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Spezialambulanz: Traumatologie
Univ. Prof. DDr. A. Baumann


Darstellung der Bruchlinien einer
Jochbeinfraktur



Laterale Mittelgesichtsfrakturen


Definition
Unter lateralen Mittelgesichtsfrakturen verstehen wir Frakturen, die den Jochbeinkörper und/oder den Jochbogen betreffen. Bei Frakturen des Jochbeinkörpers ist die Orbita mitbeteiligt, so daß insbesondere die Funktion des Auges und des Nervus infraorbitalis beachtet werden muß.

Therapieziele
Neben der Wiederherstellung der Gesichtsform und der Unterkiefer-funktion steht die Wiederherstellung der sensiblen Nerven (N. infraorbitalis) und insbesondere der Augenfunktion im Vordergrund. Bei der Primär-versorgung sollte ein Enophthalmus korrigiert bzw. verhindert werden.

Therapieindikationen
Klinischer und/oder röntgenologischer Nachweis einer Fraktur
Sensible und/oder motorische Funktionsstörungen
Unterkieferfunktionsstörung
Augenmotilitätsstörung (Doppelbilder)
Gesichtsdeformität
Subkutanes Emphysem

Untersuchungen
Inspektion
Palpation
Sensibilitätsprüfung (N. infraorbitalis)
Röntgen in 2 Ebenen
Computertomographie
Augenärztliche Untersuchung

Therapie
Konservative Therapie
Verlaufsbeobachtung bei diskreter Dislokation der Fraktur
Abschwellende Maßnahmen
Gegebenenfalls Diät (weiche Kost)

Operative Therapie

Die chirurgische Frakturversorgung ist immer bei dislozierten Frakturen, Funktionseinschränkung des Auges und/oder Sensibilitätsstörung anzustreben. Sie kann folgende Maßnahmen umfassen:
Hackenreposition
Drahtosteosynthese
Miniplattenosteosynthese
Orbitabodenrekonstruktion (z.B. Titan-mesh, PDS-Folie)

Ergänzende Maßnahmen
Ggf. Antibiotikatherapie
Schmerztherapie
Drainage bei kontaminierten Wunden

Risikofaktoren
Weichgewebedefekt
Verlust von Knochenstrukturen
Grad der Frakturdyslokation
Hämorrhagie
Stück und/oder Trümmerfrakturen
Fremdkörper
Wundverschmutzung
Gestörte Blutversorgung der Fragmente und bedeckender Weichgewebe
Vorliegen einer Infektion
Begleitende Verletzungen im Kiefer- und Gesichtsbereich
Dauer bis zur Frakturversorgung
Neigung zur Keloid- und/oder hypertrophen Narbenbildung
Prätraumatische Knochenschädigung (metabolisch, Radiatio)

Empfehlungen
Eine konservative Frakturversorgung kann ambulant durchgeführt werden. Eine operative Frakturversorgung wird meist unter stationären Bedingungen durchgeführt.

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