Neue biologische Therapien gegen Erkrankungen der Netzhaut (Retina) können die Einschränkung bzw. den Verlust der Sehkraft verhindern. Im Rahmen eines Symposiums Ende September auf Einladung der Uni-Klinik für Augenheilkunde werden neueste Forschungsergebnisse zum Thema vorgestellt.
Während viele andere Augenerkrankungen wie z.B. der graue und der grüne Star mit Hilfe der modernen Medizin gut beherrschbar oder auch heilbar sind, führt eine Erkrankung der sensiblen neuronalen Netzhaut auch heute noch in vielen Fällen zu einem schweren und irreversiblen Verlust der Sehkraft. Die Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie der MedUni Wien spielt bei neu entwickelten Diagnose- und Behandlungsmethoden weltweit eine führende Rolle.
Entwicklung neuer wirksamer Therapien
Die biologische Wirkweise ist eine der neuartigen Behandlungsstrategien der Augenheilkunde und unterscheidet sich von den herkömmlichen Methoden der Chirurgie und des verödenden Lasers. Da meist Gefäßerkrankungen der Netzhaut vorliegen, bei denen die Augengefäße undicht werden und unkontrolliert zu wuchern beginnen, werden nun kleinste Mengen an Antikörpern in das erkrankte Auge injiziert. Diese blockieren direkt die gefäßschädigenden Auslöserstoffe. Sowohl bei Gefäßverschlüssen, als auch bei der diabetischen Netzhauterkrankung und der häufigen Makuladegeneration zeigen klinische Studien an der Augenklinik hervorragende Ergebnisse mit Verbesserung der Sehkraft für den Patienten. Das Zusammenspiel von Gefässerkrankungen und Schädigung der Netzhaut steht auch im Mittelpunkt eines international hochrangig besetzten Symposiums am 20. Oktober “Retinal vascular diseases”, das gemeinsame mit der Klinischen Abteilung für Hämatologie und Hämostaseologie durchgeführt wird.
Einführung von internationalen Standards
Durch ihre Pionierrolle in der Entwicklung von Diagnose- und Therapiemethoden und die besondere Dimension der Wiener Universitäts-Augenklinik als PatientInnenversorger hat die MedUni Wien eine Schlüsselrolle in der klinischen Versorgung von PatientInnen weit über die Landesgrenzen hinaus. So hat das Wiener Zentrum profunde klinische Erfahrungen und einen ausgedehnten Fundus an Daten gesammelt, die genaue Klassifizierungen und Bewertungen ophthalmologischer Therapiemethoden erlauben. Auf Initiative der Wiener Netzhautgruppe unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Ursula Schmidt-Erfurth wurden im Auftrag der European Society of Retinal Experts (EURETINA) international gültige Richtlinien für die Behandlung von Netzhauterkrankungen erarbeitet und veröffentlicht.
“Diese und weitere innovative Aktivitäten in der medizinischen Forschung und Technologie-Entwicklung machen die Augenklinik der MedUni Wien zu einem hochfrequentierten Zentrum für Expertentreffen, Symposien und Kongresse,” freut sich Ursula Schmidt-Erfurth. Die Attraktivität des Standorts Wien reicht inzwischen weit über den europäischen Kontinent hinaus und schließt besonders auch die akademischen Repräsentanten aus den USA mit Institutionen wie Harvard, Stanford usw. ein.
Termin:
Symposium “Retinal vascular diseases”
20. Oktober 2007
Akademie der Wissenschaften, Festsaal
Dr. Ignaz Seipel Platz 2, 1010 Wien
www.medacad.org/rvd2007