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Forschung / Forschungseinheiten / Sicherheit Chemischer Substanzen und Krebsprävention / A.o.Univ.Prof.Dr. Siegfried Knasmüller
 
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A.o.Univ.Prof.Dr. Siegfried Knasmüller

Email: Siegfried Knasmüller
Telefon: +43-1-4277/65142
ab Mitte März 2012: +43-1-40160-57562
Fax: +43-1-4277 9651
ab Mitte März 2012: +43-1-40160-957500

Siegfried Knasmüller wurde 1954 in Oberösterreich geboren und studierte in Wien Biologie und Chemie. Er arbeitete im Rahmen seiner Dissertation im Forschungszentrum Seibersdorf, und nachfolgend an der Universität Leiden, CWRU in Cleveland, WIU in Illinois und US-EPA (Triangle Park, North Carolina). Nachfolgend arbeitete er am Institut für experimentelle Krebsforschung in Innsbruck.

Die Arbeitsgruppe von Siegfried Knasmüller beschäftigt sich mit dem Fachbereich der genetischen Toxikologie und umfasst mehrere Mitarbeiter. Dr. Armen Nersesyan ist Experte für humanes Biomonitoring (Kleinkerne in Lymphozyten und exfoliierten Zellen), Dr. Miroslav Misík beschäftigt sich mit dem Nachweis von gentoxischen Kanzerogenen in der Umwelt und Mag. Franziska Ferk hat langjährige Erfahrung in der Untersuchung organspezifischer Effekte in Versuchstieren. Weitere Mitarbeiter sind Barbara Jandl (Diplomandin), Anna Heger (Diplomandin), Dr. Gerhard Wultsch (Arbeitsmediziner) und Ing. Robert Jirik. Es existieren langjährige Kooperationen mit Prof. Michael Kundi (Institut für Umwelthygiene) im Bereich Planung und Auswertung von Gentoxizitätsstudien, mit Prof. Karl-Heinz Wagner (Institut für Ernährungswissenschaften), Prof. Peter Eckl (Institut für Genetik, Universität Salzburg), sowie mit Prof. Maria Fürhacker (Universität für Bodenkultur). Siegfried Knasmüller ist Mitglied eines internationalen Konsortiums, das sich mit der Validierung humaner Biomonitoring-Methoden mit exfoliierten Zellen beschäftigt ( www.humn.org ), ist darüber hinaus Auslandsvertreter der Deutschen Gesellschaft für Mutations- und Umweltforschung (GUM).

Die Themengebiete, die von der Gruppe bearbeitet werden sind relativ breit gestreut und umfassen die Untersuchung von Umweltkompartimenten (Luft, Wasser, Böden) auf Kontamination mit Kanzerogenen, die Erfassung von Nahrungsfaktoren, die vor Krebserkrankungen und DNA-Schäden schützen (Chemoprävention), sowie die Untersuchung von arbeitsplatzbedingten Belastungen, die zu DNA-Instabilität und Krebsauslösung führen.

Derzeitige Schwerpunkte sind Experimente bezüglich des Einflusses von Kaffee auf die DNA-Stabilität beim Menschen, die Standardisierung von zytogenetischen Untersuchungen mit Epithelzellen der Mund- und Nasenschleimhaut, sowie die Untersuchung krebs- und DNA-protektiver Eigenschaften diverser Nahrungsinhaltsstoffe (Resveratrol, Isoflavone). Weiters gibt es Kooperationsprojekte bezüglich der Untersuchung der Effizienz der Entfernung von Schadstoffen aus Wässern durch Filtrationstechniken und bezüglich der Auswirkung von UV-Desinfektion und Ozonierung von Wässern auf gentoxische Eigenschaften.

Zu den wichtigsten Forschungsergebnissen der Arbeitsgruppe, die in den letzten Jahren erzielt wurden, zählt der Nachweis von DNA-Schäden bei Vanadiumpentoxid-exponierten Arbeitern, die Identifizierung der Gallussäure als eines der stärksten Antioxidantien in der menschlichen Nahrung, der Nachweis der hohen Belastung von Textilien mit gentoxischen Kanzerogenen, sowie die Detektion der DNA-schädigenden Effekte quartärer Ammoniumverbindungen, die ubiquitär in der menschlichen Umwelt, insbesondere in Wässern, zu finden sind.

