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Ao. Univ.-Prof. Dr. Lukas Hefler, MBA
MUW RESEARCHER OF THE MONTH, Jänner 2009
Die Jury „Researcher of the Month” verleiht die Auszeichnung für diesen Monat Herrn Ao. Univ.Prof. Dr. Lukas Hefler aus Anlass der Publikation „Serum C-Reactive Protein as Independent Prognostic Variable in Patients with Ovarian Cancer“ [11], die in dem Top-Journal “Clinical Cancer Research” (Impact Factor: 6.250) 2008 publiziert wurde. Bei der prämierten Arbeit handelt es sich um eine internationale Multicenter-Studie an einem großen Patientengut zur Evaluierung des Serum-Biomarkers C-reaktives Protein (CRP) als Prognoseparameter bei Patientinnen mit Ovarialkarzinom.
Welche Bedeutung hat der Serum-Biomarker CRP für Therapie und Prognose bei Patientinnen mit Ovarialkarzinom?
In der vorliegenden Studie wurde der klinische Wert des in der täglichen Routine gebräuchlichen Serum-Markers CRP als prognostischer Parameter bei Patientinnen mit Ovarialkarzinom untersucht. Zu diesem Zwecke wurde eine internationale Multicenter-Studie an insgesamt 623 Patientinnen mit Ovarialkarzinom durchgeführt (Abteilungen für Gynäkologie und Geburtshilfe, MUW Wien; Wilhelminenspital, Wien; MUW Innsbruck; MUW Berlin – Charité und Landeskrankenhaus Klagenfurt). Die durchschnittlichen CRP-Serumspiegel bei Patientinnen mit Ovarialkarzinom betrugen 3.6 (4.8) mg/dL. Die Höhe der CRP- Serumspiegel war signifikant mit dem FIGO-Tumorstadium und mit dem postoperativen Tumorrest, aber nicht mit dem histologischen Differenzierungsgrad, histologischem Typ, Alter der Patientin und CA 125-Serumspiegel assoziiert. Chemotherapie-refraktäre Patientinnen zeigten präoperativ höhere CRP-Serumspiegel im Vergleich zu Patientinnen, die auf eine platinhaltige Chemotherapie angesprochen hatten (6.0 [6.6] vs. 2.8 [3.8] mg/dL). Präoperativ erhöhtes CRP ist ein Hinweis auf das Vorhandensein von residualem Tumorgewebe nach primärer Operation und ist als „bulk marker“ beim Ovarialkarzinom anzusehen (postop. residualer Tumor >2cm). Ebenso weisen erhöhte CRP-Werte im Serum auf ein höheres Metastasierungspotential hin. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass erhöhtes Serum-CRP einen Risikofaktor für das Überleben nach einer Operation eines Ovarialkarzinoms darstellt unabhängig von den schon bekannten Risikofaktoren wie FIGO-Tumorstadium, dem Vorhandensein eines postoperativen Tumorrests, dem histologischen Differenzierungsgrad, und CA 125 Serumspiegel. Patientinnen mit präoperativen CRP Serumspiegel ≤ 1 mg/dL vs. >1 mg/dL hatten ein 5-Jahres-Überleben von 82% bzw. 58.5% (p<0.001).
Es konnte gezeigt werden, dass Serum-CRP ein neuer, allgemein verfügbarer, billiger Prognoseparameter für Patientinnen mit Ovarialkarzinom ist.
Wissenschaftliches Umfeld
Lukas Hefler arbeitete schon während des Medizinstudiums im Labor für molekulare gynäkologische Onkologie an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und wurde nach seiner Habilitation in die Leitung der Arbeitsgruppe „Molekulare Onkologie“ integriert. Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit ist die Identifizierung und klinische Etablierung von Biomarkern in der gynäkologischen Onkologie [1-11]. Auf diesem Gebiet bestehen zahlreiche internationale Kooperationen (Berlin, Mainz, Freiburg, Halle/Saale).
Für seine Arbeit „An interleukin-6 gene promoter polymorphism influences the biological phenotype of ovarian cancer“ [7] erhielt er den Förderungspreis des Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung 2003 und für die Arbeit „Estrogen-metabolizing gene polymorphisms in the assessment of breast carcinoma risk and fibroadenoma risk in Caucasian women“ [8] den Astra-Zeneca-Preis der Österreichischen Gesellschaft für Senologie 2004 und den Förderungspreis des Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung 2004. 2008 wurde die Arbeit „Vascular endothelial growth factor gene polymorphisms are associated with prognosis in ovarian cancer“ [10] neuerlich mit dem Förderungspreis des Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung ausgezeichnet.
