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Franz Benninger |
Jubiläumstagung 24. und 25. September 2010 Liste und Abstracts der 14 an der Jubiläumstagung abgehaltenen Workshops Samstag den 25. 9. 2010 von 15:30 bis 17:20 (erster Block) und von 17:40 bis 19:20 (zweiter Block)
(1) OA Dr. Türkan Akkaya-Kalayci Die zunehmende Zahl der Migrantenfamilien und deren Kindern als Kunden im psychosozialen Bereich stellt die Fachpersonal laufend vor neue Herausforderungen, da Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund unterschiedliche Konzepte für Diagnostik, Betreuung und Behandlung benötigen. Ambulanz für Transkulturelle Psychiatrie und migrationsbedingte Störungen im Kindes und Jugendalters an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Wien bittet Kindern mit unterschiedlichen Migrations-und Fluchterfahrungen aus vielen Ländern seit 1996 ein kultur- und sprachsensible Betreuung. In diesem Workshop werden wichtige transkulturelle Aspekte in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und psychische Störungsbilder bei Migrantenfamilien und deren Kindern mit einer Powerpoint Präsentation erläutert.
(2) Astrid Benedek, Simon
Timmelmayer, Christine Wiegele, Eva Wiesbauer-Resch, Sonja Beye Die Physiotherapie an der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie versucht über einen körperlichen Zugang bei PatientInnen mit Anorexia nervosa sensomotorische Prozesse wieder erfahrbar zu machen, die aufgrund eines veränderten Körperschemas und -bildes verzerrt wahrgenommen werden. Ziel des Workshops ist es mittels Theorie, Diskussion und Eigenerfahrung einen Einblick in das Körpererleben von PatientInnen mit Anorexia nervosa zu gestatten und die Arbeitsweise der Physiotherapie kennen zu lernen. Anhand eines Falles wird auf die physiotherapeutische Diagnostik (Körperumrisszeichnung, Mirroring, Spiegeln) sowie auf mögliche therapeutische Interventionen eingegangen. Die Teilnehmer können sowohl diagnostische als auch therapeutische Methoden im Rahmen des Workshops ausprobieren und erfahren. Für alle an dem Thema Interessierten. Bequeme Kleidung erwünscht. Workshop 1 fokussiert den diagnostischen Teil (15:30 – 17:20). Workshop 2 fokussiert den bewegungstherapeutischen Teil (17:40 – 19:20).
(3) PD Dr. Kanita Dervic Eiinschätzung der Suizidalitaet bei Kindern und Jugendlichen stellt eine große Herausforderung im klinischen Alltag dar. In diesem interaktiven Workshop (Kurzvortrag mit anschließender Diskussion anhand der Beispiele aus der klinischen Praxis) werden verschiedene klinische Konstellationen mit denen Ärzte während der Einschätzung der Suizidalitaet konfrontiert sind, behandelt. Darüber hinaus wird das Management der Suizidalität im Kindes- und Jugendalter diskutiert.
(4) DGKS Monika Eibensteiner,
DGKS Stefanie Gabriel Die Anwendung von ätherischen Ölen kann nachweislich bis 3000 vor Christus zurückverfolgt werden. Die überlieferten Aufzeichnungen berichten im gleichen Maße über die Anwendung der wertvollen Pflanzenessenzen im Schönheitsbereich, bei religiösen Ritualen wie auch im medizinischen Bereich. Das limbische System ist bekanntlich für die Steuerung unserer Emotionen verantwortlich, in diesem Areal erfolgt auch die Verarbeitung der Gerüche. Infolge dieser anatomischen Gegebenheit erscheint es nicht verwunderlich, dass Düfte in uns Freude und Wohlbefinden hervorrufen können. Des Weiteren steht der Geruchsinn in engem Zusammenhang mit unseren Erinnerungen und beeinflusst dementsprechend unser emotionales Befinden. Im Wissen über die Bedeutung und des breiten Wirkungsspektrum der ätherischen Öle, werden diese den Kindern und Jugendlichen der Station 07 zur Förderung des Wohlbefindens angeboten. Inhalt -Theoretischer Input zum Thema Aromapflege - Vorstellung von Düften und deren Auswirkungen auf unsere Emotionen. - Bericht und Austausch über vorliegende Erfahrungen. Methode: Kurze Präsentation, themenzentrierte Diskussion und praktische Übungen
(5) DGKS Daniela Ennengl, DPGKS
Friederike Kral, DGKP Martin Lieberzeit Das Konzept der Gartentherapie ist im angloamerikanischen Raum bereits seit Jahrzehnten verbreitet und als eigene Disziplin etabliert. An der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Station 07 besteht auch für die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit zur Teilnahme an der Gartentherapie. Der Grundgedanke dabei ist es, gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen den Regelkreis der Natur zu erleben, mit einem „lebendigen Material“, das sich entwickelt und mit allen Sinnen wahrgenommen werden kann. Die Kinder und Jugendlichen können dabei für etwas sorgen und sie können die Auswirkungen ihres Handelns im engen Zusammenspiel erleben. Durch die Gartentherapie können die Kinder und Jugendlichen sowohl auf körperlicher wie auch auf intellektueller, sozialer und emotionaler Ebene profitieren. Theoretischer Input zum Thema Gartentherapie - Hintergrund des Konzeptes - Ziele für die Kinder und Jugendlichen - Umsetzung - vorliegenden Erfahrungen Methode: Kurzvortrag mit Fotodokumentation, Erfahrungsbericht und ggf. Erfahrungsaustausch
(6) Mag.
