Die Entwicklung
Während im Bereich der akuten Notfälle, die zum Kreislaufstillstand führen, international ein dichtes Netz an hochstehenden und effizienten Ausbildungen angeboten wird, hat sich für die Traumaersorgung vor einigen Jahren eine Kursform, der ATLS (Advanced Trauma Life Support) und der PHTLS (Praehospital Trauma Life Support) Kurs entwickelt. Ausgehend von einem traumatischen Ereignis eines Arztes, der die Ziellosigkeit der Rettungskräfte am eigenen Leib verspürte, entwickelte er basierend auf dem lokalen prähospitalen System eine sehr pragmatische Taktik zur zeiteffizienten Versorgung von Verletzten. Dieses zieht sich bis in die innerklinische Versorgung und sorgt mit der klaren Struktur auch in den multidisziplinären Schockraumsituationen für einen roten Faden.
Im europäischen Bereich werden exakt dieselben Kurse durchgeführt. Natürliche Unterschiede von Paramedicsystem und notärztlicher Versorgung- „in the field“ bedingen Anpassungen der taktischen Vorgehensweise. Aus dieser Grundsituation wurde unter der Schirmherrschaft des European Resuscitation Council und der europäischen Fachgesellschaften ein Kurs entwickelt, der flexibler auf die Anforderungen der örtlichen Strukturen eingeht, der „European Trauma Course – the team approach“. Aufbauend auf die klaren Versorgungsprinzipien werden hier erstmals die „human factors“ der Arbeit in Teams integriert und gezielt trainiert.
Auf Initiative des Austrian Resuscitation Council in enger Kooperation mit Vertretern der Fachgesellschaften (österreichische Gesellschaft für Unfallchirurgie, österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin und der österreichische Gesellschaft für Notfall- und Katastrophenmedizin), fand dieser Kurs erstmalig von 29.September bis 1. Oktober 2008 in Österreich statt.Damit war Österreich das erste Land nach der Pilotphase, das einen ETC veranstaltete.
Die Teilnehmer, prominente Vertreter der österreichischen Notfallszene gaben durch die Bank ein sehr positives Feedback. Sehr ernst wurde das Feedback dieses Fachpublikums zu Inhalt und Umsetzung genommen und einige Anpassungen an die österreichische Situation wurden bereits in den nächsten Kursen umgesetzt. Bereits mit dem dritten Kurs 2009 wurde die Verbreitung in die Bundesländer in Angriff genommen. Ab diesem Kurs wurden auch vermehrt präklinische Szenarie in den Kurs, mit exzellentem Feedback der Teilnehmer, integriert. Mittlerweile finden in ganz Europa Kurse statt, bei denen österreichische Instruktoren wesentlich zum Wissenstransfer des hochstehenden österreichischen Notfallwesens beitragen.