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Spezialambulanz: Traumatologie
Univ. Prof. DDr. A. Baumann

 

Nasenbeinfrakturen


Definition
Nasenbeinfrakturen zählen zu den häufigsten Frakturen im Mittelgesichts-bereich. Sie entstehen meist durch stumpfe Gewalt (z.B. Schlag, Fall), welche die Nase von vorne oder von der Seite trifft. Je nach Intensität der einwirkenden Kraft bricht das knorpelige und/oder knöcherne Nasengerüst. Wirken größere Belastungsenergien ein, kommt es neben dem Bruch des knöchernen Nasenskelettes (Os nasale) auch zur Fraktur der Fortsätze der Maxilla, welche an der Bildung der knöchernen Nase beteiligt sind. Das Nasenseptum ist immer in die Fraktur mit einbezogen.

Therapieziele
Das Therapieziel besteht in der Wiederherstellung von Form und Funktion der Nase sowie der paranasalen Strukturen. Durch schnelles Eingreifen wird einer möglichen Infektion vorgebeugt und die Erkrankungsdauer insgesamt verkürzt.

Therapieindikationen
Klinischer und/oder röntgenologischer Nachweis einer dislozierten Fraktur im Bereich der knöchernen Nase und/oder des Septums
Septumhämatom
Septumdeviation
Nasale Luftpassagebehinderung
Anosmie
Fremdkörper
Funktionsstörung des Ductus nasolacrimalis
Funktionsstörung der Drainage der Sinus frontalis
Epistaxis

Untersuchungen
Inspektion
Palpation
Röntgen
Computertomographie
Liquortest

Therapie
Konservative Therapie

Geschlossene und nicht dislozierte Frakturen der Nase bedürfen keiner besonderen Therapie
Ggf. Nasenstützverband

Operative Therapie
Geschlossene Reposition
Eine geschlossene Reposition ist angezeigt bei dislozierten Frakturen, ferner bei einem Splitterbruch sowie medizinischer Kontraindikation gegen eine offene Reposition.
Offene Reposition
Die offene Reposition der Nasenbein-/Septumfraktur ist indiziert, bei:
Frakturen welche geschlossen nicht reponiert werden können
Durchspießung von Knochenfragmenten oder perforierenden Weichteilverletzungen
Frakturen, welche eine sofortige Rekonstruktion mit Knochentransplantation erfordern
Bei gleichzeitig vorliegenden Begleitverletzungen des Gesichts und/oder Neurocraniums bei denen der operative Zugang mit genutzt werden kann.

Ergänzende Maßnahmen
Ggf Antibiotikatherapie
Schmerztherapie
Schneuzverbot
Schienung (innere, äußere)
Blutstillende Tamponade

Empfehlung
Je nach Grad der Verletzung muß zwischen ambulanter und stationärer Therapie unterschieden werden

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