Was ist eine Myokardszintigraphie ?

Eine Myokardszintigraphie kombiniert mit Ergometrie oder einem pharmakologischen Stresstest ist der sensitivste nicht-invasive Test zur Feststellung und Lokalisation von myokardialen Ischaemien. Sie spielt weiters eine Rolle in der Risikobeurteilung von Patienten mit vermuteter oder bekannter KHK und in der Beurteilung der myokardialen Vitabilität nach einem Infarkt.

Durchführung
Verschiedene Radiopharmaka und Studienprotokolle werden verwendet. Üblicherweise wird ein mit Thallium 201 (201Tl) oder ein mit Technetium 99m (99mTc) markiertes Radiopharmakon [z.B. MIBI (Cardiolite®), Tetrafosmin (Myowiew®)] zum Zeitpunkt der größten körperlichen Anstrengung oder nach Verabreichung von Dipyridamol oder eines anderen Vasodilatators injiziert. Unmittelbar danach beginnt die Szintigraphie (Stressuntersuchung). Aufnahmen im Ruhezustand werden einige Stunden nach den Aufnahmen im Belastungszustand oder auch an einem anderen Tag angesetzt. Üblicherweise erfolgt die Szintigraphie mittels tomographischer Untersuchungstechnik. Die Aufnahmedauer beträgt ungefähr 30 Minuten, die gesamte Untersuchung dauert etwa 5 Stunden. Das 3- bis 4 stündige Warten zwischen den einzelnen szintigraphischen Untersuchungen - Stressaufnahme und Redistributionsaufnahme - muss nicht in der Nuklearmedizin erfolgen.

Wechselwirkung mit anderen Medikamenten
Beta-Blocker beeinträchtigen die Ergometrie. Ihre Einnahme sollte einen Tag vor dem Test ausgesetzt werden. Medikamente, die Koffein (z.B. enthalten in Medikamenten gegen Erkältungskrankheiten und Medikamenten gegen Kopfschmerzen) oder Xanthin enthalten - wie etwa Aminophyllin - interferieren mit Dipyridamol (oder Adenosin) in gleicher Weise wie coffeinhaltige Nahrungsmittel (Kaffee, Tee, Schokolade, Cola-Getränke).

Vorbereitung des Patienten
Einige Thalliumprotokolle erfordern die Nüchternheit des Patienten. Es kann dadurch die Aufnahme des Radiopharmakons im Verdauungstrakt minimiert werden. Weiters kann als es als Nebenwirkung der hier verwendeten Medikamente zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Im Zweifelsfall sollte beim Personal der Abteilung nachgefragt werden. Ferner sind Interaktionen der laufenden Medikation mit den Pharmaka der Belastungsteste zu beachten.

Risiken
Bisher sind keine schwerwiegenden negative Reaktionen mit Thallium-201 oder Technetium-99m markierten Radiopharmaka beschrieben worden. Das wesentliche Risiko ist bedingt durch die physische oder pharmakologische Belastung. Die Verkehrstauglichkeit des Patienten wird durch diesen Test an sich nicht beeinflusst, belastungsinduzierte ischaemische Ereignisse sind gegebenenfalls zu berücksichtigen. Die Strahlenbelastung ist im mittleren Bereich des Belastungsspektrums der nuklearmedizinischen Untersuchungen gelegen. Myokardiale Perfusionsagentien reichern sich in der Muttermilch an. Eine allfällige Unterbrechung des Stillens sollte mit dem Personal der nuklearmedizinischen Abteilung besprochen werden.

Klinische Vorteile
Nicht-invasive Erkennung von Ischaemien bei Patienten mit Brustbeschwerden
Residuale Stress-Ischaemie nach einem Myokardinfarkt
Myokardiale Vitalität
Nachsorgeuntersuchungen nach Angioplastie oder Bypass Operation
Nicht-invasive Verifizierung des Verdachtes auf Re-Stenose eines dilatierten oder operierten Herzkranzgefäßes

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