraduellen Universitätslehrgang „Kunst der Lehre“ an der Universität Wien absolvierte. In das Bild fügt sich ein, dass er sich auch für „university meets public“ engagiert hat, um an einer offenen Universität mitzuwirken, die dem Wissenstransfer und dem Dialog mit einer breiteren Öffentlichkeit besonderes Augenmerk schenkt.