
Die Jury für die Auszeichnung als „Teacher of the Month“ der MUW hat den Titel für diesen Monat an Herrn Univ. Prof. DI Johannes Nimpf (Department für Medizinische Biochemie / Abteilung für Molekulare Genetik) verliehen.
Lehrtätigkeit
Die außerordentlich erfolgreiche Lehrtätigkeit von Herrn Professor Johannes Nimpf ist durch die beispielhafte Umsetzung wichtiger Prinzipien des Medizinischen Curriculums Wien (MCW) gekennzeichnet. Prof. Nimpf war maßgeblich an der Planung des Blocks „Genetik, molekulare und zelluläre Kommunikation“ (Block 5) beteiligt. Dieser Block spiegelt wie kaum ein anderer den rasanten Fortschritt der naturwissenschaftlich begründeten Medizin wider. Dabei war die zentrale Aufgabe, aus der Vielfalt neuer Erkenntnisse jene exemplarischen Inhalte auszuwählen, die für Studierende des ersten Studienabschnitts einerseits geeignet und andererseits für ihre künftige Tätigkeit als Arzt/Ärztin wichtig sind. Die konsequent integrative Gestaltung des Blocks hat zur Realisierung eines im Qualifikationsprofils wesentlichen allgemeinen Ausbildungsziels geführt: Die speziell für die medizinische Forschung wichtigen ethischen Aspekte von Genetik und Gentechnik werden „gleichberechtigt“ mit den naturwissenschaftlichen Wissensinhalten behandelt. Herr Prof. Nimpf ist Koordinator und Vortragender des Blocks 5, in dem die Integration der Inhalte besonders gut gelungen erscheint. Die von ihm in anschaulicher Weise vorgetragene Materie wird von den Studierenden mit großer Begeisterung aufgenommen. Das zeigt sich in der hervorragenden Evaluierung seiner Lehranteile – und zwar sowohl der Vorlesung wie des für das MCW besonders wichtigen Kleingruppenunterrichts.
Prof. Nimpf bietet auch eine Wahlfachveranstaltung zum Thema „Genomische Medizin“ an, die - auch an der Zahl der Teilnehmer/innen gemessen - bei den Studierenden auf größtes Interesse stößt. Entsprechend seinem Engagement für die Thematik des Blocks 5 wirkt er an weiteren Blöcken und neu etablierten Lehrveranstaltungen des MCW mit. In der Studieneingangsphase (Block 1) betreut er Studierende in der Lehrveranstaltung „Selbstorganisiertes Lernen“ , welche als Starthilfe den Erstsemestrigen den Einstieg in das Studium und die erfolgreiche Bewältigung der Anforderungen erleichtern soll. Ebenso ist er an der Lehre von Block 3 („Vom Molekül zur Zelle“) sowie an der Lehrveranstaltung „Problem- orientiertes Lernen (POL)“ beteiligt. Auch diese Lehrveranstaltungen werden von den Studierenden sehr geschätzt und ausgezeichnet beurteilt.
Besonders profiliert hat sich Prof. Nimpf auch in der speziellen wissenschaftlichen Ausbildung, für die das MCW ein eigenes „Curriculum im Curriculum“ vorsieht. In Block 7 leitet er eine Studierendengruppe im ersten Wissenschaftsmodul (Durchführung von Literaturrecherchen, kritische Sichtung von Fachliteratur für die Planung wissenschaftlicher Studien am Beispiel des Themenkreises „Lipoproteine und Atherosklerose“). Weiters betreut er Diplomand/inn/en der ersten Kohorte des MCW, die jetzt am Beginn ihres 3. Studienabschnitts vor ihrer Diplomarbeit stehen. Prof . Nimpf ist auch an der Lehre im Doktoratsstudium der Medizinischen Wissenschaften (Dr. scient. med.) beteiligt und als Mitglied der Studienkommission für die Doktoratsstudien in die Planung des im kommenden Jahr beginnenden PhD-Studiums eingebunden. Für dieses Studium hat er außerdem die Erstellung eines anspruchsvollen Dissertationsprogramms aus dem Gebiet der Zellbiologie koordiniert.
Prof. Nimpf gelingt es durch sein Engagement und seinen Enthusiasmus, Studierende für die von ihm vertretenen Themen der Lehre und der Forschung zu motivieren und zu begeistern. Es nimmt daher nicht wunder, dass er bereits vor Einführung des MCW in vielen Lehrveranstaltungen für Mediziner/innen und für Studierende anderer Studienrichtungen mit jeweils bester Bewertung tätig war. Insbesondere hat er in den letzten Jahren als Dissertationsbetreuer zwölf Studierende naturwissenschaftlicher Studienrichtungen zum Abschluss ihres Doktoratsstudiums geführt.
Als bestens ausgewiesener, hochaktiver Forscher und engagierter akademischer Lehrer repräsentiert Prof. Nimpf den Typus des Universitätslehrers, bei dem Lehre und Forschung tatsächlich so verbunden sind, wie es der viel zitierten „Einheit von Forschung und Lehre“ entspricht.
Wissenschaftliche Tätigkeit
Nach seiner Promotion 1984 an der Technischen Universität Graz hat Herr Prof. Nimpf den ersten Abschnitt des Medizinstudiums abgeschlossen. Später verbrachte er insgesamt 6 Jahre an der University of Alberta in Edmonton, Kanada. In dieser Zeit ist es ihm gemeinsam mit Prof. Schneider gelungen, die molekularen Mechanismen des Eizellwachstums bei Hühnern aufzuklären. 1991 habilitierte sich Prof. Nimpf für das Fach Biochemie. Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit liegt zur Zeit auf der Erforschung von Signalwegen, die während der embryonalen Hirnentwicklung die Wanderung und Positionierung von Neuronen steuern.
Prof. Nimpf ist – häufig federführend – an der Publikation von 88 wissenschaftlichen Arbeiten in peer-reviewed Journalen beteiligt.
Persönliches
Prof. Nimpf, geboren 1958, ist verheiratet und Vater von drei Söhnen, mit denen er seine karge Freizeit vor allem sportlich verbringt. So kann man ihm an den Wochenenden im Sommer auf dem Mountainbike im Wienerwald und im Winter auf Schitour in den österreichischen Alpen begegnen.