Neben der Forschung spielt auch die Lehre eine wichtige Rolle. Prof. Siegfried Knasmüller hält Vorlesungen am Institut für Krebsforschung der Universität Wien (Krebs und Ernährung), sowie eine weitere am Institut für Lebensmittelchemie der Universität Wien (Bioaktive Substanzen in Nahrungsmitteln) und ist darüber hinaus Vortragender an der Fachhochschule in Tulln. Weiters organisiert er gemeinsam mit den anderen Mitgliedern der Arbeitsgruppe seit Jahren Workshops zum Nachweis gentoxischer Substanzen in der Umwelt. Beispielsweise wurde 2007 ein Pflanzen-Workshop in Brasilien organisiert, für 2010 ist ein Workshop in Indien geplant, bei denen es um die Vermittlung von Techniken zum Nachweis von DNA-Instabilität beim Menschen geht.



Abb.:
Einige Beispiele für Nachweismethoden von gentoxischen Kanzerogenen. (a) Der Comet-Assay beruht auf dem Nachweis der DNA-Migration in einem elektrischen Feld und kann mit zahlreichen Zellarten und Organsimen durchgeführt werden (b) Kleinkerne stellen Chromosomenfragmente dar und können z.B. in Blut- oder Mundhöhlenzellen des Menschen untersucht werden. Ihre Häufigkeit ist ein Parameter für erhöhte Krebsrisiken. (c) Bakterielle Tests werden vor allem bei routinemäßigen Substanzprüfungen eingesetzt, zusätzlich aber auch für Wasser- und Luftuntersuchungen. Die Induktion von Revertanten-Kolonien von Salmonella typhimurium Bakterien dient als Maß für die gentoxische Aktivität einer Testsubstanz oder eines komplexen Gemisches.


Publikationen:

Eine vollständige Liste finden Sie in der PubMed Datenbank


Ausgewählte Publikationen:

V.A. Ehrlich, A.K. Nersesyan, K. Atefie, C. Hoelzl, F. Ferk, J. Bichler, E. Valic, A. Schaffer, R. Schulte-Hermann, M. Fenech, K.H. Wagner, S. Knasmuller , Inhalative exposure to vanadium pentoxide causes DNA damage in workers: results of a multiple end point study, Environ Health Perspect 116 (2008) 1689-1693.

Ferk F, Misík M, Hoelzl C, Uhl M, Fuerhacker M, Grillitsch B, Parzefall W, Nersesyan A, Micieta K, Grummt T, Ehrlich V, Knasmüller S., Benzalkonium chloride (BAC) and dimethyldioctadecyl-ammonium bromide (DDAB), two common quaternary ammonium compounds, cause genotoxic effects in mammalian and plant cells at environmentally relevant concentrations, Mutagenesis. 2007 Nov;22(6):363-70

Knasmüller S, Nersesyan A, Misík M, Gerner C, Mikulits W, Ehrlich V, Hoelzl C, Szakmary A, Wagner KH., Use of conventional and -omics based methods for health claims of dietary antioxidants: a critical overview, Br. J. Nutr. 99 (E-Suppl. 1) (2008), pp. ES3–ES52

A. Nersesyan, M. Kundi, K. Atefie, R. Schulte-Hermann, S. Knasmuller, Effect of staining procedures on the results of micronucleus assays with exfoliated oral mucosa cells, Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 15 (2006) 1835-1840.

Misík M, Micieta K, Solenská M, Misíková K, Pisarcíková H, Knasmüller S., In situ biomonitoring of the genotoxic effects of mixed industrial emissions using the Tradescantia micronucleus and pollen abortion tests with wild life plants: Demonstration of the efficacy of emission controls in an eastern European city, Environmental Pollution, Volume 145, Issue 2, January 2007, Pages 459-466

Hoelzl C, Glatt HR, Walter Meinl, Sontag G, Haidinger G, Kundi M, Simic T, Chakraborty A, Bichler J, Ferk F, Angelis K, Nersesyan A, Knasmüller S, Consumption of brussels sprouts protects peripheral human lymphocytes against 2-amino-1-methyl- 6-phenylimidazo[4,5-b]pyridine (PHIP) and oxidative DNAdamage: results of a controlled human intervention trial. Mol Nutr Food Res, 2008 52(3):330–341

 

 
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