|
DAS MEDIZINCURRICULUM WIEN – NEUE UNIVERSITÄT
MIT NEUEN AUSBILDUNGSBEDINGUNGEN NACH MODERNSTEN MEDIZINISCHEN STANDARDS
Bereits weit im Vorfeld zur Diskussion um
die Autonomie der Medizinischen Universitäten, und zwar ab
1998, erarbeitete die jetzige Medizinische Universität Wien
in einem intensiven Reformprozess ein völlig neues, modernsten
internationalen Standards entsprechendes Ausbildungskonzept, das
neue Qualitätsstandards in der Ausbildung junger Medizinerinnen
und Mediziner setzt: Das neue „Medizin Curriculum Wien“
(kurz MCW).
Das MCW bietet eine moderne, ganzheitliche Ausbildung für
höchstqualifizierte MedizinerInnen
Kern des neuen Medizin-Curriculums, das nach Vorbildern und Analysen
der modernsten internationalen Medizin-Studienpläne neu entwickelt
wurde, ist das Prinzip des integrierten und problemorientierten
Lernens. Sowohl das Diplomstudium der Human- als auch das der Zahnmedizin
wurde völlig neu strukturiert. Studierende bekommen bereits
ab dem dritten Semester medizinische Grundfertigkeiten vermittelt
und lernen Fächer wie Anatomie, Pharmakologie oder Pathologie
nicht mehr wie früher „in einem Stück“. Die
Vermittlung von medizinischen Kompetenzen wird im MCW nun vielmehr
´portionsweise´ auf themenbezogene Lernblöcke aufgeteilt.
Parallel dazu laufen durchgehend Lehrveranstaltungen zur Vermittlung
von medizinischen Fertigkeiten, die im klinischen 3. Studienabschnitt
vertieft werden.
International beispielgebende Lehrmethoden
Im Lernblock Herz, Blut und Kreislauf beispielsweise erwerben Studierende
„parallel“ detaillierte Kenntnisse über Aufbau,
Entwicklung, Funktion und die häufigsten und wichtigsten Erkrankungen
des Herz-Kreislaufsystems und des Blutes. Im Block Gehirn, Nerven
und Schmerz werden Studierenden neben den anatomischen Grundlagen
von Gehirn und Nervensystem parallel auch bildgebende Verfahren,
neurologische Untersuchungsmethoden oder neue Erkenntnisse der Schmerzforschung
vermittelt. Durch diese international anerkannte Methode des integrierten
Lernens ist es möglich, Kenntnisse zu vermitteln, die dem Studierenden
das Erlernen von Zusammenhängen in einer ganzheitlichen Perspektive
wesentlich erleichtert.
„Problemorientiertes“ Lernen
Zur Schulung der medizinischen Problemlösungskompetenz kommt
im MCW ein weiteres zukunftsweisendes Didaktikmodell zum Einsatz.
Im „problemorientierten Lernen“ (POL) haben Studierende
während des gesamten Studiums selbstständig und unter
Anleitung Strategien und Lösungswege für berufspraktische
Probleme zu erarbeiten. Die „POL-Fälle“ korrespondieren
dabei mit den parallel unterrichteten Wissensblöcken. Sie nehmen
aber auch auf aktuelle Entwicklungen – z.B. Diagnose und Therapiemöglichkeiten
von SARS – oder Probleme aus dem Medizinalltag – z.B.
Umgang mit Angstzuständen von Patienten - Bezug.
Schulung kommunikativer und sozialer Kompetenz
Ziel dieser Ausbildungsreform ist es, das medizinisch-wissenschaftliche
Qualitätsniveau der Absolventen deutlich anzuheben –
und zwar auf allen Ebenen. Das neue MCW legt daher auch besonderen
Wert auf die Schulung der kommunikativen und sozialen Kompetenz
der Studierenden im Umgang mit Patienten, ebenso wie auf das Erarbeiten
einer reflektierten ethischen Grundhaltung („Attitude“).
Studierende des Medizincurriculum Wien schließen das zwölfsemestrige
Diplomstudium der Medizin mit dem Titel „Dr. med. univ.“
(Humanmedizin) oder „Dr. med. dent.“ (Zahnmedizin) ab.
Sie erhalten damit die Berechtigung für das viersemestrige
Doktoratsstudium der Medizin („Dr. sci. med.“), das
einer weiteren vertiefenden wissenschaftlichen Ausbildung dient.
(red. Norbert Regitnig-Tillian, Bernd Matouschek)
|