Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Medizinische Universität Wien / AKH Wien
Vorstand: o. Univ. Prof. Dr. Max H. Friedrich

 



          

Franz Benninger
&
Andreas Karwautz aktualisierten  diese Seite letztmalig am 16.05.2011


Pflege

WERTE – ZIELE – WEGE
an der Univ. Klinik für Kinder und Jugendpsychiatrie Station 07

Unser Pflegeteam setzt sich aus Diplomierten Gesundheits- und Krankenschwestern/-pflegern der Allgemeinen, der Psychiatrischen und der Kinder- und Jugendlichenpflege wie Schüler/innen der einzelnen Ausbildungssparten zusammen. Als Teil eines multiprofessionellen Teams ist uns gute Kommunikation ein wichtiges Anliegen.

Wir betreuen Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis 18 Jahren, die an psychiatrischen bzw. psychosomatischen Erkrankungen leiden und/oder im psychosozialen Bereich Nachholbedarf zeigen.

Pflege sehen wir als Fürsorge (care) auf der Basis einer reflektierten und vertrauensvollen Beziehung. Der therapeutische Einsatz des eigenen Selbst - im Gegensatz zu Aufopferung und Dienen - ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit.
Unser Handeln ist ressourcenorientiert, wir bieten eine altersspezifische Förderung der Fähigkeiten. Wir erarbeiten mit den Kindern/Jugendlichen angemessene Ziele,
bieten ihnen Schutz und Grenzen und sorgen für ein therapeutisches Klima, das den Kindern/Jugendlichen Orientierung und Halt gibt.

Verständnis für die Bedürfnisse der betreuten Kinder/Jungendlichen und ihrem Umfeld

Jede Person besteht aus einer Einheit von Körper, Geist und Seele. Wir begreifen alle Menschen, so auch die Kinder/Jugendlichen in deren Individualität. Wir sehen, dass jedes Kind/ jeder Jugendliche aus unterschiedlichen - oft belastenden sozialen Situationen kommt und demnach über individuelle Erfahrungen verfügt. Die Kinder/Jugendlichen haben unterschiedliche Gefühle, Bedürfnisse, Wünsche und Sichtweisen, denen wir respektvoll begegnen.
Wir haben Verständnis dafür, dass es manchen Kindern/Jugendlichen sowie ihren Angehörigen schwer fällt, die Erkrankung oder die dysfunktionalen Verhaltensweisen zu erkennen und als solche zu akzeptieren. Es ist uns daher nachvollziehbar, dass die Behandlungsangebote manchmal nur zögernd angenommen werden können. Die Miteinbeziehung der Angehörigen bzw. des sozialen Umfeldes durch das Anbieten von beratenden Gesprächen ist für den Behandlungserfolg von großer Bedeutung.

Zentrale Konzepte und Modelle

Unser Pflegeverständnis ist geprägt durch jahrelange berufliche Erfahrung, von Pflegemodellen und –konzepten und den Ergebnissen der Forschung.

Die Bezugspflege ist unser Arbeitsorganisationssystem. Entsprechend dieser wird jedes Kind/jeder Jugendliche, für den Zeitraum des stationären Aufenthaltes von einer definierten Bezugspflegeperson betreut. Diese bietet dem Kind/Jugendlichen professionelle Zuwendung und gewährleistet durch die gemeinsame Erstellung der Pflegeplanung eine personzentrierte Betreuung.

Das Pflegemodell nach D. Orem dient uns als gemeinsame Richtlinie bei der Erhebung des Pflegebedarfs und unterstützt uns ein bedürfnisgerechtes Pflegeangebot zu sichern. Der Pflegeprozess wird von uns als Problemlösungsprozess eingesetzt und als Beziehungsprozess gelebt.

Therapeutische Grundfaktoren als Basis für die Beziehungsarbeit nach Peplau
Empathie und Wertschätzung ermöglichen uns den Zugang zur subjektiven Erlebniswelt, sodass die Kinder/Jugendlichen sich individuell wahrgenommen und verstanden erleben. Die „Echtheit“ unserer Reaktionen steht für die realen Herausforderungen im sozialen Umfeld des Kindes/Jugendliche.

Konzepte wie Edukation, Partizipation und Empowerment
werden unter anderem durch pflegetherapeutische Gruppenangebote vermittelt. Diese wirken sich durch die erworbenen Kompetenzen der Kinder/Jugendlichen positiv auf die Nachhaltigkeit der Behandlung aus.

Qualität durch berufliche Kompetenz

Die Entwicklung der Persönlichkeit, ist uns wie von Peplau gefordert ein wichtiger Aspekt um den Bedürfnissen der Kinder/Jugendlichen gerecht zu werden.
Intervision sowie Supervision garantieren reflektierte und professionelle Interaktionen.

Die Wissenserweiterung im Sinne der Fort- und Weiterbildung wird den individuellen Bedürfnissen entsprechend geplant und systematisch überprüft.
Schwerpunktmäßig orientieren wir uns dabei an den Ergebnissen der Pflegeforschung.