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Spezialambulanz: Traumatologie
Univ. Prof. DDr. A. Baumann

 

Gesichtsweichteilverletzungen


Definition
Verletzungen der Gesichtsweichteile treten entweder isoliert in Form von Schürf-, Riß-, Schnitt-, Quetsch-, Defektwunden oder im Rahmen von schweren Traumata in Kombination mit Gesichtsschädelfrakturen auf. Von entscheidender Bedeutung für das spätere funktionelle und im Gesicht besonders wichtige ästhetische Ergebnis sind der Zeitpunkt und die Art der primären Wundversorgung.

Therapieziele
Wiederherstellung der Form und Funktion (z. B. Pigmentation, Textur, Haarwachstum, Lid- und Lippenschluß)
Wiederherstellung der Ästhetik
Wiederherstellung von Gewebedefekten
Wiederherstellung und Erhalt der Funktion von sensiblen und motorischen Nerven
Wiederherstellung und Erhalt der Funktion der Speicheldrüsen und Speicheldrüsenausführungsgänge
Wiederherstellung und Erhalt der Funktion des Ductus nasolacrimalis
Verringerung der Narbenbildung

Therapieindikationen
Klinischer Hinweis für Lazeration, Abrasion, Hämatom oder Weichgewebeverlust
Ausmaß von begleitenden knöchernen Gesichtsverletzungen einschließlich Knorpelstrukturen
Sensible und/oder motorische Nervfunktionsstörung (N. infra-, supraorbitalis, N. mentalis, N. facialis)
Verbrennung (z.B. chemisch, thermisch und/oder elektrisch)
Fremdkörper

Untersuchungen
Inspektion
Palpation
Ggf. Röntgen
Computertomographie
Magnetresonanztomographie
Laborchemische Untersuchungen (z.B. Glukosetest des Nasensekretes bei Verdacht auf Liquorrhoe)

Therapie
Vorrangig in den Behandlungsmaßnahmen sind die Beseitigung von Fehl-funktionen wie z.B. Luftpassagebehinderungen bzw. das Stillen größerer Blutungen, so daß eine vitale Gefährdung ausgeschlossen wird.
Debridement von Weichgewebewunden
Fremdkörperentfernung aus der Wunde
Behandlung von Gewebeverletzungen
Korrektur und/oder Rekonstruktion des Ductus nasolacrimalis
Korrektur und/oder Rekonstruktion der Speicheldrüsenauführungsgängen
Nervnaht (z.B. N. facialis)
Chirurgische Versorgung von Weichgewebewunden (Muskel, Faszie, Haut)
Rekonstruktion von Weichgeweben mittels Spalthaut, Vollhaut, gestielter und/oder mikrovaskulärer Hauttransplantation
Drainage von infizierten Wunden oder Hohlräumen

Ergänzende Maßnahmen
Schmerztherapie
Ggf. Antibiotikatherapie

Empfehlungen
Größere rekonstruktive Maßnahmen wie z.B. mikrovaskuläre Rekon-struktionen sollten in der Regel zweizeitig vorgenommen werden um einem möglichen infektionsbedingten Transplantatverlust vorzubeugen.

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