Forschungsschwerpunkt der Arbeitsgruppe ist die Dokumentation, Kommunikation und Auswertung des elektronischen Gesundheitsaktes.
Ausgehend von der Führung elektronischer Krankengeschichten in Krankenhäusern und im extramuralen Bereich ist deren Verknüpfungen zum elektronischen Gesundheitsakt - englisch "Electronic Health Record (EHR)" - ein internationaler Forschungsschwerpunkt der Medizinischen Informatik mit hoher gesundheitspolitischer Relevanz. Auch in Österreich finden unter dem Projektnamen "ELGA – Elektronische Gesundheitsakt“ intensive Planungen zur Einführung eines Gesundheitsakts statt.
Die Arbeiten der Arbeitsgruppe beschäftigen sich hier vor allem mit folgenden Themen:
Semantische
Interoperabilität im Kontext einrichtungsübergreifender elektronischer
Gesundheitsakten
Über die Fähigkeit zum Datenaustausch („Datenintegration“)
hinausgehend sollten EHR -Systeme in der Lage sein, empfangene Daten adäquat
zu nutzen. Dies setzt ein inhaltliches Verständnis der Daten voraus.
Im Rahmen dieses Forschungsbereichs werden Methoden und Technologien untersucht,
die ein inhaltliches Verständnis ausgetauschter Komponenten elektronischer
Gesundheitsakten ermöglichen und damit zu deren semantischer Interoperabilität
beitragen.
Auswertung institutioneller und einrichtungsübergreifender elektronischer
Gesundheitsakten
Elektronische Gesundheitsakten, die innerhalb einer medizinischen Einrichtung
oder auch einrichtungsübergreifend betrieben werden, stellen bedeutende
Ausgangsbasen für verschiedene Arten von Auswertungsabfragen dar. Patientenbezogene
Abfragen können z.B. im Zuge der Behandlung von einem Gesundheitsdienstleiser
gestellt werden und diesem helfen, aus der umfangreichen Datenfülle einer
Gesundheitsakte die für ihn aktuell relevanten Inhalte herauszufiltern.
Patientenübergreifende Abfragen können wiederum wesentliche Erkenntnisse
für die klinische Forschung, das medizinische Qualitätsmanagement,
sowie die Gesundheitsberichterstattung und Epidemiologie liefern.
Standardisierung elektronischer Gesundheitsakten
Eine wesentliche
Grundlage offener, verteilter EHR-Systeme bildet die Verwendung entsprechender
Datenaustausch-Standards. Für den Bereich der elektronischen Gesundheitsakte
relevante Standards werden laufend von verschiedenen Normungsgremien erarbeitet
und veröffentlicht. Ziel dieses Forschungsbereichs ist es, die betreffenden
Standardisierungsaktivitäten der verschiedenen Normungsgremien zu verfolgen
bzw. daran mitzuarbeiten, die veröffentlichten Modelle und Standards
zu analysieren und die praktische Anwendung derselben zu erforschen.
Die genannten Themenschwerpunkte
umfassen unterschiedliche Methoden der medizinischen Informatik, wie
Modellierung
medizinischer Daten
Telemedizinische Prozesse
Temporal Reasoning
Verarbeitung von Textdaten
Verknüpfung von Patientenstammdaten
Design klinischer Formulare
Klinisches
Datawarehouse
Diese Methoden werden in Kooperation mit den Universitätskliniken des AKHs in die Praxis umgesetzt und ihr Einsatz in der klinischen und wissenschaftlichen Routine erprobt und analysiert.