Fortschritt und Technologie im Dienste von Klinik und Forschung: Die Universitätsklinik für Strahlentherapie des Allgemeinen Krankenhauses der Stadt Wien und der Medizinischen Universität Wien weihte in der Vorwoche eine neue Generation von Bestrahlungs-Geräten ein.
Für Rektor Wolfgang Schütz, MedUni Wien, ist die Universitätsklinik für Strahlentherapie ein Paradebeispiel der interdisziplinären Zusammenarbeit im Bereich Forschung: "In den letzten Jahren konnten wesentliche Fortschritte bei der Strahlentherapie an der Uniklinik erreicht werden. Vor allem die immer engere Zusammenarbeit zwischen MedizinerInnen und MedizinphysikerInnen und deren wissenschaftliche Arbeit tragen zur Verbesserung der PatientInnenbehandlung und einem immer kürzeren Therapiezeitraum bei." Auch in der postgraduellen Ausbildung ist die Universitätsklinik für Strahlentherapie federführend: Der erste Absolvent des neuen PhD-Studiums (Doctor pf Philosophy) der MedUni Wien promovierte in der Strahlentherapie.
Die neuen Bestrahlungsgeräte stehen nicht nur für mehr Behandlungsangebote, sondern auch für einen Qualitätssprung in der Radio-Onkologie", so Klinikvorstand Prof. Dr. Richard Pötter. "Sie sind Teil eines ganzen Systems von wirkungsvolleren, zielgenaueren Verfahren der bildgestützten Radiotherapie (Image guided Radiotherapy IGRT) im Kampf gegen den Krebs. Die Geräte erhöhen die Heilungschancen bei gleich bleibender oder verbesserter Verträglichkeit für unsere PatientInnen", so Pötter. Gerade die neuen bildgebenden Verfahren haben in den vergangenen Jahren in der Strahlentherapie entscheidende Fortschritte gebracht.
Bestrahlungen von Tumorgewebe können jetzt um ein Vielfaches detaillierter geplant werden. Dem hat die Investitionspolitik der Klinik, maßgeblich unterstützt von Stadt Wien und MUW, Rechnung getragen und den Schwerpunkt Radio-Onkologie weiter ausgebaut:
Mit der Planungssoftware "Monaco" verfügt die Universitätsklinik für Strahlentherapie über das derzeit genaueste Bestrahlungs-Planungsprogramm, das ausgereifte Methoden der Wahrscheinlichkeits-Rechnung für die Krebs-PatientInnen nutzbar macht. Dazu kommt ein neues Therapie-Simulationsgerät, das geplante Bestrahlungen vor der eigentlichen Behandlung in einem dreidimensionalen Probelauf durchspielen kann. Am neuen Linearbeschleuniger "Linac A" bietet ein integrierter Computertomograph die Möglichkeit zur Darstellung und Kontrolle der Bewegungen von Tumoren und Normalgeweben in der Zeit ("4. Dimension"): minimale Bewegungen des Tumorgewebes zur Zeit der Bestrahlung können dargestellt und gegebenenfalls korrigiert werden.
Innerhalb der vergangenen 14 Jahre seit dem Umzug in das Neue AKH konnte die Ausstattung der Klinik dank der Unterstützung der Stadt Wien und des AKH, des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung und der Medizinischen Universität Wien von knapp 11 Millionen Euro auf einen Gesamtwert von rund 18 Millionen Euro gesteigert werden. Damit, so AKH-Direktor Univ. Prof. Dr. Reinhard
Krepler, "sichert sich die Universitätsklinik für Strahlentherapie ihren Spitzenplatz in der Radioonkologie auf nationalem und auf höchstem internationalem Niveau: in der Krankenversorgung zum Wohle unserer PatientInnen, in den Bereichen Forschung und Entwicklung, in der Lehre für Medizin- und Physikstudenten sowie Radiologie-Technologien und in der nationalen und internationalen postgraduellen Lehre".