Kariöse Zahnschäden gehen dank prophylaktischer Maßnahmen deutlich zurück, aber Parodontitis stellt in der zweiten Lebenshälfte noch stets die häufigste Ursache für Zahnverlust dar.
Laut einer deutschen epidemiologischen Erhebung aus dem Jahre 2006 beträgt die Rate an mittelschweren und schweren Parodontalerkrankungen bei 35- bis 44-jährigen Erwachsenen 52% bzw. 20%. Bei Senioren liegt die Rate bei 48% bzw. 40% (DMS-IV Studie).
Rauchen oder Allgemeinerkrankungen wie Diabetes mellitus erhöhen das Risiko für Parodontitis. Neueste Forschungsergebnisse sehen auch einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und systemischen Erkrankungen: zB dem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, chronische Atemwegserkrankungen oder Risiko zu Frühgeburten.
Die Parodontologie hat daher eine zentrale Rolle: sowohl in der Schaffung und Erhaltung eines intakten Kauapparates, als auch als Mittlerin zwischen Mund- und Allgemeingesundheit.
Der Parodontologe ist Spezialist auf dem Gebiet der Prävention und Therapie von Erkrankungen des Zahnhalteapparats.
Die Unsicherheit über Diagnosestellung und Therapiemöglichkeiten bei den niedergelassenen Zahnärzten ist immer noch groß und resultiert in einer oftmals unzulänglichen Betreuung parodontal erkrankter Patienten.
In Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Parodontologie bietet das Ordinariat für Parodontologie und Prophylaxe seit 2008 einen anwendungs- und praxisorientierten postgraduellen Universitätslehrgang aus Parodontologie an. Der zweijährige, berufsbegleitende Studiengang, der unter Berücksichtigung internationaler curricularer Richtlinien durchgeführt wird, richtet sich an ZahnmedizinerInnen, vorzugsweise mit Berufserfahrung, und strebt eine anerkannte Spezialisierung an. Er bietet die Möglichkeit, im intensiven Kleingruppenunterricht, die nötige Kompetenz für die Behandlung schwer parodontal erkrankter Patienten, inklusive die Versorgung mit Implantaten zu erwerben. Das Alleinstellungsmerkmal des Kurses der MUW ist die große Anzahl (über 100 Stunden pro Teilnehmer) an supervidierten Praktikumsstunden am Patienten.
Bitte informieren Sie sich auf den folgenden Seiten über den Lehrgang, der im Oktober 2010 begonnen hat!