Bereits im Alter von 27 Jahren erhielt Dr. Hefler den Förderungspreis der Stadt Wien im Bereich „Wissenschaft“ für seine bisherige Tätigkeit. Ebenfalls in Anerkennung seiner Leistungen in Forschung und Klinik wurde Prof. Hefler 2005 die erste Fellowship-Position für gynäkologische Onkologie in Österreich zugestanden. Weiters ist er seit 2007 der Sekretär der Arbeitsgemeinschaft für gynäkologische Onkologie. Vielfache Reviewer-Tätigkeit in internationalen, hochkarätigen Fachjournalen.
Persönliches
Lukas Hefler wurde 1975 in Eisenstadt/Österreich geboren, maturierte 1993
mit Auszeichnung und beendete sein Medizinstudium nach nur neun Semestern in
Wien (1998) mit der Dissertation "Cytokeratin Tumor Markers in Ovarian
Cancer: Tissue Polypeptide Specific Antigen (TPS) and M3/M21." Schon während
des Studiums war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der
Universitätsklinik für Frauenheilkunde (Vorstand: o.Univ.-Prof. Dr. P.
Husslein) in Wien, Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe (Leiter:
o.Univ.-Prof. Dr. Sepp Leodolter) tätig.
Ausgewählte Literatur
1. Hefler L, Tempfer C, Heinzl H, Haeusler G, Steindl P, Schneeberger C, Gitsch G, Kainz C (1998). M3/M21 serum levels in women with adnexal masses and inflammatory diseases. International Journal of Cancer;79:434-8
2. Hefler L, Tempfer C, Heinze G, Mayerhofer K, Breitenecker G, Leodolter S, Reinthaller A, Kainz C (1999). Monocyte chemoattractant protein-1 serum levels in ovarian cancer patients. British Journal of Cancer;81:855-9
3. Hefler L, Mayerhofer K, Nardi A, Reinthaller A, Kainz C. Tempfer C (2000). Serum Soluble Fas Levels in Ovarian Cancer. Obstetrics and Gynecology;96:65-9
4. Hefler L, Rosen A, Graf A, Lahousen M, Klein M, Leodolter S, Reinthaller A, Kainz C, Tempfer C (2000). The clinical value of serum concentrations of cancer antigen 125 in patients with primary fallopian tube carcinoma: a multicenter study. Cancer;89:1555-60
5. Hefler L, Ludwig E, Lampe D, Zeillinger R, Leodolter S, Gitsch G, Koelbl H, Tempfer CB (2002). Polymorphisms of the Endothelial Nitric Oxide Synthase Gene in Ovarian Cancer. Gynecologic Oncology;86:134-7.
6. Hefler L, Ludwig E, Lebrecht A, Zeillinger R, Tong-Cacsire D, Koelbl H, Leodolter S, Tempfer CB (2002). Polymorphisms of the Interleukin-1 Gene Cluster and Ovarian Cancer. Journal of the Society of Gynecologic Investigation;9:386-90
7. Hefler LA, Grimm C, Ackermann S, Malur S, Radjabi-Rahat AR, Leodolter S, Beckmann MW, Zeillinger R, Koelbl H, Tempfer CB (2003). An interleukin-6 gene promoter polymorphism influences the biological phenotype of ovarian cancer. Cancer Research;63:3066-8.
8. Hefler LA, Tempfer CB, Grimm C, Lebrecht A, Ulbrich E, Heinze G, Leodolter S, Schneeberger C, Mueller MW, Muendlein A, Koelbl H (2004). Estrogen-metabolizing gene polymorphisms in the assessment of breast carcinoma risk and fibroadenoma risk in Caucasian women. Cancer;101:264-9.
9. Hefler LA, Zeillinger R, Grimm C, Sood AK, Cheng WF, Gadducci A, Tempfer CB, Reinthaller A (2006). Preoperative serum vascular endothelial growth factor as a prognostic parameter in ovarian cancer. Gynecologic Oncology;103:512-7.
10. Hefler LA, Mustea A, Konsgen D, Concin N, Tanner B, Strick R, Heinze G, Grimm C, Schuster E, Tempfer C, Reinthaller A, Zeillinger R (2007). Vascular endothelial growth factor gene polymorphisms are associated with prognosis in ovarian cancer. Clinical Cancer Research;13:898-901.
11. Hefler LA, Concin N, Hofstetter G, Marth C, Mustea A, Sehouli J, Zeillinger R, Leipold H, Lass H, Grimm C, Tempfer CB, Reinthaller A (2008). Serum C-reactive protein as independent prognostic variable in patients with ovarian cancer. Clinical Cancer Research;14:710-4.
Kontakt
Ao. Univ.-Prof. Dr. Lukas Hefler, MBA
Universitätsklinik für Frauenheilkunde
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Tel: +43 1 40400 2915
Fax: +43 1 40400 2907
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