Stirn und Sinus frontalis-Verletzungen
Definition
Während bei Traumata mit geringer Gewalt die Weichteilverletzungen
im Vordergrund stehen, kann es bei punktueller Gewalteinwirkung
auf das Os frontale auch zu Impressionsfrakturen und gegebenenfalls
offenen Sinus frontalis-Frakturen kommen. In der Literatur
ist eine hohe Inzidenz von Mitverletzungen bei schweren Mittelgesichtsfrakturen
beschrieben.
Therapieziele
Wiederherstellung der Gesichtsform
Wiederherstellung der physiologischen Funktion der Sinus frontalis
Beseitigung und Prävention einer Abflußstörung
im Bereich des Sinus frontalis
Beseitigung und Prävention einer sensorischen und nervalen
Funktionsstörung
Wiederherstellung der Augenfunktion
Wiederherstellung der Drainage der Sinus frontalis
Prävention einer neurologischen Beeinträchtigung
Infektionsprophylaxe
Schmerzbeseitigung
Therapieindikationen
Klinischer und/oder röntgenologischer Nachweis einer
Fraktur im Bereich des Sinus frontalis
Klinischer oder röntgenologischer Nachweis begleitender
Frakturen (Nase, Orbita, Nasoethmoidalkomplex, Frontobasisfraktur)
Funktionsstörung des Nervus supraorbitalis
Ptosis und/oder Enophthalmus
Verletzung der bedeckenden Weichgewebe
Kontinuitätsstörung / Defekt
Liquorrhoe
Periorbitales Hämatom
Fremdkörper
Infektionsprophylaxe
Untersuchungen
Inspektion
Palpation
Röntgen
Computertomographie
Magnetresonanztomographie
Neurologische Untersuchung
Laborchemische Untersuchungen (z.B. Glukosetest des Nasensekretes
bei Verdacht auf Liquorrhoe)
Arterielle digitale Subtraktionstechnik (bei frontobasaler
Mitbeteiligung und cerebralen Gefäßverletzungen)
Sinuskopie
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Therapie
Konservative Therapie
Beobachtung
Antibiotikatherapie
Schneuzverbot
Abschwellende Maßnahmen
Operative Therapie
Rekonstruktion und Osteosynthese (Mini-, Mikroplatten)
Einlage von Drainagen zum Sekretabfluß und Verhinderung
eines Sekretverhaltes
Ggf Duraplastik
Obliteration des Sinus frontalis beidseits bei: Verletzungen
des Ductus nasofrontalis, welche nicht rekonstruiert werden
können
Geringgradige Fraktur und/oder Dislokation im Bereich der
posterioren Wand des Sinus frontalis mit fraglicher Drainage
des Sinus frontalis
Begleitenden neurologischen / neurochirurgischen Verletzungen
Bei starker Dislokation der dorsalen Wand des Sinus frontalisCranialisation
der Sinus frontalis bei:
Neurologischen und/oder neurochirurgischen Verletzungen welche
eine Dekompression erfordern
Verletzungen, welche eine Rekonstruktion der dorsalen Wand
des Sinus frontalis nicht ermöglichen
Erhöhtem Risiko einer Sinusitis
Ergänzende Maßnahmen
Schmerztherapie
Ggf Antibiotikatherapie
Schneuzverbot
Empfehlung
Zur operativen Versorgung der Frakturen sollte gegebenenfalls
ein Neurochirurg hinzugezogen werden.
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