|
Die Forschungsaktivitäten
der Abteilung Biosimulation und Bioinformatik
orientieren sich primär und grundsätzlich an Fragestellungen
und Zielsetzungen aus den Biowissenschaften mit dem letztlichen
Ziel, bessere Diagnostik- und Therapieverfahren zu entwickeln.
Ausgehend von biomedizinischen
Fragestellungen werden Modelle erstellt, deren Verhalten mittels
Computersimulation untersucht wird (Computational Modeling).
Die Simulationsergebnisse werden an den jeweils verfügbaren
experimentellen Daten getestet (Qualitätssicherung der Modelle).
Im Gegensatz zu Experimenten können die Simulationen jedoch
nahezu beliebig oft wiederholt werden und beinhalten Werte für
alle berücksichtigten Variablen zu allen Zeitpunkten. Falls
es gelingt, jene Daten, die auch experimentell zugänglich sind,
zu reproduzieren, besteht eine gute Chance, daß auch die experimentell
nicht zugänglichen Teile vernünftige Schätzungen
darstellen. Computational Modeling hat daher sowohl (quantitativ)
erklärenden Wert für gemessene funktionelle Zusammenhänge,
als auch prädiktiven Charakter für (noch) nicht meßbare
Teile des Systems. Darüber hinaus ergeben sich aus einer Modellierung
oftmals fundierte Grundlagen für eine optimale Auswertung von
Meßergebnissen: Wurde durch die Modellierung gezeigt, daß
ein bestimmter Mechanismus mit einem bestimmten theoretischen Datenverlauf
zugrunde liegt (z.B. exponentieller Abfall), können dessen
Parameter inhaltlich identifziert werden (z.B. als Halbwertszeiten).
Sie werden damit von rein formalen Fitparametern zu
interpretierbaren Größen, aus denen biomedizinisch relevante
Schlüsse gezogen werden können.
Sowohl die Modellerstellung
als auch die primäre Auswertung der Simulationsergebnisse erfolgt
in Kooperation mit den entsprechenden biomedizinischen Forschungsgruppen.
Dabei wird es oft erforderlich, neue Modelle und Simulationsmethoden
zu etablieren oder aber bereits bekannte weiterzuentwickeln. Diese
Forschungsergebnisse in Modellierung und Simulation haben
aufgrund ihrer Genese - ein ganz besoderes Naheverhältnis zu
den Biowissenschaften und wirken auf diese (im Sinne von neu
verfügbaren Methoden) zurück.
Neben der Beherrschung
des State-of-the-Art in Computerwissenschaften erfordert jede Modellierung
auch detaillierte Kenntnisse des entsprechenden biologischen Systems,
die durch (interdisziplinäre) Einarbeitung in das jeweilige
biomedizinische Fachgebiet erworben werden muß. Um dies kompetitiv
betreiben zu können, werden nur wenige Themen (pro Person,
pro Arbeitsgruppe) behandelt (Fokussierung).
|