Laterale Mittelgesichtsfrakturen
Definition
Unter lateralen Mittelgesichtsfrakturen verstehen wir Frakturen,
die den Jochbeinkörper und/oder den Jochbogen betreffen.
Bei Frakturen des Jochbeinkörpers ist die Orbita mitbeteiligt,
so daß insbesondere die Funktion des Auges und des Nervus
infraorbitalis beachtet werden muß.
Therapieziele
Neben der Wiederherstellung der Gesichtsform und der Unterkiefer-funktion
steht die Wiederherstellung der sensiblen Nerven (N. infraorbitalis)
und insbesondere der Augenfunktion im Vordergrund. Bei der
Primär-versorgung sollte ein Enophthalmus korrigiert
bzw. verhindert werden.
Therapieindikationen
Klinischer und/oder röntgenologischer Nachweis einer
Fraktur
Sensible und/oder motorische Funktionsstörungen
Unterkieferfunktionsstörung
Augenmotilitätsstörung (Doppelbilder)
Gesichtsdeformität
Subkutanes Emphysem
Untersuchungen
Inspektion
Palpation
Sensibilitätsprüfung (N. infraorbitalis)
Röntgen in 2 Ebenen
Computertomographie
Augenärztliche Untersuchung
Therapie
Konservative Therapie
Verlaufsbeobachtung bei diskreter Dislokation der Fraktur
Abschwellende Maßnahmen
Gegebenenfalls Diät (weiche Kost)
Operative Therapie
Die chirurgische Frakturversorgung ist immer bei dislozierten
Frakturen, Funktionseinschränkung des Auges und/oder
Sensibilitätsstörung anzustreben. Sie kann folgende
Maßnahmen umfassen:
Hackenreposition
Drahtosteosynthese
Miniplattenosteosynthese
Orbitabodenrekonstruktion (z.B. Titan-mesh, PDS-Folie)
Ergänzende Maßnahmen
Ggf. Antibiotikatherapie
Schmerztherapie
Drainage bei kontaminierten Wunden
Risikofaktoren
Weichgewebedefekt
Verlust von Knochenstrukturen
Grad der Frakturdyslokation
Hämorrhagie
Stück und/oder Trümmerfrakturen
Fremdkörper
Wundverschmutzung
Gestörte Blutversorgung der Fragmente und bedeckender
Weichgewebe
Vorliegen einer Infektion
Begleitende Verletzungen im Kiefer- und Gesichtsbereich
Dauer bis zur Frakturversorgung
Neigung zur Keloid- und/oder hypertrophen Narbenbildung
Prätraumatische Knochenschädigung (metabolisch,
Radiatio)
Empfehlungen
Eine konservative Frakturversorgung kann ambulant durchgeführt
werden. Eine operative Frakturversorgung wird meist unter
stationären Bedingungen durchgeführt.
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