Im Rahmen der kieferorthopädischen
Ambulanz werden Patienten der folgenden Spezialsprechstunden bei Bedarf bzw. bei
wissenschaftlichem Interesse behandelt:
1. Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten (LKG) und kraniofaziale
Anomalien
2. Chirurgische Kieferorthopädie
3. Kiefergelenkserkrankungen 4. Traumatologie
Die kieferorthopädische Betreuung der LKG Patienten beginnt
schon im Milchgebiss wobei hier die Therapie von Kreuzbissen
den Hauptanteil einnimmt. Nächster wichtiger Termin ist der
Durchbruch der bleibenden Frontzähne. Bei Bedarf werden diese
mittels Multibracketapparaturen korrekt eingestellt. Zwischen
dem 9. + 12. Lebensjahr wird in den meisten Fällen bei Bedarf
eine Knocheneinlagerung in den betroffenen Spaltkiefer (Osteoplastik)
durchgeführt. Gemeinsam mit dem Chirurgen wird eine kieferorthopädische
Dehnung des Oberkiefers vor dieser Operation diskutiert und
bei Bedarf durchgeführt. Die meisten kieferorthopädischen
Behandlungen werden jedoch erst im späten Wechselgebiss begonnen.
Ein wichtiges Anliegen meinerseits ist, die kieferorthopädische
Therapie möglichst kurz zu halten, um den Patienten unnötig
lange Behandlungen zu ersparen. Das heißt, dass schon
sehr früh, mit ungefähr 12 Jahren, eine Entscheidung über
die definitive Zahn- und Kieferstellung und die eventuelle
Notwendigkeit einer Operation im Erwachsenenalter gefällt
werden sollte. In solchen Fällen werden bei den entsprechenden
Patienten die kieferorthopädischen Maßnahmen hintangestellt.
Die festsitzende Korrektur wird dann erst mit ungefähr 16
Jahren begonnen und in Absprache mit den Chirurgen wird der
Patient auf die geplante Kieferoperation vorbereitet.
Die Patienten der Chirurgischen Kieferorthopädie werden gemeinsam
mit den Chirurgen anhand von Röntgenbildern, Gipsmodellen
und der klinischen Untersuchung geplant. In den meisten Fällen
brauchen die Patienten sowohl prächirurgisch als auch postchirurgisch
eine Behandlung mittels Multibracketapparatur. In der prächirurgischen
Phase werden Engstände korrigiert, die Achsen der Frontzähne
ideal auf die skelletale Basis gestellt, vertikale Probleme
und wenn möglich auch die transversale Harmonie der Zähne
der beiden Kiefer hergestellt. Unmittelbar postoperativ wird
die Okklusion mittels Okklusionsflächenausgleich bzw. vertikalen
Gummizügen stabilisiert oder bei Bedarf korrigiert. Nach ungefähr
6 Wochen postoperativ beginnt die Feineinstellung der Okklusion.
Nur durch stabile okklusale Verhältnisse und fixe Retention
mittels geklebten Retainern nach Abnahme der Multibracketapparatur
sind langfristig Rezidive zu verhindern.
Auch bei Patienten der Kiefergelenks- und Traumatologiesprechstunde
werden, wenn nötig, zusätzliche kieferorthopädische Maßnahmen
durchgeführt.
Neue
Entwicklungen und Ausblick:
In den letzten Jahren sind besonders große Fortschritte
auf dem Gebiet der Distraktionsosteogenese gemacht worden.
Besonders profitieren davon die Patienten mit kraniofacialen
Missbildungen. Jedoch auch Lippen-, Kiefer-, Gaumenspaltpatienten
und orthognath-chirurgische Patienten werden bei entsprechender
Indikationsstellung mit dieser neuen Methode behandelt. Auch
hier ist die permanente Zusammenarbeit von Kieferorthopäden
und Kieferchirurgen von eminenter Wichtgkeit.
Sprechstunde: Montag, Dienstag und Donnerstag von 8.30 - 13.00 Uhr
Telefonische Voranmeldung unter: 40400/4262
Ort: Ebene 7D
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