Unter dem Motto "Aufbruch in eine bessere Zukunft in der Krebstherapie" findet von 10. bis 14. Oktober die gemeinsame Jahrestagung der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Onkologie und Hämatologie statt.
Rund 25 Mio. Menschen leben derzeit weltweit, die von Krebs betroffen waren oder es aktuell noch sind. Allein in den USA sind das elf Millionen Personen, ebenso viele sind es in der EU. Die Krankheit Krebs hat sich aufgrund neuester Entwicklungen in der Krebsforschung in vielen Fällen von einer akuten zu einer chronischen Krankheit entwickelt.
Neue Erkenntnisse werden dazu von Freitag, 10. Oktober 2008 - Dienstag, 14. Oktober 2008 in Wien im Austria Center Vienna anlässlich der gemeinsamen Jahrestagung der österreichischen, deutschen und schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie präsentiert. Erwartet werden 4.000 TeilnehmerInnen. "Der ganze Kongress steht unter dem Titel der 'targeted therapy' (zielgerichtete Therapie). Wir werden auch in Zukunft auf eine Chemotherapie nicht verzichten können. Aber wir können durch ihre Kombination mit Arzneimitteln der zielgerichteten Therapie die Ansprech- und Überlebensraten erhöhen", so Univ. Prof. Dr. Christoph Zielinski, Tagungspräsident.
Zielgerichtete Therapie ist der Einsatz von Arzneimitteln, mit denen spezifische Ziele auf und in den Tumorzellen angegriffen werden können. Dazu gehören monoklonale Antikörper genauso wie kleine Moleküle, die zum Beispiel die Neubildung von Blutgefäßen in Tumoren und somit ihr Wachstum verhindern.
"Mit dem monoklonalen Antikörper Cetuximab kann man beispielsweise die Überlebenszeit beim Lungenkarzinom signifikant erhöhen. Bei fortgeschrittenen Karzinomen des Gastrointestinaltraktes steigt damit die mittlere Überlebenszeit auf 25 Monate. Beim metastasierten Brustkarzinom lässt sich mit dem monoklonalen Antikörper Bevacizumab die Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung auf mehr als elf Monate ausdehnen. Wir haben und wir bekommen eine Vielzahl von neuen Therapien.", so Univ.Prof.Dr. Christoph Zielinski, Vorstand Innere Medizin I, Klinische Abteilung für Onkologie am Wiener AKH.
Immer mehr Chancen im Kampf gegen Krebs
Die Zahl der gut behandelbaren Krebserkrankungen wird mit diesen neuen Entwicklungen ständig besser: In der Behandlung von Lymphomen hat sich ziemlich fix die Verwendung eines Antikörpers etabliert, der die krank machenden B-Lymphozyten sprichwörtlich beseitigt. Das kann die Sterblichkeit im Vergleich zu herkömmlichen Therapien halbieren. Zielinski: "Viel tut sich auch beim Nierenzellkarzinom, bei den Hirn- und HNO-Tumoren. Aber wir haben auch Krebserkrankungen, bei denen wir im metastasierten Stadium nur wenig tun können, zum Beispiel beim fortgeschrittenen Gebärmutterhalskarzinom."
Im Rahmen des wissenschaftlichen Kongresses findet auch ein "Pflegekongress" statt sowie ein für die Öffentlichkeit bestimmter Aktionstag LEBEN MIT KREBS - DER KREBSTAG 2008 am Samstag, 11. Oktober 2008 im Festsaal des Wiener Rathauses.