Nuklearmedizin ist ein Fachgebiet der Medizin, in dem Radionuklide zur Diagnose oder Therapie angewendet werden. Die Untersuchungen werden oft als Szintigraphie oder Scan bezeichnet. Um eine nuklearmedizinische Untersuchung durchzuführen, wird dem Patienten ein Radiopharmakon (eine mit einem Radionuklid markierte Verbindung), in den meisten Fällen intravenös, verabreicht. Die Radiopharmaka werden in Spürdosen verabreicht und bewirken im Allgemeinen keine pharmakologischen Effekte. Sie interferieren demnach nicht mit dem zu untersuchenden physiologischen Prozess. Hierdurch unterscheiden sie sich von Arzneimitteln, bei denen eine Dosis-Wirkungsbeziehung besteht.
Bei nuklearmedizinischen Untersuchungen ist mehrheitlich die funktionelle und weniger die morphologische Information von Bedeutung. Die Verteilung des Radiopharmakons im Körper oder Körperteilen wird durch Bilder dokumentiert, die mit einer sogenannten Gammakamera (konventionelle Szintigraphie) oder dem PET-Scanner (Positronen-Emissions-Tomographie) aufgenommen werden. Durch Messung der Blut- und Harnaktivität kann auch die Clearance dieser Substanz genutzt werden. Bei der Szintigraphie mit der Gammakamera liegt der Patient meist auf einem Untersuchungstisch, wobei der Detektorkopf der Gammakamera über oder unter ihm positioniert ist; manchmal sitzt er auch vor der Gammakamera. Im Normalfall müssen dabei keine Kleidungsstücke abgelegt werden. Der Patient muss in der Lage sein, für einen Zeitraum von 5 bis 40 Minuten, abhängig von der Art der Untersuchung, ruhig zu sitzen oder zu liegen.
Das Aussehen des PET-Scanners mit seinem ringförmigen Detektorkopf ist mit einem Computertomographiegerät (CT-Gerät) vergleichbar. Die Untersuchung des Patienten erfolgt hier gleichfalls im Liegen und dauert je nach Art der Untersuchung ca. 60 - 90 Minuten. Für eine szintigraphische Untersuchung werden die Patienten auf spezielle Untersuchungstische der Gammakameras oder des PET-Scanners umgebettet. Sollten Sie bezüglich des Zustandes des Patienten Bedenken für eine solche Umlagerung auf die Untersuchungsliege haben, so setzen Sie sich vor der Vereinbarung eines Untersuchungstermines mit der Klinik für Nuklearmedizin in Verbindung.
Eine Gammakamera bzw. ein PET-Scanner ist eine sehr umfangreiche Apparatur, die manche Patienten beeindruckt bzw. verunsichert. Sie arbeitet nach einem anderen Prinzip als ein Röntgengerät, bei dem ein intensiver Röntgenstrahl den Patienten durchdringt und den dahinter liegenden Film in sehr kurzer Zeit belichtet. Im Gegensatz dazu nimmt eine Gammakamera bzw. ein PET-Scanner über einen längeren Zeitraum die Strahlung, die vom Patienten aufgrund der Applikation des Radiopharmakons abgegeben wird, auf. Bei Standardaufnahmen bewegt sich der Detektorkopf der Gammakamera nicht, wenn sie einmal für die Aufnahme in Position gebracht worden ist. Bei der "Single Photon Emission (computed) tomography" (SPECT) bewegt sich der Detektorkopf der Gammakamera um den Patienten. Diese Technik erlaubt eine räumliche Darstellung der Aktivitätsverteilung im Körper. Solche Untersuchungen dauern länger und verlangen vom Patienten, über längere Zeit ruhig zu sitzen oder zu liegen; das Personal ist anwesend und betreut den Patienten während der gesamten Untersuchungszeit. Bei Untersuchungen mit dem PET-Scanner befindet sich der Patient bzw. die zu untersuchende Körperregion des Patienten - in gleicher Weise wie bei einem CT-Gerät - innerhalb des Detektorringes.
[zurück]
Sie sind hier:
Information
Information für med. Personal