Pflanzliche Bioassays zum Nachweis von gentoxischen und kanzerogenen Substenzen sind ein wichtiger Bestandteil von Testbatterien die zum Umweltmonitoring eingesetzt werden. Wir haben das am besten validierte Pflanzensystem den Tradescantia Kleinkerntest mit Pollentetraden seit vielen Jahren am Institut für Krebsforschung etabliert. Im Rahmen von Umweltprojekten wurde der Trad MN test erfolgreich zur Untersuchung der Belastung von Wässern eingesetzt beispielsweise in einem großen österreichische Forschungsprojekt in dem Wässer der Mitterndorfer Senke untersucht wurden sowie in einem Kooperationsprojekt mit dem deutschen Umweltbundesamt zur Prüfung belasteter Oberflächenwässer.
Weiters wurden mehrere Untersuchungen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Umwelthygiene durchgeführt in denen die Auswirkung von UV-Desinfektion auf die Bildung gentoxischer Substanzen erforscht wurden. Besonders erwähnenswert ist die Entwicklung und Validierung eines Testprotokolls das es in einzigartiger Weise erlaubt gentoxische Effekte in schwermetallbelasteten Böden zu erfassen. Wir konnten nachweisen, daß Schwermetalle die beim Menschen Krebs und DNA Schäden auslösen auch im Pflanzentest deutlich positive Effekte auslösen während die Pflanze auf Metalle die keine kanzerogene Eigenschaften besitzen nicht anspricht. Darüber hinaus zeigten wir, daß die chemisch physikalischen Eigenschaften der Böden entscheidenden Einfluß auf das gentoxische Potential haben, sodaß die biologischen Effekte nicht durch chemisch analytische Messungen abschätzbar sind.
Die Mitarbeiter der AG Umwelttoxikologie haben in den letzten Jahren wiederholt bei Workshops über Bioindikationsverfahren die praktische Durchführung von Pflanzenassays unterrichtet (beispielsweise in Tsing-Tao, China, Kattowitz-Polen, Macomb-Illinois, Pretoria-Südafrika, Lucknow, Indien), und dabei maßgeblich an der weltweiten Etablierung diese Monitoringsystems mitgearbeitet.
Siegfried Knasmüller