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meduniwien




 

Spezialambulanz: Ästhetische Gesichtschirurgie
Ass.-Prof. Priv. Doz. DDr. Paul W. Pöschl; Ao. Univ.-Prof. DDr. Baumann; DDr. Perisanids;
DDr. Eder-Czembirek

 

 


Die ästhetische Chirurgie im Bereich der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie zielt darauf ab, das Erscheinungsbild des Patienten normgerecht zu gestalten und damit zu verbessern. Die Eingriffe betreffen sowohl Hart- als auch Weichgewebestrukturen: Korrektur von maxillo-fazialen Konturen, Korrektur der Augenlider, der Nasenform, der Gesichtsweichteile, der Halsweichteile, die Kinnform, Korrektur von Fettdepots, Korrektur der Hautstrukturen und Korrektur der Ohrmuscheln. Die ästhetische Beurteilung der Ausgangssituation ist dabei subjektiven Kriterien unterworfen. Die Entscheidung für die durchzuführende Behandlungsmaßnahme sollte in einem Dialog von Arzt und Patient erörtert werden, in welchen subjektive und objektive Kriterien und Beurteilungsmöglichkeiten einfließen. Dabei sollten Nutzen und Risiken der Behandlung gegeneinander abgewogen werden.

In der Therapie der Gesichtsweichgewebe stehen dem Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen eine ganze Palette von Behandlungsmethoden zur Verfügung. Methoden der ästhetischen Gesichtschirurgie wurden teilweise aus der Mund- Kiefer- und Gesichtschirurgie heraus entwickelt und stehen auch bei der Therapie von pathologischen Veränderungen im Gesichtsbereich zur Verfügung.
Dabei ist ein intaktes symetrisches skelettales Hartgewebsgerüst eine unabdingbare Voraussetzung zur Erzielung zufriedenstellender Weichgewebsergebnisse.

Während an anderen Körperstellen die das Hartgewebe bedeckenden Weichgewebe oft eine erhebliche Dicke aufweisen, ist die Weichteilbedeckung im Gesichtsbereich an vielen Stellen extrem dünn. Somit folgen die Weichteile der Kontur der Hartgewebe viel stärker als an anderen Körperstellen. Volumen- oder Konturdefizite im Hartgewebe lassen sich durch die Weichgewebe nur sehr beschränkt ausgleichen.
Zudem befinden sich die Weichgewebe im Gesichtsbereich in einer Region die extremen ästhetischen Anforderungen genügen müssen. Der Zustand der Weichgewebe entscheidet über ein entweder jugendliches dynamisches und frisches Aussehen oder über einen müden alten Gesichtsausdruck.

Während von den nicht direkt an der Oberfläche liegenden Hartgeweben nur eine harmonische Gerüstbildung gefordert wird , sind bei der Beurteilung der Weichgewebe differenziertere Parameter zu beachten. Die den Gesichtsschädel bedeckenden Weichgewebe bestehen histologisch und funktionell aus verschiedenen Geweben und unterschiedlichen Funktionseinheiten, die untereinander nur sehr begrenzt austausch- oder ersetzbar sind und die im Gegensatz zum Hartgewebe einem verstärkten Alterungsprozeß und gewissen Stoffwechselabhängigkeiten unterworfen sind.

Das Weichgewebsmanagement beinhaltet sowohl die Therapie des totalen Gewebs- und Organersatzes nach ablativer Chirurgie bei Tumorpatienten, sowie Patienten mit traumatologisch bedingten Defekten bis hin zur Verbesserung von ortsständigen degenerativ durch Alterungsvorgänge veränderten Weichgeweben.

Beim totalen Gewebsersatz kommen auf der einen Seite Techniken des freien autologen Gewebetransfers als auch Techniken der mikrovaskulären Transplantatchirurgie zur Anwendung. In vermehrtem Maße können heute auch Techniken des tissue engineering zur Anwendung gebracht werden, die auf lange Sicht die Transplantatchirurgie wenn nicht verdrängen so zumindestens in den Hintergrund rücken werden.

In Fällen, in denen ein Organ- oder Weichgewebsersatz nicht indiziert oder nicht möglich ist, kann eine epithetische Versorgung angepasst werden, welche entweder retentiv, durch Hilfsstrukturen (z.B. Brille) oder über Implantate befestigt werden kann.

a) Totaler Gewebsersatz
  1. freier Gewebsersatz (Spalt-oder Vollhaut, Haartransplantation, Liposculpture mit Eigenfett, Anwendung alloplastischer Materialien)
  2. mikrovaskulärer Gewebsersatz (Transplantate mit je nach Anforderung osseo- , myo- und/oder cutaner Komponente)
  3. lokale Lappenplastiken
  4. tissue engineering
  5. epithetischer Ersatz

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