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Spezialambulanz: Traumatologie
Univ. Prof. DDr. A. Baumann

 

Stirn und Sinus frontalis-Verletzungen


Definition

Während bei Traumata mit geringer Gewalt die Weichteilverletzungen im Vordergrund stehen, kann es bei punktueller Gewalteinwirkung auf das Os frontale auch zu Impressionsfrakturen und gegebenenfalls offenen Sinus frontalis-Frakturen kommen. In der Literatur ist eine hohe Inzidenz von Mitverletzungen bei schweren Mittelgesichtsfrakturen beschrieben.

Therapieziele
Wiederherstellung der Gesichtsform
Wiederherstellung der physiologischen Funktion der Sinus frontalis
Beseitigung und Prävention einer Abflußstörung im Bereich des Sinus frontalis
Beseitigung und Prävention einer sensorischen und nervalen Funktionsstörung
Wiederherstellung der Augenfunktion
Wiederherstellung der Drainage der Sinus frontalis
Prävention einer neurologischen Beeinträchtigung
Infektionsprophylaxe
Schmerzbeseitigung

Therapieindikationen
Klinischer und/oder röntgenologischer Nachweis einer Fraktur im Bereich des Sinus frontalis
Klinischer oder röntgenologischer Nachweis begleitender Frakturen (Nase, Orbita, Nasoethmoidalkomplex, Frontobasisfraktur)
Funktionsstörung des Nervus supraorbitalis
Ptosis und/oder Enophthalmus
Verletzung der bedeckenden Weichgewebe
Kontinuitätsstörung / Defekt
Liquorrhoe
Periorbitales Hämatom
Fremdkörper
Infektionsprophylaxe

Untersuchungen
Inspektion
Palpation
Röntgen
Computertomographie
Magnetresonanztomographie
Neurologische Untersuchung
Laborchemische Untersuchungen (z.B. Glukosetest des Nasensekretes bei Verdacht auf Liquorrhoe)
Arterielle digitale Subtraktionstechnik (bei frontobasaler Mitbeteiligung und cerebralen Gefäßverletzungen)
Sinuskopie

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Therapie
Konservative Therapie

Beobachtung
Antibiotikatherapie
Schneuzverbot
Abschwellende Maßnahmen

Operative Therapie
Rekonstruktion und Osteosynthese (Mini-, Mikroplatten)
Einlage von Drainagen zum Sekretabfluß und Verhinderung eines Sekretverhaltes
Ggf Duraplastik
Obliteration des Sinus frontalis beidseits bei: Verletzungen des Ductus nasofrontalis, welche nicht rekonstruiert werden können
Geringgradige Fraktur und/oder Dislokation im Bereich der posterioren Wand des Sinus frontalis mit fraglicher Drainage des Sinus frontalis
Begleitenden neurologischen / neurochirurgischen Verletzungen
Bei starker Dislokation der dorsalen Wand des Sinus frontalisCranialisation der Sinus frontalis bei:
Neurologischen und/oder neurochirurgischen Verletzungen welche eine Dekompression erfordern
Verletzungen, welche eine Rekonstruktion der dorsalen Wand des Sinus frontalis nicht ermöglichen
Erhöhtem Risiko einer Sinusitis

Ergänzende Maßnahmen
Schmerztherapie
Ggf Antibiotikatherapie
Schneuzverbot

Empfehlung
Zur operativen Versorgung der Frakturen sollte gegebenenfalls ein Neurochirurg hinzugezogen werden.

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