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Spezialambulanz: Traumatologie
Univ. Prof. DDr. A. Baumann

 

Alvolarfortsatzfrakturen

Definition
Unter Alveolarfortsatzfrakturen verstehen wir Frakturen des zahntragenden Anteils des Kieferknochens. Eine Alveolarfortsatzfraktur ist oftmals mit Luxation oder Teilluxation von Zähnen und/oder mit einer Fraktur des Kieferkörpers kombiniert.

Therapieziele
Das Ziel der Therapie ist der Erhalt von Form und Funktion des Alveolarfortsatzes. Überdies sollen Schmerzen beseitigt und Infektionen verhindert werden.

Therapieindikationen
Bei der Indikation zur Therapie muß zwischen dislozierten und nicht dislozierten Alveolarfortsatzfrakturen unterschieden werden.
Klinischer und/oder röntgenologischer Nachweis einer Alveolarfortsatzfraktur
Kaufunktionsstörung
Verletzung benachbarter Weichgewebe (Gingivaeinriß)
Gefühlsstörung
Fraktur oder Mobilität von Zähnen

Untersuchungen
Inspektion
Palpation
Vitalitätsprobe
Sensibilitätsprüfung
Röntgen in zweiter Ebene
Computertomographie
Abformung beider Kiefer mit Modellherstellung als Simulationsmodell zur Reposition und ggf. zur Herstellung individueller Schienen

Therapie
Konservative Therapie

Beobachtung bei Frakturen mit geringer Mobilität oder geringer Dislokation
Weiche und flüssige Kost in Abhängigkeit von der Frakturstabilität
Ruhigstellung

Operative Therapie
Geschlossene Reposition bei:
Gering dislozierte Fraktur
Medizinische oder ästhetische Kontraindikation für die offenen Repositionierung
Offene Reposition bei:
Instabile Fraktur
Falls eine geschlossene Reposition nicht möglich ist
Komplexe Verletzungen mit begleitenden Weichteilverletzungen
Defektfrakturen
Gefühlstörungen
Fehlende Zähnen (z.B. traumabedingt oder im Wechselgebiß)
Wo eine genaue Positionierung der Frakturfragmente über eine Zahnschiene/Okklusion nicht möglich ist (z.B. Wechselgebiß)

Ergänzende Maßnahmen
Extraktion von Zähnen und/oder Anteilen des Alveolarfortsatzes falls die Gefäßversorgung nicht gewährleistet ist
Ggf. Antibiotikatherapie
Schmerztherapie

Empfehlungen
Eine ambulante Behandlung ist in Fällen mit geringem Infektionsrisiko und bei kleineren Alveorlarfortsatzfrakturen ausreichend. Umfangreiche Läsionen sollten stationär behandelt werden.

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