Marion Herbert, Dr. Christian Müller, DR.
Harald Eder
(7) Dr. Julia Huemer, Ass.-Prof.
Mag. Dr. Sabine Völkl-Kernstock, o. Univ.-Prof. Dr. Max H Friedrich, Prof. Dr.
Hans Steiner Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sind Kinder und Jugendliche unter dem achtzehnten Lebensjahr, welche von beiden Elternteilen bzw. jeglicher anderer erwachsener Bezugsperson getrennt sind, und für deren Betreuung niemand vorhanden ist, dem durch Gesetz oder Gewohnheit diese Verantwortung zufällt (UNHCR 2007). Diese Gruppe ist bislang in nur wenigen Studien weltweit untersucht worden. Ziel des Workshops soll es sein, ausgewählte Ergebnisse der Studie „Parameter psychischer Gesundheit und Krankheit bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen“, die unbegleitete minderjährige afrikanische Flüchtlinge in Österreich einschloss, vorzustellen. Es sollen Methoden diskutiert werden, die Reaktionen auf Trauma in 3 Kategorien erfassen: ein an DSM IV orientiertes semi-strukturiertes und klinisches Interview, die Analyse von Persönlichkeitsprofilen anhand von Anpassungsprofilen an Stress, psycholinguistische Analysen von Trauma-Narrativen. Schließlich werden Implikationen für den klinischen Alltag dargelegt. 17% bis 20% der befragten Jugendlichen wiesen PTSD auf (Self-report Instrument, strukturiertes klinisches Interview). 68.3% der Gruppe gehörten dem “Suppressor” Persönlichkeitsprofil an. In der Analyse der Narrative zeigte sich eine geringe emotionale Referentialitaet verglichen mit der gleichaltrigen Normpopulation. Die Ergebnisse, die resilientes Verhalten abbilden, sollen auf dem Hintergrund der Verarbeitung von Trauma kritisch diskutiert werden.
(8) OA Dr. Christian Kienbacher Die Facharztprüfung soll eine Gelegenheit dazu sein, das in der Ausbildungszeit erworbene theoretische und praktische Wissen optimal zur Darstellung zu bringen. Viel an Irritation und Nervosität ist vermeidbar, wenn man weiß, welche Anforderungen einen in der Prüfungssituation erwarten. Dieser Workshop hat das Ziel, Angst zu nehmen und bietet die Gelegenheit, an Hand von Videos und Prüfungsfragen, die an Fragen bisher stattgefundener Prüfungen angelehnt sind, sich mit der Struktur und den Herausforderungen der Facharztprüfung vertraut zu machen. Um in weiterer Folge um Vieles entspannter an die Facharztprüfung Kinder- und Jugendpsychiatrie heranzugehen.
(9) Ass.-Prof. Mag. Dr. Susanne
Ohmann Die Prävalenz selbstverletzender Verhaltensweisen (SVV) bei jugendlichen psychiatrischen Patienten nimmt zu, besonders betroffen sind Mädchen mit posttraumatischen Belastungs- und Persönlichkeitsstörungen. Der Workshop soll nach einer kurzen theoretischen Skizzierung des Problemfeldes einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand geben. Spezielle Bedürfnisse und Therapieprobleme dieser PatientInnen und ihrer Familien werden dargestellt, praxisorientierte Ansätze zum Umgang mit SVV werden unter Berücksichtigung von persönlichen Erfahrungen der TeilnehmerInnen reflektiert und diskutiert. Der Workshop richtet sich insbesondere an klinische PsychologInnen.
