Wenn nötig, können einige nuklearmedizinische Untersuchungen auch an Schwangeren durchgeführt werden, wie zum Beispiel eine Lungenszintigraphie, um eine Lungenembolie zu diagnostizieren oder auszuschließen. Schwangerschaft ist keine absolute Kontraindikation für eine nuklearmedizinische Untersuchung. Aber immer ist auch an das Wohlergehen des sich entwickelnden Kindes zu denken. Es sind daher die Risiken und Vorteile nach bestem Wissen abzuwägen und die Frau muß darüber genauestens informiert werden.

Routineuntersuchungen werden an Schwangeren nicht durchgeführt, solange ein Ergebnis einer solchen Untersuchung für die gegenwärtige Betreuung keine dringliche Notwendigkeit hat und daher auf einen Zeitpunkt nach einer Schwangerschaft verschoben werden kann. Die Dosis, der ein Foetus ausgesetzt ist, variiert stark je nach Art der Untersuchung und kann bei Schwangeren minimiert werden, indem man die verwendete Aktivität reduziert.

Als das prinzipielle Risiko für den Foetus wird die potentielle Erkrankung an Krebs in der Kindheit angesehen. Schätzungen dieses Risikos reichen von 30 bis 130 Fällen pro 1 mSv. Es bestehen keine Hinweise auf kongenitale Missbildungen eines mit weniger als 100 mSv bestrahlten Foetus. Die Möglichkeit der mentalen Entwickungsretardation wird heute als Reduktion des IQ um 0,03 Punkte pro mSv bei einer Bestrahlung im Gestationszeitraum von 8 bis 15 Wochen angesehen.

In einfachen Worten bedeutet das, dass kein nachweisbarer Effekt, nach welcher nuklearmedizinischen Untersuchung auch immer, festzustellen ist. In der Belastung eines Embryos in den ersten drei Wochen nach Zeugung wird kein Schaden für das lebend geborene Kind gesehen.

Die Erwägung einer nuklearmedizinischen Untersuchung bei einer Schwangeren sollte vom Leiter der betreffenden Station oder einem Arzt in verantwortlicher Stellung mit einem Nuklearmediziner, in ebenfalls verantwortlicher Stellung, besprochen werden. Vor allem ist es wichtig, dass eine schwangere oder stillende Frau, bevor sie zur nuklearmedizinischen Untersuchung kommt, Erklärungen über die Risiken, die mit einer solchen Untersuchung verbunden sind, erhält.

Schwangerschaft und die postpartale Periode sind eine emotionell anstrengende Zeit und eine Strahlenbelastung während einer Schwangerschaft ist mit negativen Vorzeichen behaftet. Eine solche Patientin wünscht sich vielleicht Rat von ihrem Partner, wofür dann aber keine Zeit mehr ist, wenn die Patientin erst kurz vor der Untersuchung auf die möglichen Gefahren aufmerksam gemacht wird.

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