Gesichtsweichteilverletzungen
Definition
Verletzungen der Gesichtsweichteile treten entweder isoliert
in Form von Schürf-, Riß-, Schnitt-, Quetsch-,
Defektwunden oder im Rahmen von schweren Traumata in Kombination
mit Gesichtsschädelfrakturen auf. Von entscheidender
Bedeutung für das spätere funktionelle und im Gesicht
besonders wichtige ästhetische Ergebnis sind der Zeitpunkt
und die Art der primären Wundversorgung.
Therapieziele
Wiederherstellung der Form und Funktion (z. B. Pigmentation,
Textur, Haarwachstum, Lid- und Lippenschluß)
Wiederherstellung der Ästhetik
Wiederherstellung von Gewebedefekten
Wiederherstellung und Erhalt der Funktion von sensiblen und
motorischen Nerven
Wiederherstellung und Erhalt der Funktion der Speicheldrüsen
und Speicheldrüsenausführungsgänge
Wiederherstellung und Erhalt der Funktion des Ductus nasolacrimalis
Verringerung der Narbenbildung
Therapieindikationen
Klinischer Hinweis für Lazeration, Abrasion, Hämatom
oder Weichgewebeverlust
Ausmaß von begleitenden knöchernen Gesichtsverletzungen
einschließlich Knorpelstrukturen
Sensible und/oder motorische Nervfunktionsstörung (N.
infra-, supraorbitalis, N. mentalis, N. facialis)
Verbrennung (z.B. chemisch, thermisch und/oder elektrisch)
Fremdkörper
Untersuchungen
Inspektion
Palpation
Ggf. Röntgen
Computertomographie
Magnetresonanztomographie
Laborchemische Untersuchungen (z.B. Glukosetest des Nasensekretes
bei Verdacht auf Liquorrhoe)
Therapie
Vorrangig in den Behandlungsmaßnahmen sind die Beseitigung
von Fehl-funktionen wie z.B. Luftpassagebehinderungen bzw.
das Stillen größerer Blutungen, so daß eine
vitale Gefährdung ausgeschlossen wird.
Debridement von Weichgewebewunden
Fremdkörperentfernung aus der Wunde
Behandlung von Gewebeverletzungen
Korrektur und/oder Rekonstruktion des Ductus nasolacrimalis
Korrektur und/oder Rekonstruktion der Speicheldrüsenauführungsgängen
Nervnaht (z.B. N. facialis)
Chirurgische Versorgung von Weichgewebewunden (Muskel, Faszie,
Haut)
Rekonstruktion von Weichgeweben mittels Spalthaut, Vollhaut,
gestielter und/oder mikrovaskulärer Hauttransplantation
Drainage von infizierten Wunden oder Hohlräumen
Ergänzende Maßnahmen
Schmerztherapie
Ggf. Antibiotikatherapie
Empfehlungen
Größere rekonstruktive Maßnahmen wie z.B.
mikrovaskuläre Rekon-struktionen sollten in der Regel
zweizeitig vorgenommen werden um einem möglichen infektionsbedingten
Transplantatverlust vorzubeugen.
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