Orbitafrakturen
Definition
Unter Orbitafrakturen verstehen wir Frakturen der Orbitawände,
bei denen es zur traumatischen Einklemmung von Weichgewebe
und/oder des Nervus infra- und supraorbitalis kommen kann.
Orbitafrakturen können isoliert (Blow-out-Frakturen)
oder in Kombination mit Mittelgesichtsfrakturen auftreten.
Bei der Operation wird der verlagerte Knochen wieder angehoben
und in die ursprüngliche Lage zurückgelegt.
Therapieziele
Wichtigstes Ziel ist die Wiederherstellung der Augenfunktion,
sowohl der Motilität als auch der Sehkraft. Ein Enophthalmus
sollte vermieden bzw. korrigiert werden. Weitere Schwerpunkte
sind die Wiederherstellung der Nervenfunktionen, Erhalt oder
Rekonstruktion der Nasennebenhöhlen sowie die Wiederherstellung
der Orbitaform. Der Ductus nasolacrimalis soll geschont bzw.
wiederhergestellt werden.
Therapieindikationen
Klinischer und/oder röntgenologischer Nachweis einer
Fraktur
Augenmotilitätsstörung
Enophthalmus (>2 mm)
Herniationsvolumen (>1.2 cm³)
Lidemphysem
Sensibilitätsstörung des Nervus infra- und/oder
supraorbitalis
Doppelbilder
Visuseinschränkung
Untersuchungen
Inspektion
Palpation
Sensibilitätsprüfung (N. infra- und supraorbitalis)
Röntgen in 2 Ebenen
Überprüfung der Augenfunktion
Computertomographie
Vermessung der Frakturgröße und des verlagerten
Weichgewebes
Magnetresonanztomographie
Ggf. augenärztliche Untersuchung
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Therapie
Konservative Therapie
Beobachtung bei gering dislozierten Frakturen ohne Einschränkung
der Augenmotilität und ohne Einschränkung der Sensibilität
des Nervus infraorbitalis
Operative Therapie
Rekonstruktion der Orbita
Stabilisation der Fragmente (Osteosynthese)
Dekompression des Nervus infraorbitalis
Rekonstruktion des Ductus nasolacrimalis
Beseitigung einer Funktionsbehinderung des Auges
Reposition prolabierter Weichgewebe
Rekonstruktion des Orbitaboden ggf. mit Implantation von alloplastischem
Material
Ergänzende Maßnahmen
Schmerztherapie
Ggf. Antibiotikatherapie
Abschwellende Maßnahmen
Schneuzverbot
Empfehlung
Die Therapie wird in der Regel stationär durchgeführt,
wobei insbesondere auf die engmaschige Kontrolle der Augenfunktion
Wert gelegt wird.
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