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meduniwien




 

Spezialambulanz: Traumatologie
Univ. Prof. DDr. A. Baumann


Zentral Mittelgesichtsfraktur

Zentrale Mittelgesichtsfrakturen


Definition

Bei den Oberkieferfrakturen und zentralen Mittelgesichtsfrakturen unterscheidet man die Le-Fort-I-Fraktur mit Frakturverlauf oberhalb des Nasen- und Kieferhöhlenbodens von der Le-Fort-II-Fraktur mit Frakturverlauf durch die Kieferhöhle und den Orbitaboden mit und ohne Einbeziehung der knöchernen Nase. Die Le-Fort-III-Fraktur gilt als sogenannte zentrolaterale Fraktur. Bei ihr handelt es sich um die Absprengung des gesamten Gesichtsschädels. Es sind Kombinationen dieser Frakturverläufe sowie Mehrstückfrakturen möglich.

Therapieziele

Wiederherstellung und Erhalt der Knochenstruktur
Wiederherstellung der Gesichtsform
Wiederherstellung der Kau-, Sprach- und Schluckfunktion
Wiederherstellung der Atmung
Wiederherstellung der Funktion der Nasennebenhöhlen
Wiederherstellung der Form und Funktion der Nase
Wiederherstellung der Form und Funktion der Orbita
Erhalt und Wiederherstellung der Funktion der motorischen und sensiblen Nerven
Erhalt der Zähne
Schmerzbeseitigung
Verhinderung einer Infektion

Therapieindikationen

Klinischer und/oder röntgenologischer Nachweis einer Fraktur des Oberkiefers
Okklusionsstörung
Artikulationsstörung
Funktionsstörung (Kau-, Sprach- und Schluckfunktion, Atmung)
Störung der Kieferrelation (z.B. Pseudoprogenie)
Störung der Sensibilität
Kontinuitätsdefekt
Fremdkörper
Begleitende Weichteilverletzungen
Rhinoliquorrhoe
Periorbitale Echymosis
Emphysem
Subkonjungtivale Hämorrhagie
Augenfunktionsstörung, Motilitätsstörung (z.B. Doppelbilder)
Störung des nasofrontalen Komplexes
Blutung

Untersuchungen

Inspektion
Palpation
Vitalitätsprobe
Sensibilitätsprüfung
Funktionsprüfung N. facialis
Röntgen in 2 Ebenen
Spezielle Röntgenaufnahmen
Computertomographie
Abformung und Modellherstellung beider Kiefer zur Kontrolle der ursprünglichen Okklusion, ggf. zur Anfertigung individueller Schienen
Augenärztliche- und/oder Hals-, Nasen- und Ohrenärztliche Zusatzuntersuchungen

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Therapie
Konservative Therapie


Eine konservative Frakturversorung ist angezeigt bei unkomplizierten nicht dislozierten Frakturen bei denen eine Frakturstabilisierung ohne operativen Eingriff mit konservativen Techniken zu erreichen ist. Außerdem kann dies bei Vorliegen einer medizinischen und/oder anästhesiologischen Kontraindikation gegen eine operative Frakturversorgung der Fall sein. Die konservative Frakturversorung kann umfassen:
Verlaufsbeobachtung bei fehlender Dislokation und Mobilität der Fraktur
Intermaxilläre Fixation
Abschwellende Maßnahmen
Diät (weiche Kost)

Operative Therapie

Die chirurgische Frakturversorgung ist immer bei dislozierten Frakturen und Mobilität der Fragmente anzustreben. Sie kann folgende Maßnahmen umfassen:
Reposition
Intermaxilläre Fixation
Osteosynthese
Aufhängung (Jochbogen, kraniofazial)

Ergänzende Maßnahmen

Ggf. Antibiotikatherapie
Schmerztherapie
Drainage bei kontaminierten Wunden

Empfehlung

Zentrale Mittelgesichtsfrakturen bedürfen überwiegend der stationären Therapie. Die ambulante Behandlung ist nur in Ausnahmefällen indiziert. Bei fachübergreifenden Verletzungen sind die entsprechenden Fachdisziplinen in die Behandlungsplanung und Behandlung mit einzubeziehen.

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