Im AKH wurden im Jahr 2008 erstmals mehr als 100.000 PatientInnen stationär aufgenommen. Diese für die ostösterreichische Bevölkerung erfreuliche Situation hat zwei Ursachen:
- die Möglichkeit der Einführung von Tageskliniken und
- die enorme Leistungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
So ist diese Steigerung zustande gekommen, ohne dass dabei die Zahl der Ärztinnen und Ärzte gestiegen ist. Alle Ärztinnen und Ärzte im AKH sind aber nicht am AKH, sondern bei der Medizinischen Universität angestellt und werden daher zur Gänze aus dem Universitätsbudget finanziert.
Obwohl sie aus diesem Grund PatientInnenbetreuung, Forschung und Lehre gemeinsam betreiben solle, geht ihnen durch die jährlich zunehmende Routinebelastung viel, wenn nicht alle Zeit auf Kosten von Forschung und Lehre verloren, wofür die Universitäten eigentlich vom Bund die Mittel erhalten. Vielmehr schießt die MUW eigene aus Forschungsförderung und Forschungsaufträgen eingeworbene Mittel (so genannten Drittmittel) noch zu, um die steigenden Aufgaben der PatientInnenbetreuung im AKH sicher zu stellen: von den derzeit 1578 am AKH tätigen und von der MUW finanzierten ÄrztInnen sind 121 (also bereits 7.7%!) drittfinanziert.
Mehrkosten für KVs-Erhöhung müssen vom Bund sofort getragen werden
Zur Sicherstellung einer hochwertigen Forschung und vor allem der Ausbildung für die weltweit meisten Medizinstudierenden an einer Universität benötigt die MUW daher dringlich eine Abgeltung dieses Ungleichgewichts und sieht daher dem Universitätsbudget für die kommenden Jahre vor allem aus diesem Grund mit großer Sorge entgegen. Dies umso mehr als insbesondere die in Ausbildung befindlichen ÄrztInnen der MUW unterbezahlt sind, da die Mehrkosten, welche die Universitäten für einen Kollektivvertrag vom Bund benötigen, noch immer nicht sichergestellt sind. Bei gültigem Kollektivvertrag würde das Einkommen dieser Personen¬gruppe wenigstens um knapp 20% steigen.