Zusatzuntersuchungen für eine erweiterte
Epilepsiediagnostik
Neben dem oben angeführten Video-EEG-Monitoring gibt es noch eine Reihe weiterer
Untersuchungen, die bei manchen Patienten zur Diagnosefindung und Optimierung
der Therapie sinnvoll sein können. Diese Untersuchungen werden zum Teil während
eines stationären Aufenthaltes, zum Teil aber auch ambulant durchgeführt.
- EEG (Elektroenzephalographie)
Mit dieser Methode kann die elektrische Aktivität und damit auch die
Anfallsbereitschaft des menschlichen Gehirns gemessen werden.
- Magnetresonanztomographie (MRT)
Dabei werden Schnittbilder des menschlichen Gehirns angefertigt werden und
so auch kleinste strukturelle Veränderungen erfasst. Dabei können eventuelle
Ursachen der Epilepsie (z.B. Narben, Tumore, Entwicklungsstörungen der
Hirnrinde) festgestellt werden.
- Neuropsychologische Testung
Hierbei handelt es sich um eine strukturierte klinische Interviews zur
Ermittlung evtl. Gedächtnis oder Aufmerksamkeitsdefizite, bzw. von
Sprachstörungen, die in Zusammenhang mit einer Epilepsie auftreten können.
- PET (Positronen Emissionstomographie)
Hierbei wird eine schwach radioaktive und ungefährliche Substanz injiziert
und anschließend eine Bildgebung des Gehirns durchgeführt. Damit lässt sich
oft der Ursprungsort der Anfälle darstellen (durch den verminderten
Stoffwechsel in dieser Gehirnregion).
- SPECT (Single Photon Emission Computed Tomography)
Ähnliches Verfahren wie die PET-Untersuchung, nur dass die verwendete
Substanz auch während eines Anfalls injiziert werden kann. Dient ebenfalls
zur Darstellung der Anfallsursprungszone.
- MEG (Magnetenzephalographie)
Eine nicht invasive diagnostische Methode, die das Magnetfeld der
Gehirnströme misst. Damit lassen sich zusätzlich zum EEG Informationen über
epileptisch aktive Hirnareale gewinnen.
- WADA-Test
Bei dieser Untersuchung wird ein Katheter unter Röntgenkontrolle von der
rechten Leistenbeuge bis in die rechte oder linke Hirnschlagader
fortgeführt. Dann wird ein sehr kurzwirksames Barbiturat (Schlafmittel)
selektiv in eine Gehirnhälfte injiziert und dabei die Sprache und das
Gedächtnis des Patienten getestet. Ziel ist es die Gehirnhälfte zu
ermitteln, die für Sprache und Gedächtnis verantwortlich ist um sie einer
evtl. Operation schonen zu können.
- fMRI (funktionelle Magnetresonanztomographie)
Ein dem MRT ähnliches Verfahren. dient ebenfalls zur Lokalisation der
Sprachregionen und anderer wichtiger Hirnareale (z.B. für die Motorik
essentielle Hirnrindenbezirke)
- Perimetrie
Zur präoperativen Messung evtl. Gesichtsfeldausfälle. Der zu Untersuchende
sitzt mit unbewegtem Auge vor einer Hohlkugel, in die kleine Lichtpunkte
projiziert werden und die vom Patienten wahrgenommen werden sollen.