Das Immunsystem, als körpereigene Abwehr, besteht aus einem Netzwerk von Organen, Zellen und löslichen Stoffen (Faktoren), die zusammenwirken um den Körper gegen Angriffe von außen, d.h. gegen „Fremd“ zu schützen. Keime (Infektionserreger) wie Bakterien, Parasiten, Pilze oder Viren versuchen in den Körper des Menschen einzudringen, um sich dort zu ernähren und zu vermehren. Es gehört zur Aufgabe des Abwehrsystems, das Eindringen von Keimen zu verhindern, sie als solche zu erkennen und zu eliminieren. Bei einem nicht funktionsfähigen Immunsystem treten zwischen Wirt und Eindringling als Zeichen einer Auseinandersetzung Krankheitssymptome in Form von Infektionskrankheiten mit ihren oftmals organschädigenden Folgen auf.
1909 hat schon Paul Ehrlich, der Vater der Infektionsimmunologie postuliert, dass das körpereigene Abwehrsystem entartete Zellen/Krebszellen erkennt und eliminiert – „denn wenn dies nicht stattfindet, müsste die Kebserkrankung in einer ungeheuerlichen Frequenz auftreten. Heute weiß man, dass Abwehrzellen im Körper zirkulieren um entartete Zellen spüren. Diese Armee bedient sich spezifischer Waffen wie zytotoxischer Zellen (Killerzellen, Lymphozyten), spezifischer Antikörper und auch bestimmter Mediatoren (Botenstoffe=Zytokine), die sich an Krebszellen anlagern/andocken und diese anschließend mit chemischen und physikalischen Waffen abtöten. Es gibt allerdings Situationen, in denen die immunologische Überwachung durch eine Schwächung des Immunsystems unwirksam wird.
Krebszellen sind im Stande die Abwehrfront zu umgehen, indem sie ihre Erkennungsmerkmale mittels Oberflächenmolekülen tarnen (Tarnkappe) und damit für Abwehrzellen unsichtbar werden. Auch durch gezielte Aktionen, nämlich der Freisetzung von Faktoren/Substanzen, die das Immunsystem schwächen, bzw. außer Kraft setzen, können Krebszellen der Zerstörung entgehen.
Michael Micksche