Darmkrebs entstehen in einem langsamen schrittweisen Prozess, der sich über viele Jahre erstreckt. Frühe Veränderungen bestehen aus kleinen Gruppen veränderter Zellen, aus denen adenomatöse Polypen entstehen. Diese sind noch gutartig und wachsen nur sehr langsam. Gleichzeitig verändern sie sich immer stärker bis letztlich auch bösartige Zellen innerhalb eines Polypen entstehen (Abbildungen 1 und 2). Das Risiko, dass ein bestimmter Polyp bereits bösartige Zellen enthält ist um so größer je größer sein Durchmesser und je stärker verändert seine Zellstruktur ist (Dysplasie).

FRÜHERKENNUNG
Die rechtzeitige Erkennung von Darmtumoren - am besten solange sie noch gutartige Polypen sind - ist von größter Wichtigkeit. Da das Darmkrebsrisiko erst mit einem Alter von 50 - 60 Jahren deutlich ansteigt, empfehlen Gastroenterologen weltweit, eine Endoskopische Untersuchung im Alter von 50 Jahren unabhängig von anderen Tests. Dabei werden alle Polypen entfernt, die der Arzt findet und dadurch das Krebsrisiko deutlich verringert. Die Frequenz der Folgeuntersuchungen richtet sich danach, ob bei der ersten Untersuchung Polypen festgestellt wurden.
VORBEUGUNG
Vor einigen Jahren wurde beobachtet, dass das Risiko Darmkrebs zu entwickeln durch die Einnahme von "Schmerzmitteln" (zB Aspirin oder Ibuprofen) verringert wird. Diese verhindern, daß neue Blutgefäße in Darmpolypen einwachsen. Dadurch unterbrechen sie die Nährstoffversorgung und der Polyp schrumpft. Zusätzlich lösen Schmerzmittel in Tumorzellen des Darms ein Selbstmordprogramm (Apoptose) aus.

Leider besitzen Entzündungshemmer auch Nebenwirkungen, die berücksichtigt werden müssen: sie hemmen die Blutgerinnung und können die Magenschleimhaut und die Nieren schädigen. Die langfristige Einnahme von Entzündungshemmern kann daher nicht empfohlen, es sei denn ein Patient leidet unter einer der - zum Glück seltenen - erblichen Krebsveranlagungen. Im Laufe der letzten Jahre eine neue Generation von Entzündungshemmern entwickelt, die diese Nebenwirkungen nicht besitzen (Celecoxib). Auch Inhaltstoffe von Obst und Gemüse besitzen entzündungshemmende Wirkung und stellen eine Alternative für die Krebsvorbeugung dar.
Brigitte Marian