(10) Univ.-Prof. Dr. Christian
Popow, Ass.-Prof. Mag. Dr. Susanne
Ohmann Zwangsstörungen zählen mit einer Prävalenz von 2.5% zu den häufigsten psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter. Zwangsgedanken und -handlungen treten in verschiedenen “Dimensionen” und Schweregraden und oft auch komorbid (z.B. Ticerkrankungen, Autismus, Psychosen) auf. Die Diagnostik erfordert Erfahrung und Fremdanamnese, da Kinder und Jugendliche ihre Probleme fast immer dissimulieren. Kognitive Verhaltenstherapie (Motivation, Psychoedukation, kognitive Strategien und ev. Expositionstherapie) ist sehr effizient. Therapeutische Strategien sollten unbedingt auch Elternarbeit einschließen, da Zwänge oft durch familiäre “Hilfestellung” bestätigt und damit für die Therapie schwerer zugänglich werden. Pharmakotherapie ist außer bei schweren Zwängen selten erforderlich. Zielgruppe für den Workshop sind Kinder- und JugendpsychiaterInnen, klinische PsychologInnen und TherapeutInnen. Fallbeispiele und praktische Übungen sollen den Überblick über Theorie, Klinik, Diagnostik und therapeutische Strategien ergänzen.
(11) OA Dr. Sylvia Quiner, OA Dr.
Wolfgang Kaschnitz Expansives Verhalten in der Adoleszenz ist im klinischen und extramuralen Alltag keine Seltenheit. Hinter dieser Präsentiersymptomatik verbergen sich unterschiedliche psychopathologische Phänomene, die es gilt, zu beschreiben und in verschiedene Störungs- und Krankheitskonzepte zu integrieren. Damit wird erst eine differenzierte und störungsspezifische Diagnostik möglich. In unserem Workshop wollen wir die unterschiedlichen Störungsbilder in Zusammenwirken mit der adoleszenten Entwicklung und der psychopathologischen Phänomenologie beschreiben und differenzieren.
(12)
Dr. Gertrude Bogyi, Dr.
Carolin Prause Die Themen Krankheit, Tod und Sterben werden häufig besonders Kindern gegenüber tabuisiert. Mit dieser gut gemeinten Schonhaltung wollen Erwachsene Kindern Leid ersparen; sie bedenken nicht, dass diese Sprachlosigkeit mehr Ängste und Sorgen bei den Kindern schürt, als die gemeinsame Auseinandersetzung mit den Tatsachen. Kinder spüren es, wenn etwas in der Familie nicht stimmt und bleiben dann mit ihren Fragen alleine. Das Totschweigen des Todes ist ein Problem der Erwachsenen. Anhand von Fallbeispielen wird verdeutlicht, wie Gespräche mit Kindern zu diesen Themen geführt werden können.
(13) Mag. Dr. Sonja
Werneck-Rohrer Psychotische Erkrankungen im Jugendalter stellen einen dramatischen Einbruch in der Lebenssituation von Jugendlichen dar. Wird eine psychotische Erkrankung früh erkannt, so verbessert dies die Chancen einer wirksamen Behandlung. Es werden verschiedene Testverfahren (Fragebögen, Interviews, projektive Verfahren und Leistungstests) vorgestellt, die bei der psychologischen Diagnostik von psychotischen Erkrankungen zum Einsatz kommen. Weiters werden verschiedene Möglichkeiten der psychologischen Behandlung dargestellt. Außerdem werden Methoden der Psychotherapie bei psychotischen Zustandsbildern behandelt und anhand von konkreten Fallbeispielen diskutiert. Daneben werden schwierige Situationen, die in der psychologischen Betreuung / Psychotherapie von PatientInnen mit psychotischer Erkrankung auftreten können, dargestellt. Methoden: Vortrag, Kleingruppenarbeit, Fallbeispiele, Videodemonstration
(14) Dr. Heidi-Elisabeth Zesch,
Dr. Sofia Natriashvili, Mag. Gloria Gelbmann, Ursula Haller, Dr. Incifer Kanbur,
Univ.-Prof. Dr. Cicek Wöber-Bingöl Kopfschmerzen (Spannungskopfschmerz, Migräne) sind chronische Erkrankungen mit hoher Prävalenz und zahlreichen Komorbiditäten und stellen eine große Herausforderung für die Behandelnden dar. Das interdisziplinäre Team der Kopfschmerzambulanz der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie (AKH Wien) gibt einen Überblick über die state-of-the-art Diagnostik und Therapie unter besonderer Berücksichtigung der Möglichkeiten des Biofeedback.Anhand von aktuellen Fallbeispielen aus der Kopfschmerzambulanz möchten wir zu Fragen und Diskussion anregen.
------- weitere Informationen - Folder (*.pdf) Liste und Abstracts der bei der Jubiläumstagung angebotenen Workshops (*.pdf)
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