Wie man terroristische Zellen unauffällig beseitigt:
Jeder vielzellige Organismus muss überschüssige oder beschädigte Zellen möglichst sauber beseitigen, um eine Entzündung des umgebenden Gewebes zu verhindern.
Zellen enthalten daher ein als Apoptose bezeichnetes Selbstmordprogramm , das bei starken Schäden in der Zelle, oder durch Signale von umgebenden Zellen, aktiviert wird. Dabei wird die Zelle in kleine Pakete zerlegt, die von benachbarten Zellen aufgenommen und verdaut werden. Die Apoptose spielt für die Erhaltung der korrekten Zellzahl in unseren Organen eine ebenso wichtige Rolle wie die Zellteilung.
Bei Krebserkrankungen kommt es zu einer Fehlsteuerung der Balance zwischen Zellteilung und Zelltod . Die erhöhte Proliferationsrate in Tumorvorstufen wird durch Apoptosen nicht mehr vollständig ausgeglichen, so dass es zu einem Nettowachstum kommt.
Allerdings ist es möglich, die Balance zwischen Apoptose und Zellteilung in gutartigen Tumorvortufen z.B. durch Umstellung der Ernährungsgewohnheiten wieder in Richtung Apoptose zu verschieben, und damit das Risiko der Krebsentstehung zu verringern.
Unsere Ergebnisse:
Wir konnten in der Leber der Ratte durch Futter restriktion eine Elimination von Tumorvorstufen erzielen und die spätere Entwicklung von Lebertumoren reduzieren. Futter zufuhr zeigte die entgegengesetzte Wirkungen.
Eine entscheidende Rolle dabei spielen Signalstoffe , deren Produktion in der Leber sowie in anderen Organen durch die Nahrungsaufnahme reguliert wird. Unsere Gruppe konnte beispielsweise zeigen, dass das Sättigungshormon Leptin sowie die leberspezifischen Aktivine C und E Apoptosen induzieren können.
Die Bedeutung der Apoptose für die Krebsentstehung in der Leber und die Krebsprävention durch Fasten sind auch in Zukunft Gegenstand intensiver Forschungen in der Abteilung für Toxikologie des Institutes für Krebsforschung.
Michael Grusch und Wilfried Bursch
Krebsentstehung: Nahrungsrestriktion versus Überernährung
