Was ist eine PET
Vom Prinzip der Untersuchung unterscheidet sich die PET nicht von anderen nuklearmedizinischen bildgebenden Verfahren. Der Patient erhält ein Radiopharmakon und wird nach einer bestimmten Speicherzeit mit dem PET-Scanner untersucht. Die Besonderheit der PET ergibt sich aus der Zerfallsart der verwendeten Radioisotope (Positronen), die in Kombination mit dem speziell dafür geeigneten hochempfindlichen Untersuchungsgerät (PET-Scanner) sehr kleine Läsionen darstellen können.
Der Scanner erinnert in seiner Form an ein großes Computertomographie-Gerät. Die chemischen Elemente, die als Radioisotope verwendet werden, lassen die Markierung von Substanzen zu, die nicht oder nur kaum von im Organismus natürlich vorkommenden Verbindungen abweichen. Damit gelingt es bildlich bestimmte biochemische und physiologische Vorgänge im Gewebe darzustellen.

Durchführung
Je nach Untersuchung wird dem Patienten das Radiopharmakon auf einer Ruheliege oder direkt am Untersuchungsbett intravenös injiziert. Die Wartezeit bis zur Untersuchung (“Speicherzeit”) ist in entspanntem Zustand zu verbringen, muskuläre Anstrengungen sind zu vermeiden. Wenn die Untersuchung erfordert, daß die Tracerapplikation auf dem Untersuchungsbett erfolgt, ist der Patient angehalten, locker und möglichst ohne Bewegungen etwa 90 Minuten zu liegen. Ansonsten dauern die Untersuchungen zwischen 30 und 60 Minuten, dazu kommt eine Speicherzeit von 30 bis 45 Minuten.

Wechselwirkung mit anderen Medikamenten
Üblicherweise kann der Patient seine Medikation wie gewohnt weiterführen. Da allerdings die Untersuchung normalerweise mit niedrigem Blutglukosespiegel, d.h. in nüchternem Zustand erfolgen sollte, kann bei Diabetikern ein Aussetzen von oralen Antidiabetika erforderlich sein.
Insulinpflichtige Diabetiker können ihr morgendliches Insulin spritzen und die BE-Anzahl der Morgenmahlzeit etwas reduzieren bzw. nüchtern bleiben und die Insulindosis anpassen. Wir ersuchen, bei der Zuweisung eines an Diabetes mellitus erkrankten Patienten dies mitzuteilen und eventuell mit einem Arzt des PET-Zentrums Rücksprache zu halten.

Vorbereitung des Patienten
Der Patient soll bei der Tracerapplikation einen basalen Blutglukosespiegel aufweisen und gut hydriert sein. Dazu soll er mindestens 5 Stunden lang vor der Untersuchung fasten aber reichlich ungezuckerte Getränke, z.B. Mineralwasser zu sich nehmen. Körperliche Anstrengungen sind zu vermeiden, auch das Kauen eines Kaugummis kann Untersuchungen im Kopf-Halsbereich bereits stark verfälschen.
Der Patient muß die u.U. recht lange Liegedauer am Untersuchungsbett tolerieren können. Neben eventueller Analgetikagabe im Falle von Wirbelsäulenbeschwerden kann auch eine leichte Sedierung erforderlich sein, da manche Patienten im Scanner zu klaustrophoben Ängsten neigen. V.a. bei Patienten eingeschränkter linksventrikulärer Funktion ist zu bedenken, daß das lange Liegen mit flachem Oberkörper zu beträchtlicher Atemnot führen kann, wenn nicht vor der Untersuchung eine forcierte Entwässerung vorgenommen wurde.
Wegen der Kurzlebigkeit der Radiopharmaka ist das pünktliche Erscheinen des Patienten zum Untersuchungstermin unbedingt notwendig.

Risiken
Die für die weitaus meisten PET-Untersuchungen eingesetzte Substanz 18F-FDG ist ein Glukosederivat und hat keinerlei Nebenwirkungspotential. In seltenen Einzelfällen gelangen Substanzen zur Anwendung, die zwar prinzipiell Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen könnten, aber in so geringen Mengen eingesetzt werden, daß ihr Nebenwirkungspotential ebenso gering ist, wie das der in der konventionellen Nuklearmedizin verwendeten Radiopharmaka.
Durch die kurzen Halbwertszeiten der für PET verwendeten Radioisotope ist die Strahlenbelastung für Patienten und Pflegepersonal auf den Stationen gering.
Stillende Mütter sollten vor der Tracerapplikation noch einmal stillen und die erste Milchportion nach der Untersuchung abpumpen und verwerfen.

Klinische Vorteile
Die Besonderheit der PET gegenüber anderen nuklearmedizinischen Bildgebungen liegt in der Tatsache, daß die verwendeten Radiopharmaka entweder ”natürliche” Verbindungen sind, die der Organismus nicht von solchen unterscheidet, die er mit der Nahrung zuführt oder selbst synthetisiert, oder markierte Medikamente, die chemisch mit ihren nicht radioaktiven Schwesterverbindungen identisch sind und sich daher gleich wie diese im Körper verteilen.
Dies erlaubt eine genaue Beurteilung des Stoffwechsels im Organismus, z.B. bei der Fragestellung, ob nach Chemo- und Strahlentherapie eine mittels CT oder MR nachgewiesene Raumforderung noch lebende Tumorzellen enthält oder nur mehr als Narbe zu interpretieren ist. In der Kardiologie kann mittels PET Herzmuskelgewebe identifiziert werden, das noch von gefäßeröffnenden Maßnahmen wie Dilatation oder Bypasschirurgie profitiert; in der Neurologie kann PET v.a. bei medikamentös schlecht einstellbaren Anfallsleiden die Ausdehnung des Anfallsherdes abschätzen und so das Zielgebiet eventueller chirurgischer Resektionen definieren.

[zurück]